1. Bundesliga, 10. Spieltag / Bayer Leverkusen 1 BVB 1

Fast zufrieden.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Sven Bender – Valdez (84. Feulner), Zidan (72. Rangelov), Kuba (46. Großkreutz) – Barrios. Tor: Barrios.

Jürgen Klopp ließ seinen Worten Taten folgen und trat wirklich mit derselben Formation an wie gegen Bochum. Ohne Zweifel muss er die richtigen Anweisungen gegeben haben, denn die nominell eher offensive Mannschaft machte ihre Sache defensiv sehr gut.

Es war beeindruckend, wie die Schwarz-Gelben nach überstandenen ersten Leverkusener Angriffen bereits in der 8. Minute in Führung gingen. Der Torschütze Lucas Barrios erkämpft sich selber im Mittelfeld den Ball und passt auf Sahin, der mit einem präzisen Pass in den freien Raum Valdez einsetzt. Der flankt beinahe von der Torauslinie in die Mitte. Dort wartet schon wieder Barrios, der allen beweist, wie gut er köpfen kann.

Im Anschluss standen die Schwarz-Gelben defensiv sehr gut. Die Leverkusener Bemühungen blieben weitestgehend harmlos. Bei einer Ecke faustet Weidenfeller mal am Ball vorbei – nun gut. Der BVB hätte bei eigenen Angriffsversuchen etwas präziser sein können – nun gut. Insgesamt konnte man mit der ersten Hälfte sehr zufrieden sein, auch wenn die Gastgeber deutlich mehr Ballbesitz hatten.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gastgeber etwas überzeugender nach vorne, doch meistens nur bis zum Strafraum. So war es eine Standardsituation, die zum Ausgleich führte: Eine Barnetta-Ecke kam bei Manuel Friedrich an, der zu frei stand und den Ball aus größerer Entfernung reinköpfte. Der kurze Pfosten war zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr abgedeckt. Aufs gesamte Spiel gesehen war der Ausgleich verdient, denn Leverkusen war in der zweiten Hälfte offensiv besser, gerade nach dem Tor. Die Chancen blieben jedoch vergleichsweise harmlos; ein Friedrich-Schuss aus aussichtsreicher Position ging weit übers Tor, ansonsten hatten Weidenfeller und die Abwehr wenig Probleme.

Warum zur völligen Zufriedenheit mit diesem Auswärtspunkt etwas fehlt: Gegen diese Leverkusener wäre möglicherweise mehr drin gewesen. Das Fehlen von Rolfes und Renato Augusto manifestierte sich im Fehlen von Inspiration. Mit etwas mehr Cleverness und Mut in der zweiten Hälfte, als die Gastgeber drängten, hätte der BVB womöglich drei Punkte mitnehmen können. Ein fitter Kuba hätte uns da weiterhelfen können, aber der musste zur Halbzeit mit Muskelproblemen draußen bleiben und wurde durch Kevin Großkreutz ersetzt. Bei allem Respekt für das Engagement des „Dortmunder Jungen“: Seine Pässe in die Spitze waren zu unpräzise und überhastet. Gerade über die linke Leverkusener Seite wäre mehr möglich gewesen.

Ich bin aber fast zufrieden mit dem Punkt und wenn das Pokalspiel in Osnabrück und natürlich das Heimspiel gegen Hertha gewonnen werden, kann man getrost von der Trendwende bei Schwarz-Gelb sprechen. Die Sicherheit in der Defensive ist ermutigend. Das perfekte Tackling von Hummels gegen Derdiyok, das einige Zuschauer als elfmeterwürdiges Foul gesehen hatten, ist ein Beispiel. In dieser Szene lag Schiedsrichter Rafati richtig, ansonsten bot er eine durchwachsene Leistung. Er pfiff dem BVB in aussichtsreichster Position einen Vorteil ab und traf einige fragwürdige Freistoßentscheidungen, obwohl er insgesamt das Spiel angenehm laufen ließ.

Drei Tore in den drei letzten Spielen für Lucas Barrios sind natürlich ebenfalls erwähnenswert und erinnern daran, wie vorschnell die Medien-Maschinerie da wieder eine Krise herbeigeschrieben hat.

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