DFB-Pokal, Achtelfinale / VFL Osnabrück 3 BVB 2

WTF?

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Tinga (75. Rangelov) – Valdez, Zidan (68. Le Tallec (73. Feulner)), Kuba – Barrios. Tore: Sahin, Barrios.

Der BVB verliert ein Spiel, das er niemals hätte verlieren dürfen und beendet abrupt den zarten Aufwärtstrend. In der Startaufstellung hatte es außer dem Ausfall von Sven Bender keine Veränderungen gegeben. An Ersatzmann Tinga lag die Niederlage jedoch nicht.

Die Schwarz-Gelben begannen die Partie extrem dominant, schnürten die Gastgeber 20 Minuten in der eigenen Hälfte ein, spielten bis zum Strafraum sehenswerten Kombinationsfußball, kamen aber gegen die dicht gestaffelte Osnabrücker Abwehr nicht entscheidend durch. Eine der ersten nennenswerten Aktionen der Gastgeber führt dagegen zum 0:1. Bezeichnenderweise nach einem Einwurf. Der segelt von rechts in den Dortmunder Strafraum. Subotic springt zum falschen Zeitpunkt halbherzig hoch, Valdez ist falsch positioniert – deshalb gelingt Innenverteidiger Barletta ein Fallrückzieher-Tor! Schöne Aktion vom Osnabrücker, aber trotzdem absolut vermeidbar.

Es war nur der Auftakt für eine miserable Defensivleistung – dabei war die Defensive höchstens 4-5x im Spiel richtig gefordert. Leider verlor auch die Offensivabteilung erstmal den Faden. Fünf Minuten nach der Führung musste Weidenfeller zur Ecke klären. Die kommt wieder auf Barletta, Valdez sieht wieder schlecht aus, der Osnabrücker köpft das 0:2. Im Anschluss und vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte hat der BVB erneut seine Chancen. Die größte, als Kuba von rechts flankt und mehrere Schwarz-Gelbe nicht an den Ball kommen, der durch den Fünf-Meter-Raum segelt.

Aber das 1:2 fällt und es ist auch hochverdient. Kuba flankt wieder von rechts, der Ball wird verlängert und Sahin kann links vom Tor volley abstauben. Danach hatte es der BVB erneut in der Hand. Bei der größten Chance trifft Lucas Barrios sehenswert den Pfosten. Diesmal gelingt kein Abstauber. In der 68. Minute kriegt die halbe Kneipe die Krise: Owomoyela möchte einen Freistoß aus aussichtsreicher Position schießen. WARUM? Warum darf der das? Der Ball bleibt in der Mauer hängen, Osnabrück kontert blitzschnell, die BVB-Defensive ist nicht schnell genug zurück, 1:3 durch Siegert.

Patrick Owomoyela. Es ist unverzeihlich, dass der rechts hinten keine Konkurrenz hat. Der Auftritt war mit wenigen Ausnahmen wieder völlig lethargisch. Ich wiederhole mich, aber immerhin habe ich das schon Ende August und nach dem Bayern-Spiel gesagt: Jemand wie Florian Kringe wäre eine Alternative gewesen. Es ist spekulativ, ob etwas und wie viel dann besser gelaufen wäre. Tatsache ist, dass der BVB durch das Ausscheiden aus dem Pokal mehr verlieren kann als das Gehalt von Kringe gekostet hätte.

Natürlich waren Owos Kollegen in der Abwehr heute nicht besser. Und Subotic besonders schwach. Ob es in der Hintermannschaft an der Einstellung gefehlt hat? Nur dort gibt es Anzeichen dafür. Ausnahme war Dede. Das andere massive Problem der Schwarz-Gelben war die Chancenverwertung. In der Liga haben wir die drittschlechteste und auch heute hatten wir genug Möglichkeiten zum Sieg. Bitter war natürlich, dass sich der junge Le Tallec wenige Minuten nach seiner Einwechslung schwer verletzte, vermutlich an Hand, Arm oder Schulter. Nelson Valdez machte heute nicht nur hinten, sondern auch vorne alles falsch. Der BVB rannte zwar an, aber erst in der fünften Minute der Nachspielzeit gelang Lucas Barrios nach Ecke von Dede noch das 2:3. Zu spät. Die für Deutschland selten langen sechs Minuten Zugabe waren übrigens absolut berechtigt angesichts zahlreicher notwendiger und ein paar fragwürdiger Verletzungspausen, in denen Osnabrücker Spieler behandelt wurden.

Es ist also vorbei, das Spiel um die Fahrt nach Berlin, das sich inzwischen wieder lohnt. Es war eine unnötige, aber aufgrund des Sekundenschlafs in entscheidenden Situationen nicht unverdiente Pokalpleite. Ein Rückfall in vergangen geglaubte Pokalpleiten-Zeiten. Der Super-GAU, zumindest für die Stimmung, wäre nun eine weitere Niederlage gegen bisher, mit Ausnahme von letztem Sonntag, weitgehend unterklassig agierende Berliner. Um das zu verhindern, muss sich Jürgen Klopp etwas einfallen lassen.

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