Fußball in Zeiten der Länderspiel-Pause

Für Leute wie mich, fast-nur-Vereinsfußballfans, sind solche Länderspiel-Pausen ähnlich unwillkommen wie wohl für die meisten Trainer. Gerade zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison, wenn noch so viele Fragen in Bezug auf das eigene Team offen sind, kann ich mich überhaupt nicht für die Spiele der Nationalmannschaft erwärmen. Einige Alternativ-Themen für diese ‚Zwischenzeit‘:

Blick nach Dortmund. Es bleibt der Ärger über die Kringe-Ausleihe nach Berlin. Aber es hilft ja nichts, die Sache ist durch und der Blick geht wieder nach vorne. Das eigentliche Thema ist die Form und Stärke des Teams. Testspiele geben da bekanntlich nur bedingt Aufschluss. Der BVB hat gegen den Fünftligisten Wanne-Eickel mit 4:0 und gegen den Kreisligisten SV Greven mit 10:0 gewonnen – Jürgen Klopp war mit beiden Auftritten nicht vollends zufrieden.

Als nächstes kommt der FC Bayern. Die Floskel vom ‚einfachsten Spiel‘ lasse ich weg, aber es ist eine Begegnung, die ebenfalls noch keinen Aufschluss über den wahrscheinlichen Saisonverlauf geben wird. Gewinnst du gegen die Bayern, sieht es im nächsten Spiel häufig anders aus, verlierst du, ist niemand überrascht – und ein Unentschieden entzieht sich weitgehend einer Interpretation. Schön ist jedoch, dass in Dortmund weiterhin wenig abseits des Sportlichen diskutiert wird.

Anders als bei den Nachbarn. Der höchstverschuldete Verein der Liga kommt auch unter Felix Magath nicht zur Ruhe. Immerhin sind intern die Kompetenzen inzwischen weitgehend abgesteckt. Vor gut einer Woche wurde aus Gelsenkirchen bestätigt, dass von Gazprom nur noch Prämienzahlungen fließen. Die regulären jährlichen Einnahmen aus dem Deal gehen offensichtlich an ein Londoner Finanzunternehmen, das den Schalkern dafür eine Einmalzahlung zukommen ließ. Gut, ganz neu sind die Geldsorgen beim S04 nicht. Nur, dass sie angeblich sogar Ex-Manager Rudi Assauer noch etwas schuldig sind, wie dieser vor ein paar Tagen behauptete, war noch nicht bekannt. Ob da was dran ist oder nicht – ein großer Unterschied zum berühmten ‚Umfeld‘ des FC Bayern ist jedenfalls nicht mehr zu erkennen.

Blick nach England. In den ersten beiden Ligen ruhte auch in England der Spielbetrieb wegen der Länderspiel-Termine. Bleibt für mich der Blick auf League Two (4. Liga), wo einer der Vereine spielt, die ich auf der Insel mit Wohlwollen verfolge: Bradford City. Die ‚Bantams‘ haben nach einem schwachen Ligastart gestern in Shrewsbury den vierten Sieg in Folge geholt.

Bradford spielte um die Jahrtausendwende zwei Jahre in der Premier League, ging in den folgenden Jahren fast bankrott und ist der bestbesuchte Verein in der vierten Liga – regelmäßig kommen über 12.000 Zuschauer. Nach der letzten Saison bot der unerfahrene Trainer Stuart McCall seinen Rücktritt an. Als Spieler war er eine Bantams-Legende, als ‚Manager‘ schaffte er in seiner zweiten Saison nicht den angepeilten Aufstieg in die League One. McCall ließ sich jedoch überzeugen, einen weiteren Anlauf zu starten.

Warum das in Deutschland außer ein paar fußballerisch stark anglophil Eingestellten jemand interessieren sollte? Vielleicht, weil ein paar Bradford-Anhänger ein sehr gutes Fanblog betreiben, das für mich alles hat, was ein vereinsbezogenes Blog haben sollte: Boy from Brazil.

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