Rückrundenzeugnisse 08/09

Standard

Über zwei Wochen sind schon vergangen seit dem aus schwarz-gelber Sicht dramatischen Saisonfinale in der 1.Bundesliga – höchste Zeit, sich Gedanken über die Leistungen der einzelnen Spieler in der Rückrunde zu machen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, denn dem bis aufs letzte Spiel grandiosen Schlussspurt ging ein zäher Auftakt voraus. Für die Bewertungen (1-10 Punkte, max. 10) lege ich nur die Leistungen der Rückrunde zugrunde; aufgeführt sind nur Spieler, die genügend Partien bestritten haben.

Roman Weidenfeller: Roman hat seinen Aufwärtstrend in der Rückrunde eindrucksvoll bestätigt, war zu Beginn der einzige stabile ‚Defensivmann‘, später der Rückhalt einer sich steigernden Abwehr. Einige Glanzparaden, kaum Fehler, trotzdem nicht nach Asien eingeladen – ein Zeichen, dass es bei der Nationalmannschaft mehr um Vermarktung als um Leistung geht und ein weiterer Sargnagel für mein schwindendes Interesse an ihr. 8 P.

Neven Subotic: Einer dieser schwierigen Fälle, was die Bewertung angeht. Ohne Zweifel ist Neven Subotic ein Volltreffer für den BVB, gerade auf längere Sicht. Angesichts der jungen schwarz-gelben Defensive kann man sich nur freuen. Aber die Rückrunde begann Neven mit einem ausgeprägten Leistungstief, etlichen Unsicherheiten und Aussetzern. Um das Ligaspiel gegen Bremen herum fand er, wie der Großteil der Mannschaft, zurück zu seiner Form und strahlte wieder Sicherheit und Gelassenheit aus. Alles in allem gute 6 P.

Felipe Santana: In der Rückrunde war der junge Brasilianer durch den Weggang von Kovac und die Verletzung von Hummels im Dauereinsatz – und zeigte sich deutlich verbessert. Vertrauen und regelmäßige Einsätze zahlten sich aus, über die ganze zweite Saisonhälfte gesehen war Felipe der konstantere der beiden Innenverteidiger. Sehr schön, diese Entwicklung (einmal mehr kann dabei Jürgen Klopp nicht unerwähnt bleiben); seine Schnelligkeit verband er mit guten Tackles und gutem Kopfballspiel. 7 P.

Dede: Die Rückkehr nach der Winterpause war schön und beeindruckend, gerade in den ersten Spielen lief es viel besser als man nach einer so langen Verletzungspause vermutet hätte. Danach, als für Dede langsam der Alltag zurückkehrte, merkte man ihm doch an, dass ihm noch Dynamik und Explosivität fehlten, gerade in seinen Antritten nach vorne. Trotzdem: War schön, ihn wieder dabei zu haben! 6 P.

Patrick Owomoyela: Zeigte, was für ein Potenzial er hat, wenn er über längere Zeit verletzungsfrei bleibt. Patrick wirkte defensiv bis auf ein paar wenige Aussetzer sicher und zeigte nach vorne das, was man sich von einem modernen Außenverteidiger wünscht. Vielleicht die positivste Überraschung der Rückrunde. 8 P.

Sebastian Kehl: Der Kapitän war ein Spiegelbild der Mannschaft – oder umgekehrt. Am Anfang der Rückrunde tat er sich noch etwas schwer, konnte wenig Impulse nach vorne setzen, aber das änderte sich, als die Siegesserie begann. Kehl war wieder Antreiber, Abräumer und sogar Torschütze. Man kann nur hoffen, dass er dem BVB erhalten bleibt – dafür müssen wir wohl spätestens nächste Saison das internationale Geschäft erreichen. 7 P.

Florian Kringe: Ich mag den Kringe, auch wenn viele lästern. Trotzdem war es schon korrekt angesichts der Leistung seiner Konkurrenten, dass Florian in der Rückrunde nur fünf Spiele von Beginn an machte. Er wurde aber häufig eingewechselt und hat immer das Engagement gezeigt, das man von ihm erwartet. Er war für mich ein Härtefall, deswegen kriegt er auch 6 P.

Tinga: Das Mittelfeld war zum Glück gut besetzt in der Rückrunde; der Tatsache fiel auch Tinga zum Opfer, der seinen Stammplatz verlor, als die Siegesserie begann. Was ihm letztlich fehlte, war die Offensivstärke und Passgenauigkeit von Sahin und Kuba; wie bei Kringe war sein Engagement, gerade in Zweikämpfen, immer vorbildlich. 6 P.

Nuri Sahin: Klasse, wie sich der in der letzten Saison verliehene Sahin in die Mannschaft zurückgespielt hat. Auch hier ein Fall für und von Klopp. In der Rückrunde war Nuri fast nicht mehr wegzudenken aus dem Team und die Kreativachse zusammen mit Hajnal und Kuba funktionierte meistens gut bis sehr gut. Nur der Anfang war wie bei allen schwer. Das größte Plus von Nuri: Saubere Pässe. 7 P.

Kuba: Er war einer der Stars der Hinrunde, kam aufgrund einer Verletzung in der Rückrunde aber erst am 25. Spieltag wieder zum Einsatz, rechtzeitig zur Siegesserie. Die lag zunächst nicht an Kuba, in den ersten Spielen wirkte er verhalten und noch nicht sonderlich effektiv. Aber er steigerte sich zum Ende hin, schoss noch ein Traumtor und bleibt eine Verheißung für die Zukunft – und damit ist schon die nächste Saison gemeint. Knappe 7 P.

Tamas Hajnal: Er stand bis auf das erste Spiel in jeder Partie der Rückrunde in der Startelf und das zurecht. Hajnal hat Übersicht und Ideen, kann Standards schießen – ein guter Spielmacher, aber normalerweise keiner, der ein Spiel alleine entscheiden kann, wie sich in der allgemeinen Schwächephase zeigte. Trotzdem stellte Tamas für uns auch in der Rückrunde eine deutliche Verbesserung auf der 10er-Position gegenüber der Vorsaison dar. 7 P.

Kevin Prince Boateng: Tja. Ohne Zweifel ein guter Fußballer, wie er am Anfang zeigte. Dann verletzt und mit ein paar fragwürdigen Aktionen. Er konnte sein Potenzial einfach nicht oft genug zeigen, daran war er nur teilweise schuld. Angesichts der finanziellen Lage ist es wohl die richtige Entscheidung, ihn nicht zu behalten. 5 P.

Nelson Valdez: In der Rückrunde traf Nelson 5x, insgesamt 7x. Das sind für einen Stürmer keine berauschenden Zahlen, aber er hat wieder seinen Wert für die Mannschaft unter Beweis gestellt und nebenbei auch vier Treffer vorbereitet (in der Rr). Er wird kein absoluter Torjäger mehr, denke ich, aber er kann ein wertvoller Stürmer sein. Nur schade, dass es ausgerechnet in Gladbach nicht klappte, als es darauf ankam. 7 P.

Alexander Frei: Die Frage ob er bleibt oder geht, könnte die spannendste Personalie des Sommers in Dortmund werden. Ich bin von seinen Fähigkeiten überzeugt und auch wenn er einige Treffer vom Punkt erzielt hat – so eine Treffsicherheit musst du erst mal haben. In der Rückrunde bereitete Alex zudem einige Treffer vor und machte die schwache Vorrunde vergessen. Zugegeben, er glänzte nicht in jedem Spiel, und jeder Spieler hat seinen Preis, wenn er unbedingt weg will, aber die bessere Option wäre, ihn zu halten. 7 P.

Mohamed Zidan: Der in der Vorrunde zu eigensinnige Zidan kam 2009 bisher meist nur zu kürzeren Einsätzen von unter einer halben Stunde. Er erzielte immerhin noch drei Treffer und ließ sich nicht hängen – selbstverständlich ein Verdienst von unserem Herrn Klopp, einmal mehr. Mohamed kann auf jeden Fall Fußball spielen und ist ein guter Back-Up. Wenn ihm das reicht, kann er gerne bleiben. 6 P.

Und unser Trainer – Jürgen KLOPP: Hier könnt ihr euch eine Lobeshymne denken. Ganz wenig falsch gemacht. Rundum zufrieden. 9 P.


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