1. Bundesliga, 11. Spieltag / BVB 2 Hertha BSC 0

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Wir haben einen Torjäger.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede (17. Schmelzer), Hummels, Subotic, Owomoyela – Valdez (90. Großkreutz), Sahin, Sven Bender, Kuba – Zidan (70. Rangelov), Barrios. Tore: Sahin (FE), Barrios.

Genau einen. Lucas Barrios, der in der Nachspielzeit mit einem schönen Treffer den Sieg über Hertha endgültig besiegelte. Zuvor hatte man angesichts der schwarz-gelben Chancenverwertung wieder mit dem Schlimmsten gerechnet. Aber wollen wir mal nicht zu viel meckern. Das war gegenüber Dienstag schon wieder ganz ansehnlich.

Auf dem Papier hatte Jürgen Klopp ein 4-4-2 mit „flacher Vier“ aufgestellt, in der Praxis ähnelte das System stark der Aufstellung der letzten Spiele. Zidan ließ sich immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen und die Außen Valdez und Kuba starteten erwartungsgemäß zahlreiche Vorstöße nach vorne. Nelson erhielt seine neue Chance nach der äußerst schwachen Leistung von Osnabrück, da Markus Feulner grippebedingt kurzfristig ausfiel – ebenso wie Marc Ziegler und Yasin Öztekin.

Das Spiel begann etwas anders, als man sich das vorgestellt hatte. Mit aggressiven Berlinern, die durchaus mitspielen wollten. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, jedoch mit wenigen Torraumszenen. Dede musste nach einer Rettungsaktion, bei der er mit Hummels zusammenprallte und dann noch auf den am Boden liegenden Valdez stürzte, ausgewechselt werden. Er hatte sich offensichtlich einiges vorgenommen gestern und war schwer enttäuscht, als er runter musste.

Zur Hälfte der ersten Halbzeit bekam der BVB das Spiel dann in den Griff und die Gäste nahmen die ihnen zugedachte Rolle an: Sie standen tief und warteten auf Konter. Die Chancen für Schwarz-Gelb kamen. Durch den sehr agilen Kuba, der ein gutes Spiel machte; durch Zidan, der wieder an Tunnelblick litt, oder durch Mats Hummels nach einem Freistoß. Kurz nach der Pause konnte Nelson Valdez allein vor dem Tor Jaroslav Drobny nicht überwinden. Wie erwartet lieferte die Berliner Nummer 1 eine tadellose Leistung ab. Andererseits hat sich Nelson in den letzten Partien wieder in sein Alter Ego „Chancentod“ verwandelt. Zu hart? Eigentlich schon, denn der Begriff wird seinen Leistungen, mit Ausnahme von Dienstag, nicht gerecht. Das gleiche Problem hatte ja Florian Kringe in Dortmund – aber lassen wir das Thema heute mal weg. ;-) Valdez hätte gestern übrigens auch einen Elfmeter kriegen können, als Drobny kurz vor der Pause in sein Gesicht anstatt gegen den Ball faustete.

Die Sorgen, dass sich die ausgelassenen Chancen rächen könnten, waren auch gegen Hertha da und sie waren nicht völlig unbegründet – einmal knallte Kacar den Ball aus guter Position übers Tor, später gab es sogar einen Pfostentreffer. Für einen oder drei Punkte war das, was die Gäste anboten, aber zu wenig. Zu viele Fehler und zu wenig Torgefahr gab es da zu sehen.

Die Ausdauer und der Glaube der Schwarz-Gelben wurden in der 60. Minute belohnt. Nach einer Ecke umklammerte Kacar den Hals von Owomoyela und wollte gar nicht mehr loslassen. „Uwe“ versuchte sich zu befreien und fiel dann irgendwann hin. Ob er fallen musste? Wer weiß. Das Foul war klar, trotzdem hätte der Schiedsrichter wohl nicht gepfiffen, wenn er nicht gefallen wäre – weil der Strafraum bei Ecken immer ein Rummelplatz ist. Außerdem musste die Dummheit von Kacar bestraft werden. Nuri Sahin verwandelte den Elfmeter und zeigte damit erneut, dass er für den BVB in Abwesenheit von Kehl und Hajnal ein entscheidender Mann ist.

Der BVB hatte weitere Chancen, scheiterte aber mehrmals an Drobny. Und so musste eben doch bis in die Nachspielzeit gezittert werden – bis Lucas nach Einwurf von Owomoyela zur Stelle war. Somit hat Patrick Owomoyela gestern quasi beide Treffer vorbereitet. Ein richtig überzeugendes Spiel war es trotzdem nicht von ihm. Dass vieles über die rechte Seite gut lief, war in erster Linie dem starken Kuba zu verdanken. Lob verdient haben sich auch die defensiv orientierten Mittelfeldleute Sahin und Bender, die gut abräumten und sich wenn möglich in Angriffe einschalteten. Das letzte Wort gebührt aber dem Torjäger: Der letzte Borusse, der Torschützenkönig der Liga wurde, war Marcio Amoroso mit 18 Treffern – als die Borussia zum letzten Mal Meister wurde. Lucas Barrios ist zuzutrauen, dass er zumindest einen der beiden „Titel“ holt.

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