BL 3.Spieltag / BVB 1 VFB Stuttgart 1

Stabilisierung ist nicht sexy.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Sahin – Tinga (4. Hummels), Kuba (77. Großkreutz) – Hajnal – Barrios (65. Rangelov), Valdez. Tor: Valdez

Nach zwei Spielen mit insgesamt neun Gegentoren (die ich natürlich nicht in einen Topf werfe) kassiert der BVB diesmal nur eins und holt einen Punkt. Gegen einen wahrscheinlichen Champions League-Teilnehmer. So positiv kann man das sehen, aber die meisten Schwarz-Gelben werden viel gemischtere Gefühle haben. Berauschend wie wir das aus der letzten Rückrunde kennen, war das wieder allenfalls phasenweise.

Jürgen Klopp ließ mit einer Ausnahme die gleichen Spieler beginnen wie in Hamburg. Lediglich Dede kam erwartungsgemäß wieder für Schmelzer ins Team. Und man merkte dieser Mannschaft die Verunsicherung noch an. Oder wie soll man es sonst erklären, dass die Schwarz-Gelben wieder über 20 Minuten brauchten, um ins Spiel zu kommen? Es gab in Ansätzen wieder die gleichen Probleme zu sehen wie letzte Woche: Das Mittelfeld ging nicht aggressiv genug zu Werke und ließ dem Gegner zu viel Raum. Und über die Seite von Patrick Owomoyela kamen wieder zu viele Angriffe, zu viele Flanken der Stuttgarter durch. Sein Gegenspieler hieß jedoch auch Alexander Hleb.

Es war nun nicht so, dass die Gäste, die zunächst auf Stürmer Pavel Pogrebnyak verzichteten, sonderlich überzeugend waren. Letztlich gab es wenige hochkarätige Spielzüge in der ersten Halbzeit. Zweimal wurde der BVB unberechtigt wegen Abseits zurückgepfiffen. Einmal war es knapp (aber falsch), als Sahin zum vermeintlichen 1:0 traf. Einmal war es sicher zwei Meter ‚onside‘, in erneut sehr aussichtsreicher Position (der nötige Exkurs zum Schiedsrichter folgt gleich). In der 27. Minute gelang dann aber doch die Führung, mit der man in dieser Phase nicht unbedingt rechnete. Wieder mal ein tödlicher Pass von Nuri Sahin durch die Viererkette, den Nelson Valdez durch die Beine von Lehmann ins Tor schiebt.

Das Spiel wurde danach ein wenig besser; der früh für den verletzten Tinga gekommene Mats Hummels prüfte Lehmann mit einem schönen Weitschuss, Valdez war später näher dran, aber schoss direkt auf den Stuttgarter Torwart. Der VFB hatte auch noch zwei gute Szenen, einmal musste Weidenfeller retten, der gestern außer bei zwei frühen Unsicherheiten bei Ecken stark hielt.

Kurz nach der Pause war er chancenlos, als bei einem Freistoß von Hitzlsperger Santana das Abseits aufhebt und Niedermeier zum Ausgleich einköpft. Bei Standards wirkt der BVB in dieser Saison noch zu anfällig. In der zweiten Halbzeit war es ein ordentliches bis ansehnliches Spiel. Die Schwarz-Gelben hatten die etwas zwingenderen Chancen: Knapp vergebene Kopfbälle von Valdez und Barrios (bei ihm spielte die Größe eine Rolle), ein weiterer von Rangelov ging gegen die Latte. Der eingewechselte Kevin Großkreutz schießt nach einem schönen Solo knapp daneben. Auf der anderen Seite rettet Roman Weidenfeller zweimal das 1:1. Dabei blieb es.

Hatte die Partie einen Sieger verdient? Oder einer den Sieg? Der BVB tat sicherlich mehr fürs Spiel, ohne zu glänzen. Den Stuttgartern ist als Auswärtsmannschaft allenfalls ein Vorwurf zu machen, wenn man ihre CL-Ambitionen berücksichtigt. Vielleicht lag es aber auch am schwachen Schiedsrichter Fleischer, dass es keinen Sieger oder wenigstens mehr Tore gab. Nur macht es wenig Sinn, die ganzen umstrittenen bis falschen Entscheidungen aufzurechnen. Dem BVB wurden die angesprochenen Szenen abgepfiffen; in der zweiten Halbzeit hätte es eine Sanktion, Freistoß oder Elfmeter wegen Haltens (Magnin gegen Kuba), geben müssen. Ein möglicher Ellbogen-Check von Cacau gegen Kuba war bei der Live-Übertragung nur zu erahnen. Der VFB hätte nach einer Dede-Grätsche einen Elfer kriegen können.

Und dann war da noch die Szene mit Lehmann. Gegen Subotic, vor einem Eckball. Lehmann provoziert, Subotic reagiert. Beide treffen einander. Da hätte man Gelb und Rot zeigen können. Oder Gelb und Gelb. Aber niemand aus dem Schiedsrichter-Team bemerkte die Szene. Oder, was vielleicht für Subotic besser wäre, sie wurde falsch eingeschätzt. Lehmann wiederum könnten in Dortmund bald Bananen statt Konfetti erwarten – wie seinen Lieblings-(Ex-)Torwartkollegen.

Weitere Erkenntnisse: Kuba braucht meistens eine Halbzeit, um ins Spiel zu finden. Hummels gehört in die Mannschaft, Kringe in den Kader, um Druck auf Owomoyela zu machen. Dede braucht noch ein wenig Spielpraxis, Barrios vielleicht doch ein wenig mehr Zeit. Es ist jedoch nicht in erster Linie auf diese Beiden gemünzt, wenn ich jetzt mal den Gedanken ins Spiel bringe, ein wenig mehr Rotation zu wagen.

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3 Kommentare

  1. Nuja, letzte Saison haben wir die Champions League Quali erreicht, obwohl wir bei Euch 3:0 verloren haben. Von daher ist das doch durchaus ein Fortschritt mit dem 1:1 – trotz unserer CL-Ambitionen. =)

    Ihr habt ja schließlich auch grundsätzlich gesteigerte Ambitionen im Vergleich zur letztjährigen Platzierung. Zumal Ihr ja doch auch ziemlich heimstark seid.

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  2. Klar, vom Ergebnis her könnt ihr zufrieden sein; in Dortmund sollte man besser keine drei Punkte einplanen. Von einer ambitionierten CL-Mannschaft hätte ich mir eine noch etwas ambitioniertere Spielweise erwartet, aber vielleicht muss der VFB da erst noch hinkommen.

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  3. Nuja, wir waren selten ein Team, das wirklich dominant ein Spiel gestaltet. Ich gebe Dir aber insofern zumindest recht, als dass der VfB zu Beginn mehr Druck hätte machen müssen. Dann hätte man vielleicht den doch verunsicherten Dortmundern schnell den Zahn ziehen können.
    Leider aber war das irgendwie nicht möglich, vielleicht aufgrund der vielen Neubesetzungen in der Startelf.

    Putzen wir Euch halt wieder in der Rückrunde, wie im letzten Jahr. =)

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