BL 31.Spieltag / BVB 4 Karlsruher SC 0

Standard

Sieben auf einen Streich.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Kehl – Sahin, Kuba (74. Kringe) – Hajnal (68. Boateng) – Frei, Valdez (75. Zidan).

Der BVB holt den nächsten Vereinsrekord! Nach den etwas weniger erfreulichen meisten Unentschieden in einer Saison wurde jetzt die längste Siegesserie unserer Bundesliga-Geschichte aufgestellt, sieben Siege hintereinander. Zugegeben, der KSC war dafür ein dankbarer Gegner. Bedenken musste man allenfalls kurz haben, ansonsten war überdeutlich, dass hier eine Mannschaft, die sich in einem Rausch befindet, einem Spielrausch, gegen eine Mannschaft spielt, die mitten im Abstiegskampf steckt, aber weiß, dass sie keine Tore schießen kann.

Es war nun nicht so, dass sich die Schwarz-Gelben Beine ausrissen gestern, aber es war wieder ein überzeugender Sieg mit mindestens drei schönen Toren. Der Reihe nach. Der BVB erneut unverändert, für Rotation gibts bei uns auch wirklich keine Gründe. Die erste Chance des Spiels hatte sogar der KSC, aber der Schuss von deren gefährlichstem Stürmer Sebastian Freis zeigte schon, warum das was wird mit den Badenern und der zweiten Liga. Die Schwarz-Gelben antworteten bald, nach einer schönen Flanke von Kuba zog Hajnal den Ball von rechts knapp am Tor vorbei.

Überhaupt Kuba. Es war ohnehin immer nur eine Frage der Zeit, aber gestern war der Aufwärtstrend da. Vor allem in der ersten Hälfte hatte er einige gute Szenen – die beste war das 1:0. Schönes Zuspiel von Frei auf Kuba, der rechts im Strafraum aus  spitzem Winkel direkt abzieht – und wieder ein Klasse-Tor, das dem BVB erneut eine Nominierung fürs „Tor der Woche“ einbringen sollte. Es zeigte sich allerdings im Anschluss, dass auch die Jungs von Klopp nicht komplett den mentalen Schongang vermeiden können, den man bei einer Führung gegen den harmlosen Tabellenletzten dann gerne einlegt. Sie ließen die Gäste zurück ins Spiel, standen plötzlich völlig ohne Not im Mittelfeld teilweise zehn Meter von den Gegenspielern weg.

In der 40.Minute wäre diese Gangart fast in einem Freak-Gegentor kulminiert. Ohne unsere Hilfe hätten es die Karlsruher wohl nicht geschafft, aber wenn Torwart Weidenfeller und Santana beide gleichzeitig in den Zweikampf mit dem harmlosen KSC-Stürmer Kennedy und zum Ball wollen, springt der Ball dann eben Kennedy an die Hacke und hätte auch ins Tor und nicht nur an den Pfosten rollen können. Nicht, dass der BVB das Spiel nicht trotzdem gewonnen hätte – es wäre aber bezeichnend für diese unnötig lässige Spielphase gewesen. In den letzten Minuten der ersten Hälfte rissen sich die Spieler aber noch mal zusammen und Owomoyela hätte nach einem Eckball mit einem Kopfball erhöhen können, Miller hielt jedoch.

Die zweite Halbzeit wurde vom BVB dann wieder sehr souverän gestaltet, fast schon routiniert – im positiven Sinne. Valdez hatte gestern zwar wiederholt Abschlusspech, hätte aber in einer Szene einen Elfmeter kriegen können, als ihm kurz vor dem Tor gegen das Bein getreten wurde. So brachte man den Sieg eben mit Standards unter Dach und Fach. Wie gut es für Nuri Sahin gerade läuft, zeigte der mit einem Klasse-Freistoßtor zum 2:0. Das hätte ich ehrlich gesagt Hajnal oder Frei zugetraut, Nuri jetzt nicht so, aber die Mannschaft überrascht mich immer aufs Neue! Nach dem Tor war schon klar, dass das Spiel gelaufen war, aber diesmal steckten die Spieler nicht zurück. Boateng erhielt nochmals die Gelegenheit zu zeigen, warum wir für ihn einige Millionen ausgeben sollen und gegen den KSC gelang ihm dies mal wieder.

Zunächst kam allerdings Santana nach einer Ecke von Sahin frei zum Kopfball und unterstrich einmal mehr die Torgefährlichkeit unserer Abwehr. Boatengs guter 22 Minuten-Auftritt wurde dann in der 80.Minute gekrönt, als er einen Super-Steilpass auf Alex Frei spielte, der den Ball Torjäger-haft routiniert an Miller vorbeilegte. Von Karlsruhe kam schon länger keine echte Gegenwehr mehr; somit bleibt unter dem Strich ein Sieg, der die sehr ordentliche Tordifferenz weiter aufbessert.

Es war ohne Zweifel, allenfalls mit kurzer Unterbrechung, wieder eine gute Leistung der Schwarz-Gelben, es ist ein neuer Vereinsrekord und wir stehen mindestens bis 18.45 Uhr auf Platz 5. Unglaublich, vor allem diese unheimliche Konstanz auf einmal. Macht unglaublich viel Spaß! Aber das Spiel gestern kann nicht der Maßstab für die letzten drei Spiele und schon gar nicht für Dienstag sein. Der KSC braucht ein spielerisches Wunder, um noch drinzubleiben, denn die Badener sind in Sachen Torgefahr allen Abstiegskandidaten unterlegen und ohne Tore wird es nicht reichen ;-) .

Für den BVB wird zum einen das Nordderby gleich spannend. Die Frage, ob die Bremer bereit sind, für ein ‚Triple‘ gegen die Rivalen noch mal an ihre Grenzen zu gehen. Sollten wir durch einen HSV-Sieg heute Abend wieder drei Punkte Rückstand auf den Europa League-Platz haben, ist ein Sieg in Wolfsburg fast zwingend, denn die Hamburger haben, wie übrigens auch die Berliner, ein machbares Restprogramm. Dienstag in Wolfsburg und vielleicht indirekt Stuttgart am letzten Spieltag in München – das könnten die Partien sein, die entscheidend sind.

Für die meisten Spieler wäre Platz 6 inzwischen eher eine Enttäuschung; nicht anders kann man die Äußerungen von Tinga im aktuellen Stadionheft interpretieren:

Wir Profifußballer wollen immer das Maximum erreichen. In unserem Falle, wo wir so nah dran sind, wollen wir natürlich einen Platz im internationalen Geschäft. Wenn das nicht klappt, weiß ich nicht, ob wir dann zufrieden wären. (Borussia Aktuell Nr. 16/17)

Für mich, und ich denke für viele  andere Fans auch, ist wichtiger, dass in Dortmund in dieser Saison etwas aufgebaut wurde, dass die Spielkultur wieder da ist, dass man wieder näher herangekommen ist an die Top 5. Ich bin schon dankbar, dass wir jetzt noch zwei potenziell super-spannende Wochen haben werden – mit dem Kracher am Dienstag Abend, auf den die ganze Liga schauen wird!


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