Der Quantensprung

Das neue Mitgliedermagazin

Endlich kann ich mir meine eigene Meinung bilden. Die erste Ausgabe des neuen Mitgliedermagazins von Borussia Dortmund, erschienen vor dem Heimspiel gegen den HSV, war mir nicht zugestellt worden. Der Verein hat sich wie berichtet dafür entschieden, zwei (etwas) unterschiedliche Hefte herauszubringen: Eine klassische Stadionzeitung, die ich noch nicht gesehen habe, die angeblich vor allem Features zu Spielern und Informationen zum jeweiligen Spiel enthalten soll. Und eben das Mitgliedermagazin, das zusätzliche Informationen über Vereinsbelange, wie etwa die anderen sportlichen Abteilungen, liefert.

Meine Sorge als Bezieher des Mitgliedermagazins war, dass ich deswegen auf einige der Features aus dem Stadionheft verzichten müsste. Ob das der Fall ist, weiß ich immer noch nicht, aber „Borussia“ ist in mehrerer Hinsicht ein Quantensprung. Grafik und Layout unterscheiden sich vom auf Zeitungspapier gedruckten Vorgänger wie Tag und Nacht. Das neue Heft sieht modern aus (inklusive Typografie), es dominieren die Farben schwarz und gelb und viele Fotos sorgen für Abwechslung.

In diesem Fall ist das schon die halbe Miete, denn wer jahrelang „Borussia Aktuell“ auf Zeitungspapier gelesen hat, der freut sich schon über frische Farben und die gute ‚Haptik‘. Natürlich will ich aber den Inhalt ebenfalls kritisch würdigen. Auch da hat sich etwas getan. Es gibt offensichtlich weniger Content, den man schon von der Homepage kennt. Geblieben ist das große Spielerfeature, diesmal mit Ersatztorwart Marc Ziegler. Kein weltbewegender, aber ein für Fans interessanter Text. Es gibt mehrere nette neue Rubriken: Ein Q&A mit Marcel Schmelzer, eine Kolumne von Fernseh-Kommentator Hansi Küpper und „Spieler mal anders“ – darin stellt Tamas Hajnal seinen Heimatort in Ungarn vor. Auffällig am Artikel über Mohamed Zidans Triumph beim Afrika-Cup ist, dass seine martialischsten Äußerungen vor dem Halbfinale gegen Algerien nicht vorkommen.

Erweitert und dadurch besser wurde die Berichterstattung über den kommenden Gegner, in dieser Woche bekanntlich Eintracht Frankfurt. Weitaus ausführlicher als bisher wird über die Zweite Mannschaft, den Nachwuchs und die anderen sportlichen Abteilungen berichtet. Auch die Fanseiten haben von der Neugestaltung profitiert. Die Vereinstradition wird unter anderem mit der Rubrik „Wo ist eigentlich…“ gewürdigt. Sehr gut gefallen hat mir „Auf ein Pils mit…“ – in dieser Ausgabe ist der Gesprächspartner Schauspieler Joachim Krol, BVB-Fan und aktuell als Kriminalkommissar in der guten Ruhrgebiets-Krimiserie „Lutter“ (ZDF) tätig.

Mein Fazit: „Borussia“ ist ein Riesenfortschritt, es liest sich wirklich gut und im Gegensatz zum Vorgänger ist es mehr als bloße Pflichtlektüre. Wirklich kritischen Journalismus kann man von einem Mitgliedermagazin nicht wirklich erwarten – immerhin gibt es die Fanseiten. Bleibt die Frage nach dem Unterschied zum Stadionheft. Ein, zwei Artikel mehr über die erste Mannschaft könnte „Borussia“ noch vertragen.

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