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Artikel getaggt mit ‘Bayer Leverkusen’

1. Bundesliga, 10. Spieltag / Bayer Leverkusen 1 BVB 1

25. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Fast zufrieden.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Sven Bender – Valdez (84. Feulner), Zidan (72. Rangelov), Kuba (46. Großkreutz) – Barrios. Tor: Barrios.

Jürgen Klopp ließ seinen Worten Taten folgen und trat wirklich mit derselben Formation an wie gegen Bochum. Ohne Zweifel muss er die richtigen Anweisungen gegeben haben, denn die nominell eher offensive Mannschaft machte ihre Sache defensiv sehr gut.

Es war beeindruckend, wie die Schwarz-Gelben nach überstandenen ersten Leverkusener Angriffen bereits in der 8. Minute in Führung gingen. Der Torschütze Lucas Barrios erkämpft sich selber im Mittelfeld den Ball und passt auf Sahin, der mit einem präzisen Pass in den freien Raum Valdez einsetzt. Der flankt beinahe von der Torauslinie in die Mitte. Dort wartet schon wieder Barrios, der allen beweist, wie gut er köpfen kann.

Im Anschluss standen die Schwarz-Gelben defensiv sehr gut. Die Leverkusener Bemühungen blieben weitestgehend harmlos. Bei einer Ecke faustet Weidenfeller mal am Ball vorbei – nun gut. Der BVB hätte bei eigenen Angriffsversuchen etwas präziser sein können – nun gut. Insgesamt konnte man mit der ersten Hälfte sehr zufrieden sein, auch wenn die Gastgeber deutlich mehr Ballbesitz hatten.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gastgeber etwas überzeugender nach vorne, doch meistens nur bis zum Strafraum. So war es eine Standardsituation, die zum Ausgleich führte: Eine Barnetta-Ecke kam bei Manuel Friedrich an, der zu frei stand und den Ball aus größerer Entfernung reinköpfte. Der kurze Pfosten war zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr abgedeckt. Aufs gesamte Spiel gesehen war der Ausgleich verdient, denn Leverkusen war in der zweiten Hälfte offensiv besser, gerade nach dem Tor. Die Chancen blieben jedoch vergleichsweise harmlos; ein Friedrich-Schuss aus aussichtsreicher Position ging weit übers Tor, ansonsten hatten Weidenfeller und die Abwehr wenig Probleme.

Warum zur völligen Zufriedenheit mit diesem Auswärtspunkt etwas fehlt: Gegen diese Leverkusener wäre möglicherweise mehr drin gewesen. Das Fehlen von Rolfes und Renato Augusto manifestierte sich im Fehlen von Inspiration. Mit etwas mehr Cleverness und Mut in der zweiten Hälfte, als die Gastgeber drängten, hätte der BVB womöglich drei Punkte mitnehmen können. Ein fitter Kuba hätte uns da weiterhelfen können, aber der musste zur Halbzeit mit Muskelproblemen draußen bleiben und wurde durch Kevin Großkreutz ersetzt. Bei allem Respekt für das Engagement des „Dortmunder Jungen“: Seine Pässe in die Spitze waren zu unpräzise und überhastet. Gerade über die linke Leverkusener Seite wäre mehr möglich gewesen.

Ich bin aber fast zufrieden mit dem Punkt und wenn das Pokalspiel in Osnabrück und natürlich das Heimspiel gegen Hertha gewonnen werden, kann man getrost von der Trendwende bei Schwarz-Gelb sprechen. Die Sicherheit in der Defensive ist ermutigend. Das perfekte Tackling von Hummels gegen Derdiyok, das einige Zuschauer als elfmeterwürdiges Foul gesehen hatten, ist ein Beispiel. In dieser Szene lag Schiedsrichter Rafati richtig, ansonsten bot er eine durchwachsene Leistung. Er pfiff dem BVB in aussichtsreichster Position einen Vorteil ab und traf einige fragwürdige Freistoßentscheidungen, obwohl er insgesamt das Spiel angenehm laufen ließ.

Drei Tore in den drei letzten Spielen für Lucas Barrios sind natürlich ebenfalls erwähnenswert und erinnern daran, wie vorschnell die Medien-Maschinerie da wieder eine Krise herbeigeschrieben hat.

Spitzenprüfung

22. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Das Freitagabend-Spiel des kommenden Bundesliga-Spieltags wird ein Härtetest für beide Seiten werden. Die Gastgeber und Spitzenreiter aus Leverkusen müssen beweisen, dass sie auch ohne zwei eminent wichtige Spieler, Simon Rolfes und Renato Augusto, einen ordentlichen Gegner schlagen können. Rolfes ist mit einer Durchschnittsnote von 2,56 beim „Kicker“ zurzeit der zweitbeste Feldspieler der Liga. Für den BVB geht es darum, den Aufwärtstrend zu bestätigen oder zumindest eine weitere Klatsche gegen ein Topteam zu vermeiden.

Angesichts der personellen Lage sollte letzteres möglich sein. Die angeschlagenen Stürmer Mohamed Zidan und Lucas Barrios werden morgen Abend voraussichtlich spielen können. Darüberhinaus ist eine Rückkehr von Tinga in den Kader möglich. Jürgen Klopp deutete gestern an, dass er sowohl die personelle als auch die taktische Aufstellung vom Bochum-Spiel übernehmen könnte:

Ich kann so viele offensive Spieler bringen, wenn sie sich an allen defensiven Aktionen beteiligen. Das Risiko ist kalkulierbar.

Ob er wirklich erneut ein 4-2-3-1 mit drei gelernten Stürmern aufbieten wird, halte ich für zweifelhaft. Beim Pokern wird ja auch viel geredet, bevor man die Karten aufdeckt.

Leverkusen wird morgen trotz allem ein gefährliches Team aufbieten, das aber für einen Sieg seine Ausrichtung vom Hamburg-Spiel deutlich verändern muss. Das Gleiche gilt für den BVB: So offensiv wie gegen Bochum kann man nicht auftreten – es geht darum, die richtige Balance zu finden. Ich freue mich drauf: Freitagabend-Spiele haben ein besonderes Flair und auf die morgige Partie könnte das besonders zutreffen.

Die Form der kommenden Dinge

6. August 2009 Nick Kommentieren

Die Sommerpause ist vorbei. Komisch, dieses Jahr kam sie mir gar nicht so lang vor. Morgen startet die neue Bundesliga-Saison und wir werden eine Menge neue Gesichter sehen. Sowie bekannte Gesichter an neuen Plätzen. Und sogar manch altbekanntes Gesicht, das schon fast in Vergessenheit geraten war. Die umfangreichen Personal-Rochaden bescheren uns einen Auftakt, der so spannend ist wie schon lange nicht mehr. Weil so vieles unabwägbar ist. Weil sich vielerorts ein neuer Trainer und neue Spieler finden müssen. Trotzdem gehört das Orakeln zu dieser Auftaktwoche dazu und ich will auch gar nicht abseits stehen.

Die Meisterschaft erscheint mir offener als manche angesichts einiger großer Namen schon wieder denken. Zu den Favoriten zählt auch der FC Bayern. Daneben aber der amtierende Meister – die Mannschaft ist fast komplett zusammengeblieben und Veh ist ebenfalls Meistertrainer. Denkt man an die letzten Verpflichtungen, sollte man besser auch den VFB in Betracht ziehen. Eine Rückkehr ins Meisterrennen traue ich Bremen zu. MMn sind die Strukturen dort intakt, die Neuverpflichtungen vernünftig (und vielleicht kommt da noch was) und Özil hat Potenzial, das er noch nicht vollständig gezeigt hat.

Dahinter wird es eine größere Gruppe von Mannschaften geben, die um die Europa League-Plätze kämpfen. Dem HSV traue ich nicht mehr zu aufgrund des Trainers, der Hertha aufgrund des schwächeren Kaders. Natürlich werden die vom Ex-Meistertrainer mitmischen. Sowie Hoffenheim und hoffentlich auch der BVB. Leverkusen und Heynckes werden eine ganze Weile Anschluss halten können, aber letztendlich nicht unter die ersten fünf kommen.

Relativ sicher im Mittelfeld werden Köln und Frankfurt landen. Ganz sicher wird es aber auch zwei bis drei Vereine erwischen . Die müssen dann absteigen. Richtig schwer wird es, wenn man die Kader von heute betrachtet, für Mainz. Nicht ganz überraschend vermutlich auch meine beiden anderen Tipps: Bochum und Freiburg. In keiner bestimmten Reihenfolge. Mehr als Außenseiter-Chancen, da reinzurutschen, haben noch Hannover und Gladbach.

Gewagte und genaue Prognosen sind das alles nicht. Da kann man nach den berühmten zehn Spielen noch mal schauen. Eine Festlegung gibt es nur bei Schwarz-Gelb. Ich denke, es wird in derselben Region enden wie in diesem Jahr. Nur diesmal klappts mit Platz 5. Aber wird es Platz 6, sollte niemand undankbar sein.

Mehr von mir zum BVB vor der neuen Saison gibt es im Interview mit dem Rasenschachmagazin. Und ja, ich weiß eigentlich, was „Positivismus“ ist.

Kategorien:Das Orakel

Ruhe im Sturm

6. Juni 2009 Nick 5 Kommentare

Ein Tornado fegt durch die Bundesliga und schleudert wahllos Trainer an Orte, an denen man sie nie zu sehen glaubte. Der HSV, der auf dem BVB-Platz in der Europa League steht, holt sich als Nachfolger von Martin Jol für angeblich mehr als eine Million Euro Ablöse Bruno Labbadia aus Leverkusen, dem dort Defizite in der Spielerführung nachgesagt wurden und der in jedem Fall, wieso auch immer, nicht den Erfolg gebracht hat, der erwartet wurde. Nach Leverkusen geht dafür Fünf-Spiele-Trainer Jupp Heynckes, der sich in München als hipper, lockerer Fußball-Onkel neu positioniert hat.

Selten hat man solche Schnellschüsse erlebt (außer in Bielefeld) – was nicht heißen muss, dass beide Neuen scheitern werden, aber ob man da in den Führungsetagen genügend nachgedacht hat? Die Hamburger wollten wohl einen Fehler korrigieren und holen den Klopp für Zuspätgekommene. Und die Leverkusener, inklusive Rudi Völler, dachten anscheinend, alles was aus München kommt, ist gut. Mal sehen, ob das wenigstens mit Toni Kroos noch klappt.

Eine auf den ersten Blick überzeugendere Lösung hat Eintracht Frankfurt mit Michael Skibbe präsentiert. Der 43-jährige Ex-BVB- und zuletzt Galatasaray-Trainer ist zwar vom Typ her nicht gerade der Gegenentwurf zu Friedhelm Funkel, steht aber zumindest im Ruf, attraktiveren Fußball spielen zu lassen – ob sich das in Punkten auszahlt, weiß niemand.

Dass der Tornado auch durch Köln zieht, war vielleicht für Insider nicht so überraschend, für alle anderen aber schon. Dass es Christoph Daum noch mal nach Istanbul verschlägt, konnte man dann fast schon wieder erwarten. Auch in Köln soll nun nicht Mirko Slomka zum Zug kommen, dessen Ruf in Gelsenkirchen nachhaltig beschädigt wurde, sondern Jung-Trainer Zvonimir Soldo, der letztes Jahr für einige Monate bei Dinamo Zagreb das Sagen hatte – oder auch nicht, weshalb er dann zurücktrat.

Schon wieder einige Tage her ist die Präsentation von Michael Frontzeck als neuer Trainer in Mönchengladbach. Die Gladbacher holen sich also einen Ex-Spieler, der gerade nicht mit Bielefeld abgestiegen ist, sondern freundlicherweise einen Spieltag vor Schluss entlassen wurde und sich nun heimlich (oder offen) freuen kann. Sein letzter Verein ist in der zweiten Liga und er selbst arbeitet erstklassig. Nur folgerichtig, dass nun das Bielefelder Präsidium zurücktreten wird.

Und auch wenn es angesichts der ständigen Wiederholung wie ein meditatives Ritual klingen mag: Wie froh können wir beim BVB eigentlich sein, dass wir Jürgen Klopp haben und nicht in diesen Trainer-Tornado geraten sind!

Kategorien:Marktplatz, Zirkus

Das Moment bewahren

9. April 2009 Nick 3 Kommentare

Wörtliche Übersetzung des englischen „keeping the momentum“. Sehr frei übersetzt könnte man auch vom „Lauf“ sprechen. Die englische „FourFourTwo“ hat sich neben Paul Lambert in ihrer Mai-Ausgabe auch diesem wolkigen Fußball-Begriff, der eigentlich aus der Physik stammt, gewidmet. Was macht dieses Moment aus, das, wenn man es einmal hat, eine Mannschaft Spiele umbiegen, scheinbar mit Leichtigkeit gewinnen (–> Wolfsburg, –> Barcelona) und Serien starten lässt?

Neben dem großen Einfluss der Fans sieht der englische Sportpsychologe Dr Chris Harwood von der Loughborough University innerhalb eines Teams sechs entscheidende Voraussetzungen: Engagement, Kommunikation, Zusammenhalt, Konzentration (sich während eines Spiels nicht ablenken lassen), Kontrolle (über die eigenen Emotionen auf dem Platz) und Vertrauen (in die eigene Stärke und die der Mannschaft). Hat der BVB das Moment auf seiner Seite, haben wir einen Lauf? Auf den ersten Blick sind das genau die Eigenschaften, die die Schwarz-Gelben bei den überzeugenden Siegen gegen Bremen und Berlin an den Tag legten. In Hannover fehlte noch etwas die Konzentration und das Vertrauen, um drei Punkte einzufahren. Technische und taktische Überlegenheit können wir gegen gute Teams erstmal nicht erwarten – man kann sie sich aber im Laufe eines Spiels durch die konsequente Umsetzung der sechs Punkte Harwoods u.U. erarbeiten.

Auch gegen den 1. FC Köln werden diese Bedingungen am Samstag eine Rolle spielen. Natürlich werden die Kölner technisch nicht überlegen sein. Aber taktisch werden sie uns eine Nuss zu knacken geben – oder eine Mauer. In den letzten Spielen setzte Christoph Daum, auch verletzungsbedingt, auf eine sehr defensive Aufstellung und Ausrichtung. In Cottbus funktionierte das, im schwachen Derby gegen Leverkusen gab es dagegen ein 0:2. Auch in Dortmund ist ein Kölner 4-1-4-1 zu erwarten, obwohl die Verletzten Ishiaku und Wome u.U. in den Kader zurückkehren könnten. Auf jeden Fall ausfallen wird Marvin Matip. Mehr …

Das Ende des Märchens?

14. Februar 2009 Nick Kommentieren

Wird Blaukäppchen jetzt vom roten, bösen Wolf gefressen? Nach diesem Rückrundenstart sieht es nicht danach aus, als ob die Hoffenheimer noch lange im Kampf um die Meisterschaft mitmischen werden. Ein mühsamer Pflichtsieg über Cottbus, ein Unentschieden beim Schlusslicht Mönchengladbach und gestern eine Heimpleite gegen Leverkusen; das liest sich so, als ob nun der prophzeite Einbruch kommt. Manche Medien, vermutlich dieselben, die im Dezember den großen Zweikampf Bayern v Hoffenheim vorhergesagt hatten, werden jetzt auf das Fehlen des ‘Superstürmers’ Ibisevic hinweisen.

Aber so überraschend und beeindruckend die Leistungsexplosion des Bosniers in der Hinrunde war, so abhängig war sie auch vom Auftreten der Mannschaft. Ibisevic ist ja kein Genie, das seine Tore aus dem Nichts kreiert. Er brauchte die präzisen Flanken und Steilpässe, die schnellen Kombinationen, die er dann natürlich eiskalt abschloss. Und die haben die Stürmer, die ihn zur Zeit ersetzen müssen, bisher nicht in gleichem Maße gekriegt – zumindest nicht in den Spielausschnitten, die ich gesehen habe.

Die TSG profitierte letztes Jahr von ihrem Lauf und vom Überraschungsmoment. In der Bundesliga wurden sie zuerst trotz guter Ergebnisse noch unterschätzt, danach wegen des großen Hypes überschätzt – ihnen eilte zuletzt ein fast Bayern-artiger Ruf voraus. Die Winterpause kam in einem ungünstigen Moment; Ralf Rangnick wäre es zumindest im nachhinein sicher lieber gewesen, wenn wie in England durchgespielt worden wäre. Durch den Kreuzbandriss von Ibisevic schlugen die aufgeblasenen (medialen) Erwartungen ins Gegenteil um, was vielleicht weniger die Hoffenheimer selber, aber sicher die Gegner beeinflusst hat.

Nach drei Spielen in 2009 darf man selbstverständlich noch kein abschließendes Urteil fällen. Die Hoffenheimer werden nicht komplett abstürzen, aber es wird schwer für sie, ganz vorne dranzubleiben. Sie haben die ‘Magie des Neuen’ verloren und ich bin zuversichtlich, dass am übernächsten Spieltag mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung auch für die Schwarz-Gelben im Westfalenstadion gegen den Herbstmeister alles drin ist.

Kategorien:Das Orakel, Heiße Luft

BL 18.Spieltag / BVB 1 Bayer Leverkusen 1

31. Januar 2009 Nick Kommentieren

With a little bit of luck.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Lee, Subotic, Santana, Owomoyela – Tinga – Kringe, Boateng – Sahin (71. Öztekin) – Frei, Zidan (71. Valdez).

Es war heute wieder exemplarisch. Gegen richtig spielstarke Mannschaften können die Schwarz-Gelben nicht mithalten, jedenfalls nicht ohne die beiden Kreativspieler Hajnal und Kuba im Mittelfeld. In der ersten Hälfte wurde das prächtig kompensiert durch eine einwandfreie, zeitweise begeisternde kämpferische und läuferische Leistung. Nach gut zehn Minuten war der BVB im Spiel und schaffte es über weite Strecken, die Gäste am selbigen zu hindern. In der ersten Hälfte zeigte auch Kevin Boateng wieder eine sehr ansprechende Leistung, ließ aber in der zweiten, wie gegen Bremen, nach – vielleicht noch aus konditionellen Gründen. Die besseren Anlagen der Leverkusener waren zwar immer sichtbar, aber zur Pause konnte man noch zuversichtlich und fast ein wenig stolz sein.

Den Dortmunder Auftritt verkörperte Patrick Owomoyela. Nach überstandenem grippalen Infekt o.ä. war er wieder in die Startelf gerückt. Nach wenigen Minuten eröffnete sein Fehlpass den Gästen die erste Chance durch Helmes. Aber sein Engagement war vorbildlich. Exemplarisch war hier der Führungstreffer: Owo setzt gegen Sinkiewicz nach, deshalb prallt dessen Schuss vom Dortmunder in die Mitte zu Alex Frei, der nur noch einköpfen muss. Das Glück des Tüchtigen eben. In Hälfte 2 lässt sich Patrick dann vor dem Ausgleich durch Helmes von Barnetta auf links klassisch ausspielen, rettet jedoch später auf der Linie dem BVB den einen Punkt. Obwohl die Leverkusener in der letzten halben Stunde noch genügend andere Möglichkeiten hatten.

Die Erklärung, warum wir diesen Sturmlauf der Gäste zulassen mussten, könnte sein, dass die Mannschaft zuvor sehr großen Aufwand betrieben hatte und betreiben musste, um so etwas zu einem früheren Zeitpunkt zu unterbinden. Gegen Ende hing der Sturm in der Luft und die Abwehr tat ihr Möglichstes – das Problem lag daran, dass sich das Mittelfeld quasi auflöste, denn Kringe, Tinga und Sahin sind halt nicht die Spieler, die dort ein Spiel an sich reißen und lenken können; gegen einen immer spielstärkeren Gegner beschränkten sie sich immer mehr auf die Defensive.

Nicht unerwähnt bleiben sollen zwei Szenen aus der ersten Hälfte, die zum Thema für den ‘Pfiff des Tages’ im Sportstudio werden könnten: Bei einem Solo von Frei wird dieser außerhalb des Strafraums von Torwart Rene Adler von den Beinen geholt – es gibt kein Gelb (letzter Mann war Adler wohl nicht). Später geht der schon mit Gelb verwarnte Arturo Vidal übel mit gestreckten Beinen in einen Zweikampf gegen Tinga – bleibt aber auf dem Feld. Es hätte also anders kommen können. Aber man hätte heute auch im Lotto gewinnen können, wenn man gespielt hätte…

Unterm Strich heißt das: Der BVB wird gerade in den nächsten Wochen am Limit spielen müssen, um zu punkten. Tamas Hajnal wird in München nach seiner Sperre wieder dabei sein. Für Mats Hummels könnte es bei seinem noch eigentlichen oder bald wieder richtigen Arbeitgeber eventuell auch reichen. Jedoch war sein Vertreter Felipe Santana gerade in der ersten Halbzeit mit der beste Spieler auf dem Platz und irgendwie wäre es schade, wenn er schon wieder auf die Bank müsste.

Der zweite Auftakt

29. Januar 2009 Nick 2 Kommentare

(Updated) Am Samstag startet der BVB in die Bundesliga-Rückrunde, aber das Pokal-Aus dürfte den meisten noch in den Knochen stecken. Ich habe die Aussichten auf einen echten Erfolg dort für weit größer gehalten. Trotzdem muss es, wie selbst Oliver Kahn weiß, immer weitergehen. Übermorgen wartet ohne Zweifel eine sehr schwere Aufgabe auf die Schwarz-Gelben. Bayer Leverkusen ist, nach ihrem Auftritt im Pokal zu urteilen, in Topform, hat keine schwerwiegenden Verletzungssorgen (ob ein Bernd Schneider wirklich noch mal in DIESE Mannschaft zurückkehrt, erscheint ungewiss) und aus der Hinrunde noch eine Rechnung offen. Nach jetzigem Stand der Dinge kann der BVB immerhin auf alle Spieler zurückgreifen, die gestern im Kader standen (Ausnahme: Robert Kovac) – von den vier Edel-Verletzten Kehl, Hummels, Kuba und Dede wird jedoch niemand dabei sein. Abwarten müssen wir, ob es für den grippegeschwächten Owomoyela reicht. Entscheidend wird am Samstag sein, den Gästen nicht wie gegen Bremen das Spiel zu überlassen.

Im Rahmen dieses Vorberichts möchte ich der Familie und den Freunden des gestern im Westfalenstadion tödlich verunglückten 21-jährigen BVB-Fans mein herzliches Beileid aussprechen. Im Rahmen des Spiels werden das unsere Spieler tun, die mit Trauerflor auflaufen werden.

UPDATE: Ich vergaß, Tamas Hajnal ist gegen Leverkusen Gelb-Rot-gesperrt. Auch ihn werden wir vermissen, nicht zuletzt seine Standards – gerade gegen spielstarke Mannschaften immer ein probates Mittel.

Pausenfüller

22. Dezember 2008 Nick 4 Kommentare

Das erste Wochenende der Bundesliga-Winterpause liegt hinter uns. Ich hatte gar keine Zeit, mir über die entstandene Lücke Gedanken zu machen, aber das wird sicher noch kommen. Für diesen Fall gibt es dann zum einen Transfergerüchte, zum anderen Prognosen für die Rückrunde.  Nun ist also Hoffenheim noch so eben Herbstmeister geworden und es scheint ausgemacht, dass im neuen Jahr alles seinen normalen Gang gehen wird und die Bayern relativ schnell die Tabellenführung übernehmen und dann die Schale nach Hause schaukeln werden. Von mir aus kann es gerne anders oder zumindest etwas spannender kommen.

Eine Schlüsselrolle könnte dem Auftaktspiel in Hamburg zukommen. Gewinnen die Bayern dort, setzen sie gleich zu Beginn der Rückrunde ein Ausrufezeichen gegen einen direkten Konkurrenten. Denn als einen solchen würde ich den HSV durchaus betrachten. Vom Punktestand her gibt es keinen triftigen Grund, von einem reinen Zweikampf Hoffenheim-München auszugehen. Verlieren die Bazis in der Wie-auch-immer-Arena, zieht der HSV erstmal vorbei und der Lauf der Münchener ist pausenübergreifend erstmal gestoppt. Schwierig einzuschätzen ist, ob Leverkusen noch mal die Spitzengruppe angreifen kann. Deren Auftaktspiel ist übrigens in Dortmund. Könnte ein Knaller werden!

Die Hertha dagegen, und man kann es am besten mit einem Anglizismus sagen, ‘is punching above weight’. Die Hoffnung in der Hauptstadt ist wieder mal groß, aber mehr als UEFA Cup wird nicht drin sein. Wenn sie mich eines besseren belehren, wäre es aber nicht meine erste Überraschung in diesem Sport.

Bis es soweit ist, werde ich sicher mal in dessen Mutterland reinschauen. Die Premier League macht genausowenig Pause wie die anderen Profi- und die meisten Amateurligen. Mein Lieblingsverein da drüben, West Bromwich Albion, hat gestern nach ewiger Zeit mal wieder einen Sieg geholt, in der Nachspielzeit gegen Manchester City herausgeschossen. Ich war unterwegs und konnte das Spiel nicht sehen, werde mir aber heute Abend zumindest die Highlights im DSF anschauen. Leider sind die ‘Baggies’, so West Brom’s Spitzname, immer noch Tabellenletzter mit vier Punkten Rückstand auf den rettenden Platz 17. Und müssen am 26., dem ‘Boxing Day’, an die Stamford Bridge…

Kategorien:Das Orakel, UK Special

BL 1. Spieltag / Bayer Leverkusen 2-3 BVB

16. August 2008 Nick 2 Kommentare

(Updated) War das nicht ein echtes Klopp-Spiel zum Auftakt? Leben, Spielfreude, Drama. Und am Ende gelingt der ersehnte Auswärtssieg, der erste seit fast 30 Jahren zum Auftakt. Aber leider bleibt ein ganz bitterer Nachgeschmack…

Die Aufstellung: Weidenfeller (45. Ziegler) – Dede (72. Schmelzer), Hummels, Subotic, Rukavina – Kringe, Kehl, Hajnal, Kuba – Klimowicz (46. Kruska), Valdez.

Auch das Spiel selber hatte einen Traumstart. Nelson Valdez schießt tatsächlich das zweite Tor im zweiten Pflichtspiel, nach wenigen Minuten und einer Kuba-Flanke, und bereitet später mit einer super getimeten Flanke in den Rückraum das 2:1 durch Kringe vor. Ich will jetzt noch nicht Vokabeln wie ‘aufblühen’ verwenden, aber er hat definitiv maßgeblichen Anteil am erfolgreichen BVB-Auftakt.

Da auch die anderen schwarz-gelben Jungs richtig gut mitzogen, war es eine richtig positive erste Halbzeit mit viel von dem, was wir uns von einem Trainer Klopp erwartet haben: Pressing im Mittelfeld, schnelle Angriffe / Gegenzüge, Laufbereitschaft (auch hier war Valdez ganz weit vorne) und Aggressivität. Allerdings sah man, dass Leverkusen auch eine ganz ansehnliche Mannschaft (im spielerischen Sinne) beisammen hat. Wie vorhergesagt spielte auch Labbadias Team munter nach vorne und hatte Chancen, auch zu mehr als dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Helmes zu kommen. Da hatten wir manchmal Glück, manchmal Abwehrspieler, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, wie Subotic, der einmal den Ball artistisch von der Linie kratzte. Wenn es beim BVB was zu kritisieren gab, dann, dass die Schnittstellen der Abwehr noch nicht reißfest sind. Mit schnellen, präzisen Pässen durch die Abwehrreihe erwischten die Gastgeber diese mehrmals auf dem falschen Fuß (u.a. eben beim 1:1).

Die zweite Hälfte begann wiederum sehr gut. Nach einer Ecke von Tamas Hajnal köpft Neven Subotic zum 3:1 ein. Ein Traumstart in schwarz-gelb also auch für ihn und das zeigte er beim Jubeln. So macht das Spaß! Insgesamt war es eine etwas passivere Halbzeit von Dortmunder Seite, und ein paar Mal musste der für den kurz vor der Pause mit einer tiefen Risswunde ausgeschiedenen Weidenfeller gekommene Marc Ziegler den Vorsprung retten. Was er glänzend tat. Er wirkte in fast allen Szenen (und es gab einige) sehr präsent und zeigte, dass er eine gute Nummer 2 ist. Wenn er für ‘Weide’ einspringen muss, ist er offensichtlich immer besser drauf als als Stammtorwart. Mehr …