1. Bundesliga, 24. Spieltag / FC Schalke 2 BVB 1

Maria Riesch holt Slalom-Gold in Whistler!

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels (82. Santana), Subotic, Owomoyela – Sahin, Bender (86. KEHL) – Großkreutz, Zidan (73. Hajnal), Kuba – Valdez. Tor: Sahin (EM).

Ansonsten gab es noch ein unspektakuläres Fußballspiel in Gelsenkirchen. Es war ein Derby, in dem sich zwei Mannschaften mit gut stehenden Abwehrreihen trafen, die aber nach vorne herzlich wenige Ideen hatten. Letztlich gewann das Team, das einen Fehler weniger machte.

Die Derbys sind selten technisch gute Spiele gewesen. Die Begegnung gestern war ebenfalls vom Kampf geprägt, jedoch weitgehend unkontrovers. Trotzdem war es erstaunlich, dass so wenig Konstruktives dabei rauskam. Der S04 spielte in der ersten Hälfte wie eine Auswärtsmannschaft und versuchte, den BVB zu locken. Woran das gelegen haben könnte, zeigte sich nach der Dortmunder Führung durch einen berechtigten Elfmeter (Foul an Valdez): Die Schalker haben Probleme, gegen gut stehende Mannschaften das Spiel zu machen. Sie sind meilenweit von den momentan einzigen echten Spitzenmannschaften Bayer und Bayern entfernt. Erst eine Standardsituation brachte sie zurück.

Für einen Derbysieg kam zu wenig von Schwarz-Gelb, die Niederlage war jedoch unnötig. Der Ausgleich fiel nach dem präzise getretenen Freistoß von Schmitz, als es Valdez und Owomoyela am Rand des Fünfmeterraums versäumten, Abwehrspieler Höwedes am Kopfball zu hindern. Ebenso vermeidbar war das Siegtor: Ein blöder Fehler des ansonsten sehr ordentlichen Sven Bender brachte Rakitic knapp 20 Meter vor dem Tor in Schussposition. Dass der den Ball dann so perfekt trifft, das war eben Kategorie „Sonntagsschuss“.

Es war eine enttäuschende und ärgerliche Niederlage. Die Schlussfolgerungen daraus kommen für mich aber nicht unerwartet: Für den BVB geht es nun ausschließlich darum, Platz 5 zu verteidigen und das wird nicht einfach. Die heutigen Spiele werden einen ersten Fingerzeig geben. Es wird jetzt niemanden überraschen, dass ich das schreibe, aber den Schalkern ist angesichts der gezeigten Leistungen und des Geschäftsgebarens zu gönnen, dass sie die Champions League verpassen.

An der Niederlage gibt es nichts zu meckern, aber einen Aufreger hatte auch dieses Derby. In der 71. Minute schubste Kevin „Nie mehr Nationalmannschaft“ Kuranyi Mats Hummels in vollem Lauf, so dass dieser direkt in Roman Weidenfellers Faust lief, der den in der Luft befindlichen Ball abwehren wollte. Beide Dortmunder mussten behandelt werden, Kevin Kuranyi reklamierte währenddessen Zeitspiel (zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1). Inzwischen hat sich herausgestellt, dass sich Mats Hummels den Unterkiefer gebrochen hat und mindestens vier, wahrscheinlich aber sechs Wochen ausfallen wird – ein weiterer bitterer Rückschlag für den BVB. Für Kuranyis Aktion gab es nicht mal Freistoß. Wie gegen Bayern fand Mats Hummels, der Leidtragende, die richtigen, abgeklärten Worte:

Es war ein klares Foul. (…) Eigentlich war es ein sehr faires Spiel. Dass die Zweikämpfe intensiv geführt werden, ist doch normal. Das ist halt so im Derby. (Quelle: BVB)

Weit weniger souverän ging nach dem Spiel Felix Magath mit der Situation um, als er bei „Sky“ dazu Stellung nehmen sollte, ob in der Szene ein Foul vorlag. Laut und genervt forderte er vom Sky-Moderator, stattdessen doch eine Szene aus dem Schalker Spiel gegen Wolfsburg zu zeigen. Das Interview ist momentan bei You Tube zu finden, wenn man nach „Felix Magath Interview“ sucht. Für derlei Medienkritik und Sky-kritische Töne kriegt man im Internet vermutlich viel Applaus, nicht nur von Schalke-Fans, aber in Wahrheit war es ein typischer Auftritt des neuen ‚King Felix‘. Magath steigen die Lorbeeren und seine Machtfülle in Gelsenkirchen sichtlich zu Kopf. Es kann nicht zu viel verlangt sein, zu einer der wenigen strittigen Spielszenen Stellung zu beziehen, zumal es einfach kein vergleichbar strittiges oder folgenschweres Dortmunder Foul gab.

Der einzige Lichtblick für den BVB war die Rückkehr von Sebastian Kehl. Unser Kapitän war in den letzten Wochen zweimal in der Zweiten Mannschaft eingesetzt worden und kam gestern in der 86. Minute für Bender. Es könnte eine Genesung genau zum ‚richtigen‘ Zeitpunkt sein: Sven Bender hat erneut mit Problemen am Knie zu kämpfen und ist für die nächsten Spiele fraglich. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass Kehl schon fit genug für 90 Minuten Erste Liga ist. Wie Bender muss sich auch Kevin Großkreutz am Montag untersuchen lassen. Der Linksaußen, der in den letzten Wochen einer der besten Dortmunder war, könnte sich eine Meniskusverletzung zugezogen haben. Keine rosigen Aussichten für Schwarz-Gelb also.

Jürgen Klopp muss und wird sicher die richtigen Überlegungen anstellen. Wenn die fehlende Durchschlagskraft auch mit Lucas Barrios nicht zurückkehrt, sollte er angesichts der Wiederverfügbarkeit von Tamas Hajnal für manche Partien auch über die Rückkehr zu einem 4-4-2-System nachdenken. Zumindest dann, wenn Großkreutz wirklich ausfällt und Kuba auf der rechten Seite in seinen Offensivaktionen nicht endlich zwingender wird.

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3 Kommentare

  1. Beeindruckend fairer Kommentar von Mats Hummels, dem ich gute Besserung wünsche!

    Magath wird bei seiner überzogenen Reaktion wohl noch nicht gewusst haben, wie schwer Hummels bei diesem Foul verletzt wurde.

    Ein feiner, sachlicher Blogeintrag. Das Spiel habe ich übrigens so gesehen wie du.

    Gruß vom Kid

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  2. Danke für die Blumen! Habe deinen – sehr guten – Beitrag auch gerne gelesen! Freue mich auf mehr von dir!

    Schwarz-gelbe Grüße!

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  3. @Kid: Dass Magath noch nichts von der Verletzung wusste, kann sein – das kann man ihm zugutehalten. Trotzdem kam er rüber wie ein König, der auf den Journalisten-Pöbel herabschaut, der an seiner Allwissenheit zweifelt.

    Danke für das Lob. Ist ja nicht einfach, beim Derby halbwegs sachlich zu bleiben. ;-)

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