BL 25.Spieltag / BVB 1 Werder Bremen 0

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Der Elfmetermann bezwingt Bremen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede (85. Schmelzer), Santana, Subotic, Owomoyela – Kehl – Kringe (79. Sahin), Tinga – Hajnal – Frei (79. Kuba), Valdez.

Ich hatte es geahnt und es hat sich bewahrheitet: Bremen war der richtige Gegner zur richtigen Zeit. Der BVB landet den überfälligen ersten Sieg der Rückrunde und bleibt damit (natürlich) zuhause weiterhin ungeschlagen. Es lief ein wenig spiegelbildlich zum Pokalspiel: Diesmal hätten die Gäste in der ersten Halbzeit durch Pizarro in Führung gehen müssen, ließen aber in der zweiten Hälfte nach – und Alex Frei schlug zu.

Ein gutes Spiel war es nicht. Ob es am Europapokal lag – wer weiß, aber die Bremer wirkten weniger hungrig als die Schwarz-Gelben, auch wenn sie besser begannen. Denn zunächst waren die Gäste kombinationssicherer, ließen wie im Pokalspiel den Ball schön laufen. Allerdings ohne zwingend zu werden; da muss man der zuletzt gescholtenen BVB-Defensive ein Kompliment machen – bis auf wenige Szenen machten hinten alle eine gute Partie. Santana überzeugte immer wieder durch seine Schnelligkeit, Subotic war wieder fast der Alte, Owomoyela machte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber erwartungsgemäß ein ordentliches Spiel und über Dede kann man sich einfach nur freuen: Da fehlt fast nichts mehr, der war im dritten Spiel nach der langen Pause schon wieder ähnlich stark wie früher, auch offensiv.

Ohne Zweifel spielte auch Käptn Kehl eine wichtige Rolle: Der nahm Diego weitgehend aus dem Spiel und konnte sich einige Male ins Angriffsspiel einschalten. In der 26. Minute hatte er nach einer Valdez-Flanke die Führung auf dem Fuß, sein Schuss konnte gerade noch von Pasanen geblockt werden. HÄTTEN die Bremer dann die schon angesprochene Chance durch Pizarro genutzt, HÄTTE es anders laufen können, aber der Peruaner setzte den Aufsetzer aus kurzer Distanz über das Tor – weswegen später der Sportschau-Kommentator gleich wieder spekulierte, ob der Stürmer nicht doch andere Dinge im Kopf habe.

Die vergebene Chance rächte sich diesmal für die Bremer. Im Lauf der zweiten Halbzeit merkte man mehr und mehr das Fehlen von Thorsten Frings im Mittelfeld, den Gästen fehlte ein Organisator, einer, der von hinten aufbaut. Durch viel Laufarbeit erarbeiteten sich die Schwarz-Gelben da ein Übergewicht und unterbanden das Bremer Kombinationsspiel. Dass auch auf unserer Seite noch viele ungenaue Pässe dabei waren, vor allem in der ersten Hälfte, war nicht anderes zu erwarten.

Den Sieg haben wir nicht nur dem Torschützen, sondern auch Nelson Valdez zu verdanken. Der wurde einmal allein vor Wiese zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen. Dann kam er im Strafraum zu Fall, als sich zuerst sein Trikot an Prödls Fuß verhakte und der Abwehrspieler sich ihm dann in den Weg warf. Da hätte man schon Elfer geben können, auch wenn ich das vor der Leinwand etwas gelassener sah als wohl die meisten im Stadion. MMn war der Strafstoß, der dann wenige Minuten später vom guten Schiedsrichter Kircher gegeben wurde, der klarere: Ein kräftiger Schubser gegen Nelson, bei dem der keine Chance hatte, auf den Beinen zu bleiben. Tim Wiese hampelte dann vor und während der Ausführung des Elfers noch ein bisschen rum, aber den Schweizer Vollstrecker kümmerte das nicht im Geringsten. Schon sensationell, wie sicher Alex Frei die immer verwandelt: Immer perfekt platziert und hart geschossen. Erklärungbedürftig dagegen dann sein Jubel mit der Hand hinterm Ohr vor der Südtribüne. Die Beziehung Frei-Dortmund wird wohl noch eine Weile eine Baustelle bleiben. Zurück zu Valdez: Der traf also wieder nicht, bewies aber nachdrücklich seinen Wert für die BVB-Offensive – kein Vorwurf diesmal.

Die Schwarz-Gelben hatten danach u.a. durch Kringe wiederholt die Möglichkeit zur Entscheidung und zeigten in der zweiten Hälfte eine durchaus ordentliche Leistung, aber dass gegen Bremen meistens bis zum Schluss gezittert werden muss, ist ja nix Neues. Fünf Minuten vor Schluss rettete Weidenfeller mit einem tollen Reflex nach einem Schuss von Pizarro – viel mehr Zwingendes kam nicht von den Gästen. Bei denen spätestens jetzt, wenn auch unausgesprochen, Pokal und UEFA Cup Vorrang haben dürften. Mal sehen ob sie gegen Udine besser aussehen als wir.

Schön wars gestern. Ein Arbeitssieg, aber verdient. Mit einer ziemlich geschlossenen Mannschaftsleistung. Die Spieler haben letztendlich so gespielt, wie man gegen ein technisch etwas stärkeres Team spielen muss. Stichwort Technik: Nach 79 Minuten feierte gestern endlich auch Kuba sein Comeback in schwarz-gelb. Ohne noch viel auszurichten, aber es war so etwas wie ein Versprechen. Wenn Jakub gesund bleibt und dann in zwei Wochen in Berlin aufläuft, könnte das ein wichtiger Baustein sein, um auch beim von Stuttgart entzauberten Tabellenführer was zu holen.

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