So geht Rotation: Weltklasse-Philipp im Borussen-Duell

1. Bundesliga, 6. Spieltag / BVB 6 Mönchengladbach 1

Enttäuschung im Westfalenstadion: Der BVB kassiert ein Gegentor durch Lars Stindl. Roman Bürki tritt vor Wut gegen den Pfosten. Beim Stand von 5:1. Die wundersame Welt von Borussia Dortmund unter Peter Bosz. Zuvor zerlegen die Schwarz-Gelben die andere Borussia mit wunderbar variablem Fußball, tollen Pässen und Laufwegen. Und am Ende macht ausgerechnet Rückkehrer Julian Weigl das halbe Dutzend voll.

Drei Gedanken zum Spiel

Jetzt mal ernsthaft: Wann hat Rotation je so gut funktioniert? Fünf neue Spieler gegenüber dem Mittwochspiel brauchen kaum Anlaufzeit, um die Gäste vom Niederrhein schwindlig zu spielen. Neben Toljan, Weigl, Dahoud und Philipp fiel nur Mario Götze von den ‚Neuen‘ ein klein wenig ab. Peter Boszs Idee, Dahoud gegen seinen alten Verein zu bringen zahlte sich genauso aus wie das Vorschieben von Weigl.

Und Maximilian „Millie“ Philipp? Einfach nur sensationell, wie er zwei Tore erzielt und Auba perfekt vorlegt. Der selbst mit einem Hattrick glänzte und keinerlei Dableibeschmerz erkennen lässt. Philipps Transfer war ein weiterer Volltreffer und auch ich muss meine Kritik an der Transferpolitik weiter relativieren. Weiterlesen →

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BVB dominiert, Effzeh protestiert

1. Bundesliga, 4. Spieltag / BVB 5 1. FC Köln 0

Die Borussia zeigte sich deutlich besser erholt von der Pleite in London als der FC. Der Plan der Gäste ging nur zwei Minuten auf. Nach dem Rückstand versuchten sie es mit mehr Pressing, doch am Ende trug der seriöse, geduldige Auftritt der Schwarz-Gelben reiche Früchte. Es sei denn, ein angekündigter Protest der Kölner hätte Erfolg…

Drei Gedanken zum Spiel

Nein, lieber Jörg Schmadtke, mit dem Videobeweis wird nicht alles besser! Wer das gedacht hatte, litt an naiver Technikgläubigkeit. Es war durchaus abzusehen – und wurde von manchen Warnern auch vorhergesagt – dass mit der Einführung nicht alle untersuchten Szenen unstrittig geklärt werden. Und dass sich sogar neue Probleme daraus ergeben können. Nun verlangt der FC also eine Neuansetzung der Partie, weil der Schiedsrichter Bruchteile von Sekunden früher gepfiffen hat als Papa Sokratis‘ Ball im Tor landete – das dann nach Videobeweis gegeben wurde. Natürlich hätte nach dem Pfiff niemand den Treffer mehr verhindern können. Also wegen dieses Fehlers das Spiel wiederholen? Ernsthaft, Herr Schmadtke? Verhältnismäßig?

Zum jetzigen Zeitpunkt muss man den BVB-Verantwortlichen zur Transferpolitik gratulieren. Lassen wir mal Jadon Sancho außen vor: Die anderen Neu-Schwarz-Gelben haben sich zumindest in dieser personell angespannten Frühphase der Saison als echte Verstärkungen erwiesen. Andriy Yarmolenko und Maximilian Philipp zeigten heute im Duett so viel Spielwitz und technische Fähigkeiten, dass man den soeben für vier Monate verletzten Ousmane Dembelé schon nicht mehr vermisst.

Dan-Axel Zagadou legte wieder einen sauberen Auftritt links hinten hin. Ömer Toprak agierte ebenfalls absolut souverän. Mahmoud Dahoud sah in der ersten Hälfte wie der ‚Verlierer‘ unter den Neuzugängen aus, doch er steigerte sich, als die Kölner abbauten und konnte am Ende noch eine Torvorlage bei Philipps zweitem Treffer verbuchen.

10:0 Tore in der Bundesliga – so viel kann an unser Abwehr nicht falsch sein. Bitter, dass wir ausgerechnet am 1. CL-Spieltag zu den Spurs mussten. Aber sonst gibt es keinen Grund zu meckern. Selbst wenn das in den vorherigen Spielen nicht immer sattelfest aussah – am Ende zählt dass irgendjemand die Bälle klärt. Oder sie nicht rein gehen. Marcel Schmelzer wurde nicht vermisst. Wenn man heute jemanden kritisieren will, dann sein Pendant auf der anderen Seite. Lukasz Piszczek machte ein vergleichsweise mäßiges Spiel. Er lief viel, gewann auch Zweikämpfe, aber leistete sich ein paar Ungenauigkeiten, die von einem besser aufgelegten Gegner bestraft werden könnten.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Zagadou – Sahin (67. Weigl) – Castro, Dahoud – Yarmolenko (66. Pulisic), Aubameyang (85. Isak), Philipp. Tore: Philipp (2), Aubameyang (2, davon 1 EM), Sokratis

Vom Trauma zum Traumstart

1:2 im Play-Off-Finale, danach noch den „Young Player of the Year“ und zuletzt den Finaltorschützen verloren – man könnte vermuten, dass der englische Viertligist Exeter City ein wenig länger für den Neuaufbau braucht. Ollie Watkins und David Wheeler, die beiden angesprochenen Spieler, gehörten zu den Säulen des Teams. Nun verdienen sie ihr Geld aber nicht mehr im Südwesten des Landes, sondern in der Metropole London, bei den Zweitligisten Brentford und Queens Park Rangers.

Der über einen Supporters Trust fangeführte Fußballklub aus Exeter ließ Spieler gehen und sich Zeit mit Neuverpflichtungen. Um es am „Transfer Deadline Day“ schließlich krachen zu lassen. Flügelspieler Wheeler ging, doch Trainer Paul Tisdale holte gleich vier Neue. Vom schottischen Erstligisten FC Aberdeen kam Angreifer Jayden Stockley für eine Rekordablösesumme. Um das ins Verhältnis zu setzen und obwohl die genaue Summe nicht bekanntgegeben wurde: Wir reden hier von sechsstelligen Beträgen.

Ein Spieler mit einigen Minuten Premier League-Erfahrung kam aus London von Crystal Palace: Hiram Boateng verstärkt das defensive Mittelfeld. Und ebenfalls aus der ersten Liga, von West Bromwich Albion, konnte Tisdale noch zwei Youngster auf Leihbasis loseisen: Rechtsverteidiger Kane Wilson und Offensivmann Kyle Edwards. Stockley ist mit 23 Jahren der Älteste des Quartetts. Weiterlesen →

Der Haben-wollen-Transfer: Jadon Sancho kommt von Manchester City

Auch am letzten Tag der Transferperiode gingen die Aktivitäten bei Borussia Dortmund weiter. Doch es gab – außer Hendrik Bonmann – keine weiteren Abgänge mehr. Vielmehr haben die Schwarz-Gelben in letzter Minute noch Jadon Sancho von Manchester City geholt. Der 17-jährige englische Flügelspieler wurde bei der U17-EM in Kroatien zum Spieler des Turniers gewählt.

Der BVB zahlt laut Kicker sieben Millionen Euro an die Citizens, obwohl es hätte weniger sein können. Da Sancho in Manchester nur einen Ausbildungsvertrag hatte und diesen schon vor Wochen rechtmäßig kündigte, wäre über eine Entschädigung von einem Tribunal entschieden worden – dies hätte der Borussia aber zu lange gedauert.

Sancho gilt in England als großes Talent. Doch jetzt kommt das Aber: Nicht nur, dass wir Ähnliches auch von Emre Mor und Alexander Isak gehört haben. Jadon spielt auch noch auf einer Position – offensiv außen – die nun wirklich gut besetzt ist, spätestens seit Andriy Yarmolenkos Verpflichtung. Ob der Neuzugang da auf mehr Spielzeit kommt als etwa Mor – oder wenigstens genauso viel? Michael Zorcs Wortwahl deutet darauf hin, dass man Sancho langsam heranführen will und das dem Spieler auch dargelegt hat:

Wir sind überzeugt, dass wir diesem noch sehr jungen Spieler dabei helfen können, sein Spiel weiterzuentwickeln und mittelfristig eine echte Bereicherung für unser Team zu werden.

Fragt sich nur, wie lange Sancho Geduld haben wird. In Manchester sollte er zuletzt mit der zweiten Mannschaft trainieren – das ist in Dortmund ausdrücklich nicht vorgesehen. Doch trotz dieses ‚Fortschritts‘: Wie lange gibt sich ein junger Spieler damit zufrieden, vielleicht nicht mal im Spieltagskader zu stehen?

Was haben sich also die BVB-Verantwortlichen bei der Verpflichtung gedacht? Angeblich war man Jadon Sancho schon länger auf den Fersen. Auch der FC Bayern und Real Madrid sollen interessiert gewesen sein. Wollte man ihn nicht zu einem anderen Topklub gehen sehen? Wollte man den Ruf als Verein der Teenie-Stars nicht verlieren? Oder ist Sancho sogar ein wenig Spekulationsobjekt, da man ihn wohl selbst dann teurer verkaufen könnte, wenn er gar nicht für Schwarz-Gelb aufläuft? Was man sonst nur von BVB-Hassern hören würde, kommt einem in Tagen wie diesen gar nicht mehr so abwegig vor.

Sollte sich Jadon Sancho dagegen durchsetzen, werden andere Spieler nicht spielen. Wenn man mal von Einzelschicksalen weg aufs sehr große Ganze blickt, hat der BVB sein erklärtes Ziel, den Kader zu verkleinern, krachend verfehlt. Ja, man liegt mit 29 Mann knapp unter den 30. Aber angestrebt waren um die 25 und selbst das ist noch mehr als genug. Es wird viele Unzufriedene geben und natürlich auch höhere Ausgaben für Gehälter als eigentlich nötig. Der BVB passt sich in vielem dem Gebaren der ‚Superklubs‘ an und das ist ausgesprochen zweifelhaft.

Weiter geht’s: Toljan da, Passlack weg

Keine Atempause auf dem Transfermarkt: Schon seit einigen Tagen wurde über eine Art Tauschgeschäft mit der TSG Hoffenheim spekuliert, das Jeremy Toljan und Felix Passlack betreffen sollte. Kurzzeitig schien der Deal wegen des geplatzten Verkaufs von Erik Durm an den VfB Stuttgart in Frage zu stehen. Gestern verdichteten sich wie berichtet die Erkenntnisse, dass er doch bevorsteht. Heute Vormittag war es so weit.

Der BVB holt also den U21-Europameister und beidseitigen Außenverteidiger Jeremy Toljan (23) aus Sinsheim. Er erhält einen Fünfjahresvertrag. Im Gegenzug wird der U19-Nationalspieler und beidseitige Außenverteidiger Felix Passlack ohne Kaufoption für zwei Jahre an die TSG verliehen. Die Borussia lässt sich Toljan laut Kicker sieben Millionen Euro plus Boni kosten.

Das macht nur Sinn, wenn Michael Zorc, Aki Watzke und Peter Bosz Jeremy Toljan nicht nur für den derzeit besseren Außenverteidiger halten, sondern der Trainer auch vor hat, ihn einzusetzen. Denn Toljans Vertrag wäre nächsten Sommer ausgelaufen; er hätte dann ablösefrei zum BVB wechseln können. Das heißt im Idealfall: Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek haben sich ab sofort echter Konkurrenz zu stellen. Dan-Axel Zagadou hat auch schon gezeigt, dass er die Position ordentlich spielen kann.

Ob sich Toljan dauerhaft gegen einen der beiden Platzhirsche durchsetzen kann, ist eine andere Frage. In knapp vier Jahren seit seinem Bundesligadebüt für die TSG kam er dort auf 56 Einsätze. In der aktuellen Saison hat er allerdings die kompletten 180 Minuten absolviert. Was man mit großer Wahrscheinlichkeit sagen kann: Jeremy Toljan hat noch mehr Entwicklungspotenzial als Schmelle und Piszczu. Die wohl größte Baustelle der Borussia scheint endlich ernsthaft angepackt zu werden.

Felix Passlack könnte nach zwei Jahren zum BVB zurückkehren. Dafür steht ein Anderer, der wirklich ein schwarz-gelbes Herz hat, vor einem Wechsel zum prominenten Regionalligisten 1860 München. Torwart Hendrik Bonmann sagte Schwatzgelb.de: „Mein größter Traum ist und bleibt Borussia Dortmund.“ Doch schon zum Zeitpunkt des Interviews im April war klar, dass es Bonmann in der ersten Mannschaft wie in der U23 trotz guter Leistungen schwer haben würde. Die Ersatzbank im Westfalenstadion ist schließlich ein weiteres Jahr mit Roman Weidenfeller besetzt. Und im Kader der U23 gehen die Plätze für ältere Spieler aus. Vielleicht gibt es ja irgendwann eine Rückkehr als Nummer Eins oder Zwei.

Emre Mor: Vigo statt Mailand

Es tut sich so einiges in Dortmund: In diesem Jahr ist die Borussia beim „Transfer window countdown“ gut vertreten. Heute, zwei Tage vor Ende der Wechselperiode, ging der Transfer von Emre Mor über die Bühne. Doch nicht in Mailand oder Turin ist der 20-Jährige gelandet, sondern in Vigo, in Galizien im Nordwesten Spaniens. Vigo ist eine Hafen- und Universitätsstadt mit fast 300.000 Einwohnern, doch der örtliche Erstligist ist bescheiden in die Primera Division gestartet und dürfte in dieser Saison keine bedeutende Rolle spielen.

Der BVB kassiert angeblich 13 Millionen Euro für Mor. Das wäre eine ganze Ecke mehr als man vor einem Jahr nach Dänemark überwiesen hat, auch wenn die Gewinnspanne nicht dembelesk ist. Emre Mor wurde uns als der „türkische Messi“ angekündigt. Natürlich nahm das niemand wortwörtlich. Der Junge wusste in Ansätzen zu überzeugen – in erster Linie, was Technik und Antritt angeht. Er war aber zu weit davon entfernt, ein kompletter Spieler zu sein. Zu weit für die Ansprüche des BVB. Mor war zu oft eigensinnig und impulsiv, rannte sich fest, traf falsche Entscheidungen.

Ob er sein angenommenes Potenzial bestätigen kann und wir uns irgendwann noch schwarz ärgern, ihn nicht gehalten zu haben? In Vigo ist Ersteres möglich, in Dortmund wohl nicht, weswegen die Entscheidung so oder so nachvollziehbar ist, vom Spieler wie vom Verein. Dass Mor wirklich so durch die Decke geht wie Dembelé wage ich allerdings zu bezweifeln.

In anderen Nachrichten wurde heute vom Kicker gemeldet, dass auch ohne einen Abgang von Erik Durm der Hoffenheimer Außenverteidiger und Junioren-Europameister Jeremy Toljan im Anflug auf Dortmund ist. Fünf Millionen soll er kosten; im Gegenzug könnte Felix Passlack an die TSG verliehen werden. Für mich ein Transfer, der ggf. absolut Sinn macht, hege ich doch schon lange Zweifel an der Spitzenqualität unserer Außenverteidigung. Toljan könnte übrigens auf beiden Seiten spielen, ist aber ebenfalls noch kein fertiger Spieler.

Yarmolenko kommt für Dembelé

Nahezu zur selben Zeit, als Ousmane Dembelé in Barcelona nach einiger Verzögerung seinen Vertrag unterschrieb, gab Borussia Dortmund offiziell seinen Nachfolger bekannt: Andrey Yarmolenko kommt von Dynamo Kiew und bindet sich bis 2021 an die Schwarz-Gelben. Der 27-jährige Außenstürmer ist vielfacher ukrainischer Nationalspieler mit einer stolzen Torbilanz – 137 Treffer in 339 Pflichtspielen für Dynamo.

Er ist jedoch ein anderer Spielertyp als Dembelé. Neben dem Alter ist die Größe ein offensichtlicher Unterschied: Während der junge Franzose durchschnittliche 1,78 Meter misst, ragt Yarmolenko mit seinen 1,89 Meter doch ziemlich heraus. Dementsprechend gilt Letzterer nicht als filigraner Dribbler, aber durchaus als trickreich und durchsetzungsfähig. Und ein paar Kopfballtore mehr können wir von ihm wohl auch erwarten.

Der BVB soll schon mehrmals hinter Andrey Yarmolenko her gewesen sein. Jetzt hat es also geklappt. Sicher auch, weil das nötige Kleingeld da war – oder wie will man kolportierte 25 Millionen Euro in diesen Tagen bezeichnen? Als Dembelé-Ersatz ist der Ukrainer dennoch eine kleine Überraschung – aber vielleicht eine schlaue Lösung. Ein derart körperlich robuster Spieler fehlt der Borussia noch in der Offensive. Er erweitert unsere Möglichkeiten und verbaut dennoch nicht alle Chancen für Christian Pulisic, ist vielmehr ein ebenbürtiger Konkurrent. Man sollte es sich natürlich auch nicht schönreden: Im Normalfall wird nur einer von beiden spielen.

Einen Konkurrenten weniger dürften Christian und Andrey allerdings bald haben: Wie Spox.com treffend festgestellt hat, spricht die Rückennummer 9 des Neuzugangs dafür, dass deren bisheriger Träger Emre Mor den BVB noch vor Ende des Monats verlassen wird. Es bleibt also spannend, auch wenn die dicksten Brocken jetzt durch sein sollten. Andrey Yarmolenko ist einer davon. Spannend werden nun seine ersten Auftritte. Wollen wir hoffen, dass sich das geduldige Warten der Borussia auszahlt. Ich bin da zuversichtlich gestimmt.

Dortmund bleibt Spitze

1. Bundesliga, 2. Spieltag / BVB 2 Hertha BSC 0

Im Spiel gegen Hertha BSC, eine dieser nicht gerade brillanten, aber schwer zu schlagenden Bundesligamannschaften, zeigt Borussia Dortmund, dass man auch ohne Ousmane Dembelé weiter ist als wohl viele vor zehn Tagen gedacht hätten. Zumindest bis zu den Sonntagsspielen bleiben die Schwarz-Gelben ohne Gegentor an der Tabellenspitze.

Drei Gedanken zum Spiel

Die Borussia kann auch beharrlich sein, ohne kopflos zu werden. Wer gedacht hatte, dass Peter Boszs Spielphilosophie bedingungslose Offensive bis zum Leichtsinn beinhalte, wurde eines besseren belehrt. Natürlich war die Hertha gestern auf Konter aus – und versuchte es hinten mit zwei dicht gestaffelten Viererketten, um dem BVB nur den Weg ins Abseits zu gestatten. Letzteres klappte aus Gästesicht auch phasenweise sehr gut. Bloß dass die schwarz-gelbe Defensive eben auch auf der Hut war.

Das Spiel machte die Borussia ohnehin. Aber eben geduldig und aufmerksam, um in dem Moment da zu sein, wenn sich doch eine Lücke zeigte. Natürlich ist hier besonders Nuri Sahin zu nennen, der wie Christian Pulisic letzte Woche ein Tor von Aubameyang vorbereitete und dann mit einem Hammerschuss selbst traf. Dass es gegen später noch Chancen auf beiden Seiten gab, ist gegen einen Europa League-Teilnehmer absolut OK. Weiterlesen →

Neymar, Dembelé und die Folgen

Die Zahlen liegen auf dem Tisch: In ungewohnter Offenheit hat Borussia Dortmund heute auf seiner Webseite die Summe genannt, die der bevorstehende Wechsel von Ousmane Dembelé zum FC Barcelona in die Vereinskassen spülen wird. Wirklich überraschend ist diese umfassende Bekanntgabe natürlich nicht. Schließlich sollen Aktionäre und Fans wissen, dass man finanziell ein gutes Geschäft gemacht hat.

Es geht um eine fixe Ablösesumme von 105 Millionen Euro, die durch diverse Boni auf knapp 150 Millionen steigen kann. Der „Kicker“ rechnet damit, dass sie am Ende etwa 140 Millionen betragen wird – eingerechnet sind die Nachschläge, die an wahrscheinlich eintreffende Bedingungen geknüpft sind. Am Erlös wird auch der vorherige Klub des Spielers, Stade Rennes, in beträchtlichem Ausmaß partizipieren. Der Transfer kommt zustande, wenn Dembelé am Montag in Barcelona den Medizincheck besteht.

Nun geht also ein kurzes Kapitel schwarz-gelber Spielergeschichte zu Ende, das richtig geil anfing, aber äußerst unrühmlich endete. Leider wird über das Verhalten von Ousmane Dembelé schnell Gras wachsen, wenn er mit Barca neue Schlagzeilen schreibt. Natürlich werden wir BVB-Fans uns noch eine Weile an sein Pokaltor gegen Bayern erinnern, aber ansonsten ist mein Bedürfnis, über Dembelé persönlich zu reden, eher gering. Was ihn letztendlich zu seinem Streik veranlasst hat, ist aber dennoch noch einen Gedanken wert. Schon komisch, dass gleich zwei Spieler, an denen der FC Barcelona interessiert war, in den letzten Tagen nicht trainiert haben. Gerard Piqué vom katalanischen FCB vermutet ja auch beim angeblich kranken Philippe Coutinho vom FC Liverpool eine Arbeitsniederlegung. Komplett die Idee der Spieler? Weiterlesen →

Und jährlich grüßt CR7

Es reicht nicht, dass Cristiano Ronaldo erneut „Fußballer des Jahres“ geworden ist – er darf dieses Jahr auch wieder gegen Borussia Dortmund antreten. Außer wir erleben noch den spektakulärsten Last-Minute-Transfer seit Menschengedenken, der den von Ousmane Dembelé locker in den Schatten stellen würde.

Bei der Auslosung der Champions League-Gruppenphase in Monaco hat der BVB Real Madrid, Tottenham Hotspur und Apoel Nikosia zugeteilt bekommen. Und damit – so auch der Medientenor – die schwerste Gruppe mit deutscher Beteiligung. Unsere Freunde aus Leipzig, gezogen aus Lostopf 4, bekommen es mit unserem diesjährigen Viertelfinalgegner AS Monaco, dem FC Porto sowie Besiktas zu tun. Für den FC Bayern ist sportlich wohl nur das Duell mit PSG eine echte Herausforderung.

Man kann über die Einteilung der Lostöpfe diskutieren. In Topf 1 kommt man nicht mehr als Verein mit besonders gutem UEFA-Koeffizient, sondern als Meister einer der acht Topligen. Man kann aber auch das System der Lostöpfe insgesamt in Frage stellen. Denn hätten nicht kleinere Mannschaften viel bessere Chancen, wenn es auch mal zu einer wirklichen Hammergruppe kommen könnte? Wäre das nicht die sportlich fairste Lösung?

Jammern braucht also sicher keiner der Klubs in Topf 1 oder 2. Natürlich kann sich die Borussia gegen die Spurs durchsetzen. Auch wenn Dembelé gehen sollte. Das und seine Nachfolge sind derzeit ohnehin die spannenderen Fragen für Schwarz-Gelb.