Der Vertrag, den es nie gab

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Es ist eine seltsame Geschichte und ein Ansporn für mich, noch genauer zu sein. Letzten Dezember verkündete Any Given Weekend die Vertragsverlängerung des BVB mit Young-Pyo Lee bis 2010, basierend auf einer Meldung auf der Vereins-Homepage. Wenn man sich diese Meldung heute noch einmal durchliest, ist da von der Verlängerung im Futur die Rede (oder ist das einfach nur Passiv?):

Sportdirektor Michael Zorc teilte (…) mit, dass der ursprünglich bis zum 30. Juni 2009 fixierte Vertrag mit dem Südkoreaner um mindestens ein weiteres Jahr verlängert wird.

Außerdem ist von einer „anstehenden Vertragsverlängerung“ die Rede. Wenn sowas von Vereinsseite verkündet wird, hinterfragt man das als Fan meistens nicht, denn normalerweise mauern die Vereine eher bis zum letzten Tag, wenn es um Transfer- und Vertragsabschlüsse geht. In diesem Fall hätte ich jedoch mit der Vollzugsmeldung besser gewartet (ich gehe jetzt mal davon aus, dass der BVB seine Meldung nicht nachträglich noch verändert hat).

Gestern wurde bekannt, dass der Vertrag mit Lee nicht verlängert wurde und der ehemalige Publikumsliebling aller Voraussicht nach ablösefrei nach Saudi-Arabien wechselt. Laut Michael Zorc gab es lediglich eine Absichtserklärung, aber keine Unterschrift, da Lee in der Rückrunde nicht mehr so oft zum Zuge kam. Nun kann man dem Verein nach den vorliegenden Informationen keine Täuschung vorwerfen, aber doch eine seltsame, je nach Sichtweise voreilige oder spärliche Informationspolitik.

Nach jetzigem Stand soll für den soliden Lee kein neuer Spieler mehr verpflichtet werden, was bedeutet, dass links hinten Marcel Schmelzer erster Ersatz für Dede ist (durchaus akzeptabel). Rechts hinten wird erstmal Patrick Owomoyela gesetzt sein. Sollte der sich verletzen, was ja nicht ganz auszuschließen ist, ständen Florian Kringe oder Nachwuchsleute aus der zweiten Mannschaft bereit. Kringe hat auf der Position in der Vergangenheit schon öfter gespielt und das ordentlich; seine Lieblingsrolle ist es aber nicht. Sportlich und finanziell gesehen halte ich die Entscheidung, Lees Vertrag nicht zu verlängern, für vertretbar, aber die Berichterstattung darüber war für Fans und Blogger, die darauf angewiesen sind, mangelhaft.

Unterdessen sind die Schwarz-Gelben erwartungsgemäß mit zwei Siegen in die Vorbereitung gestartet. Am Freitag gab es ein 11:0 gegen eine ‚Sauerland-Auswahl‘. Ob das jetzt standesgemäß war, ist schwer zu beurteilen – wer stellt diese Regionalauswahlen eigentlich zusammen und trainiert sie? Auf der BVB-Homepage wird dann auch darauf hingewiesen, dass eine andere Sauerland-Auswahl einige Tage zuvor ein wesentlich knapperes Ergebnis gegen den FC Schalke erreichte. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass in der Partie am Freitag die Neuzugänge Feulner und Großkreutz doppelt trafen.

Der zweite Test, gestern gegen den Oberligisten Eintracht Rheine, war auch für Jürgen Klopps Geschmack nicht so erfreulich. Beim 5:1 konnte der BVB offensichtlich nur in der Anfangsphase überzeugen – aber solche Spiele gibt es in der Vorbereitung jedes Jahr. Unser neuer Stürmer Dimitar Rangelov erzielte sein erstes Tor für Schwarz-Gelb, außerdem trafen Valdez, Kuba, Frei und Feulner. Das nächste Spiel findet am Mittwoch auf der Anreise ins Trainingslager in Donaueschingen beim Offenburger FV statt.

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