BL 6.Spieltag / Hannover 96 1 BVB 1

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Hard Times.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede (34. Schmelzer), Hummels, Subotic, Owomoyela – Bender – Sahin, Tinga – Hajnal – Zidan (65. Kuba), Valdez (79. Barrios). Tor: Sahin.

Soll man sich jetzt über einen Punkt in Hannover freuen? Weil der BVB in den letzten Jahren gegen den kleinen HSV auch nicht gewinnen konnte? Das fällt verdammt schwer, denn in der Form der letzten Rückrunde (bzw. deren zweiter Hälfte) hätten wir die ersatzgeschwächten Gastgeber locker geschlagen. Aber die Probleme bei Schwarz-Gelb scheinen so tief zu sitzen, dass sie nicht mal eben durch ein zweitägiges Trainingslager zu beseitigen sind.

Es gab sichtbare Veränderungen gegenüber letztem Wochenende. In erster Linie betrafen sie die Aufstellung. Jürgen Klopp griff zu Maßnahmen, die mir letzten Sonntag auch vorschwebten: Hummels rückte für Santana in die Innenverteidigung, Neuzugang Sven Bender ins defensive Mittelfeld. Kuba wurde auf der rechten Seite von Tinga ersetzt. Und es gab die Rückkehr zur gewohnten 4-4-2 Raute mit Hajnal auf der ’10‘.

Der Erfolg der Maßnahmen war mal wieder nur eine Halbzeit lang wirklich sichtbar. Vor allem in der ersten halben Stunde stand die Defensive sehr sicher und ließ keine Hannoveraner Chance zu. Bender überzeugte bei seinem ersten Einsatz. Das Manko, wie gegen die Bayern: Die herausgespielten 4-5 Chancen wurden nicht genutzt. Und ähnlich wie letzten Samstag im Westfalenstadion ließ der BVB den Gegner nach etwa 30 Minuten wieder ins Spiel kommen. Zum Glück war der heutige Gegner weniger gefährlich. So gelang den Schwarz-Gelben kurz vor der Pause tatsächlich doch noch die Führung: In einer seiner wenigen guten Szenen spielte Owomoyela einen langen Pass in die Spitze, den Nuri Sahin mit etwas Glück unter Kontrolle bekam und schön über den herauseilenden Fromlowitz ins Tor hob.

Überhaupt Fromlowitz. Der Hannoveraner Ersatzkeeper, der erneut den an einem Magen-Darm-Bakterium erkrankten Robert Enke vertrat, hatte die Gastgeber in der ersten Hälfte mit mehreren starken Reaktionen im Spiel gehalten. Unsere Nummer 1, Roman Weidenfeller, war dagegen am viel zu schnellen Ausgleich wenige Minuten nach der Pause nicht unschuldig. Es war ein harter Schuss von Ya Konan von rechts ins rechte Eck, aber es war auch Weides Eck. Er ließ den Ball jedoch passieren.

In der Folge zeigten sich wieder alle Schwächen, die dem BVB schon in den letzten vier Spielen zu schaffen machten. Fehlende Kreativität.  Verursacht unter anderem durch viele Fehlpässe, die ein flüssiges Spiel meist verhinderten. Die wenigen Chancen der zweiten Hälfte wurden nicht genutzt. Und so sicher wie in den ersten 45 Minuten stand die Defensive nicht mehr, so dass wir uns doch noch bei Roman Weidenfeller für das 1:1 bedanken können. Nicht, dass Hannover jetzt gewirbelt hätte – ein Sieg der Gastgeber wäre nicht verdient gewesen.

Gegen die Startaufstellung kann man nichts sagen. Kuba nicht von Anfang an zu bringen, erwies sich nach dessen Einwechslung als richtige Maßnahme. Denn er zeigte erneut, dass er seine Form noch nicht gefunden hat. Ich wiederhole mich: Im heutigen Spiel einen Fortschritt zu erkennen, fällt angesichts eines Gegners wie Hannover schwer. Spätestens nach dem 10. Spieltag muss man sich ernsthaft mit der Qualität des Kaders auseinandersetzen und gegebenenfalls zugeben, dass man (d.h. in erster Linie die Vereinsverantwortlichen, in zweiter Linie auch die Fans inklusive mir) sich bei dessen Einschätzung geirrt hat.

Nächste Wiederholung: Das Versäumnis, keine echte Konkurrenz für Patrick Owomoyela im Kader zu haben, etwa in Person von Florian Kringe (der anscheinend ohnehin keine Lust hat, in Berlin zu spielen), wird immer wieder deutlich. Vor allem die rechte BVB-Seite hat an Durchschlagskraft eingebüßt.

Bester Spieler in Schwarz-Gelb war mal wieder Nuri Sahin – er ist einer der Wenigen, die zur Zeit Freude machen. In der jetzigen Form des Teams ist angesichts des Pokalspiels am Dienstag beim wiedererstarkten KSC absolut Alarm angesagt. Über das Derby brauchen wir noch gar nicht reden.

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