1. Bundesliga, 12. Spieltag / Werder Bremen 1 BVB 1

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Gefühlter Sieg in Bremen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Sahin, Hummels – Valdez (88. Schmelzer), Zidan (54. Feulner), Kuba (88. Großkreutz) – Barrios. Tor: Barrios.

Heute war so ein Tag, an dem wohl jeder BVB-Fan nach dem Spiel das Stadion, die Kneipe oder den Wohnzimmersessel zufrieden verlassen hat. Obwohl wir in Bremen hätten gewinnen können und das nicht mal unverdient gewesen wäre. Aber die Schwarz-Gelben haben eine tolle zweite Halbzeit gespielt, die einen sehr positiv in die nächste Länderspiel-Pause gehen lässt.

Jürgen Klopp hatte sich bei der Besetzung der Defensive für die erwartete Variante mit Santana (in der IV) und Hummels (im DM) entschieden und lag damit nicht falsch – auch wenn Santana, aber auch Subotic, bei der Bremer Führung nicht gut aussahen. Die Bremer mussten neben Frings auch Pizarro ersetzen, was uns sicher nicht geschadet hat. Wir sahen eine erste Halbzeit, in der die Gastgeber zwar deutlich mehr Ballbesitz, aber kaum mehr Chancen als der BVB hatten. Beeindruckend war die „Lufthoheit“ im eigenen Strafraum – dort entschärfte unsere Defensive viele Bremer Angriffe per Kopf. Nur nicht in der 36. Minute, als Hunt von rechts flanken konnte, zentral niemand klärte und Özil im Rückraum freistand. Roman Weidenfeller ging bei dessen Schuss früh zu Boden, aber Schuld geben würde ich ihm trotzdem nicht.

Es war ein unglücklicher Rückstand, aber auch dem BVB war in der ersten Hälfte wenig nach vorne gelungen. Ein Schuss von Kuba, ein Freistoß kurz vor der Pause von Nuri Sahin, viel mehr war da nicht. Häufig scheiterten die Bemühungen an ungenauen Pässen – da muss ich mal wieder den Namen Owomoyela nennen, den ich nicht so gut gesehen habe wie später das WDR-Fernsehen.

Die zweite Halbzeit war dann für BVB-Verhältnisse eine Offenbarung. Streckenweise wurden die Bremer Serientäter im eigenen Stadion hinten reingedrängt. Die Schwarz-Gelben zeigten sich über die ganzen 45 Minuten sehr engagiert und wach. Und das nicht nur vor dem Ausgleich. Wieder drehte Kuba in Hälfte 2 richtig auf. Nach einem schönen Spielzug legte er quer auf Barrios, der ins Tor schoss. Zu Unrecht entschied der Assistent an der Linie jedoch auf Abseits. Über so was könnte man sich nach einer knappen Niederlage in Bremen aufregen, aber zum Glück kam es anders. Kurz darauf schoss Barrios nämlich wieder ins Tor. Valdez hatte zuvor von halblinks einen heftigen Schuss losgelassen, den Wiese abprallen lassen musste. Lucas Barrios bewies diesen typischen Torjäger-Instinkt, sprintete heran und traf gerade noch rechtzeitig vor Wiese den Ball. Unser „fenomeno“ halt.

Klasse war vor allem, was der BVB danach zeigte. Die Schwarz-Gelben ließen sich eben nicht zurückfallen, sondern hatten das Spiel in der letzten halben Stunde über weite Strecken in der Hand. Der eingewechselte Markus Feulner fügte sich gut ein und entwickelte Druck vor allem über links. Neven Subotic  hätte nach einer Ecke ziemlich freistehend einschießen sollen. Und dann war da noch der Dortmunder Konter nach einem durchsichtigen Versuch von Bremens Rosenberg, einen Elfmeter rauszuholen. Wieder einmal musste Tim Wiese seine Bremer retten: Er parierte einen ordentlichen Schuss von Nelson Valdez. Trotzdem kann ich mir nicht helfen: Ich denke, Barrios hätte den heute auch noch gemacht.

Natürlich darf man eine Mannschaft wie Bremen bis zur letzten Sekunde nicht abschreiben und deshalb war auch niemand ernsthaft enttäuscht nach dem Abpfiff. Das sah einfach gut aus in den zweiten 45 Minuten, das hat Spaß gemacht, das war der BVB in der Frühjahr ’09-Edition. Man muss heute mal fast alle lobend erwähnen: Dede war mutiger als zuletzt, Subotic und Santana mit wenigen Ausnahmen immer im Bild, Hummels und Sahin zeigten eine souveräne Leistung im defensiven Mittelfeld. Erwähnenswert waren auch die verbesserten Standards von Nuri, nicht nur beim Freistoß kurz vor der Pause. Valdez war (erwartungsgemäß) sehr engagiert und bereitete das Tor vor. Kuba, Barrios und Feulner habe ich schon genannt. Weidenfeller war zur Stelle, wenn er es sein musste. Ich würde ihm wie gesagt so gut wie keine Schuld am Gegentreffer geben. Zidan rettete immerhin einmal auf der Linie – was eigentlich nicht seine Hauptaufgabe ist.

Nach einem guten Spiel wie heute stört mich auch die Länderspielpause wenig. Danach wird sich die Personalsituation im Mittelfeld entspannt haben und dann kann auch der kleine Klopp kommen.

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