Aktion Save Andy

Wenn der BVB mit kühlem Kopf in das morgige Derby in Gelsenkirchen ginge, dann würde Jürgen Klopp mal schön durchrotieren, einigen unserer vielversprechenden Nachwuchskräfte einen längeren Einsatz gönnen und ein paar Stammspieler für das schwierige Heimspiel gegen Herbstmeister Hoffenheim schonen. Die drei Punkte, die wir dann eventuell in der Turnhalle ließen, wären ein echter Trojaner, da sie für eine hoffentlich lange Verlängerung der Manager-Karriere von Andy Müller beim FC Schalke sorgen würden. Aber so läuft das halt nicht im Derby und vielleicht tun wir den Blauen mit einem Derbysieg einen Gefallen. Muss ich hinzufügen, dass das trotzdem gut so wäre?

Die Ausgangslage ist klar und macht die morgige Begegnung wieder einmal zu einem brisanteren Derby. Achter gegen Neunter, Strampeln im Mittelfeldsumpf. Jede weitere Niederlage macht es sehr unwahrscheinlich, den Anschluss an Platz 5 wiederherstellen zu können. Was für den S04 ohnehin nur das Minimalziel ist. Trotzdem täte auch der BVB (selbst rein objektiv gesehen) gut daran, den schwachen Start in die Rückrunde vergessen zu machen. Mit einer richtigen Derbyklatsche wäre die Stimmung in Dortmund gefährlich nahe am Kippen. Die Schalker haben immerhin noch den Pokal als Trost.

Schwarz-Gelb muss nach der harten roten Karte gegen Cottbus nun ’nur noch‘ zwei Spiele auf Young-Pyo Lee verzichten. Das DFB-Sportgericht reduzierte die ursprünglich geforderte Strafe von drei Spielen Sperre für den unabsichtlichen Tritt (man könnte auch sagen: Hohes Bein mit Körperkontakt) des Koreaners entsprechend, da gewürdigt wurde, dass Lee den Ball spielen wollte. Dagegen kommen zwei Übeltäter beim Gegner vorerst ungeschoren davon: Nichts Neues gibt es von den möglichen Ermittlungen gegen Jefferson Farfan wegen eines  Griffs ins Gesicht des Bochumers Imhof. Und Rafinha, der unfairste Spieler der Liga, kommt aufgrund der Tatsachenentscheidung von Schiedsrichter Kircher bis auf eine vereinsinterne Geldstrafe ungeschoren mit dem Schlag gegen Stanislav Sestak davon. Damit wird er auch in diesem Derby wieder ein heißer Kandidat für einen Platzverweis sein. Pfeifen wird morgen übrigens der Bayer Wolfgang Stark – kein Mann, in den ich besonderes Vertrauen habe.

Die personelle Situation stellt sich damit so dar, dass die Gastgeber in Bestbesetzung auflaufen können; höchstens Abwehrchef Bordon dürfte durch eine Armmanschette leicht gehandicappt sein. Der BVB muss neben Lee, Dede und Hummels auch Tinga und weiterhin Kuba ersetzen. Dass uns Letzterer enorm fehlt, haben die letzten Spiele gezeigt. Bei der Genesung des Polen soll kein Risiko eingegangen werden, weswegen erst in zwei bis vier Wochen mit seiner Rückkehr gerechnet werden kann. Tinga halte ich nach den letzten Eindrücken nicht für unersetzbar; Florian Kringe wird gerade im Derby alles geben. Sorgen macht, wie schon am Montag angesprochen, eher die Besetzung der Defensivreihe.

Einen weiteren Grund, warum wir Andy Müller doch nicht retten können, hat unterdessen Gerald Asamoah geliefert. Der zweite Derby-Buhmann gibt Jürgen Klopp beste Motivationshilfe:

Wir wollen uns nicht auf eine Stufe mit Dortmund stellen. Wir haben andere Ziele. Am Freitag heißt es gewinnen, sonst nichts. [Quelle: Kicker]

Als Kneipenschauer kann ich da nur noch sagen: Freitagabend, Derby – was kann es Schöneres geben?

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