Neuanfang vom Ende

Borussia Dortmund hat am Samstag die Chance, einen neuen Anlauf zu nehmen und seinen Fans doch noch ein schönes Saisonende zu bescheren. Nach der Enttäuschung in letzter Minute im Westfalenstadion dürften inzwischen viele wieder zuversichtlich auf die Partie in Nürnberg blicken. Die Gastgeber haben bisher eine ordentliche Rückrunde gespielt, stecken aber nach zwei Niederlagen wieder mitten im Abstiegskampf. Zum ungünstigsten Zeitpunkt – für sie – fällt nun Abwehrchef Andreas Wolf verletzt aus, denn auch Leihverteidiger Breno vom FC Bayern fehlt langfristig mit einem Kreuzbandriss.

Eine Umbesetzung der Innenverteidigung im Abstiegskampf nimmt kein Trainer mit leichtem Herzen vor. Für den BVB kann das nur bedeuten, die neu formierte Abwehr von der ersten Minute an unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen – Abwarten wäre sicher das falsche Mittel. Die Aufstellung hat Jürgen Klopp schon weitgehend im Kopf: Dede muss trotz ordentlicher Leistung gegen Hoffenheim wieder auf die Bank. Für mich eine 50/50-Entscheidung – Dede hat nicht überragt, Schmelzer war in Mainz aber schwächer. Dede ist ein verdienter, verlässlicher Spieler, Schmelzer hat ohne Zweifel eine ordentliche Saison gespielt. Das Urteilsvermögen, hier eine vernünftige Entscheidung getroffen zu haben, traue ich Klopp selbstverständlich zu.

Nuri Sahin wird wie erwartet durch eine Maske geschützt in der Startelf stehen. Das einzige Fragezeichen steht über der 10er-Position. Tamas Hajnal wäre die natürliche Besetzung für die Spielmacher-Rolle, hat aber gegen Hoffenheim – auf anderer Position – einmal gepatzt. Nelson Valdez erzielte dagegen das 1:0, konnte aber ansonsten in der zweiten Hälfte kaum noch Akzente setzen. Ich würde angesichts der vielleicht anfälligen Nürnberger Innenverteidigung auf den Standard-Experten Hajnal setzen und Valdez im Laufe des Spiels, falls nötig, als zweiten Stürmer bringen.

Kann der BVB die jüngere Geschichte vergessen machen und im Endspurt die Europa League sichern? Mit einem Sieg wären wir fast am Ziel, dann müsste nur noch der HSV in Sinsheim Punkte lassen. Der Club wird uns jedoch trotz der Personalprobleme alles abverlangen. Es ist das vorletzte Heimspiel und es geht für sie vor ausverkauftem Haus um den Klassenerhalt – deshalb werden die Schwarz-Gelben nur drei Punkte mitnehmen, wenn es diesmal keine längere Schwächeperiode gibt. Und nur mit drei Punkten können wir noch mal neu anfangen, auf mehr zu hoffen.

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Ein Kommentar

  1. Die Entscheidung Dede oder Schmelzer möchte ich auch ungern treffen. Für Schmelzer spricht, das er die Saison über seine defensiv Aufgaben gut erledigt hat und das er, ich glaube im Spiel gegen Leverkusen, es auch geschafft hat mal offensiv Akzente zu setzen.

    Für seinen Kollegen Dede spricht natürlich die individuelle Klasse und Erfahrung, obwohl er wie Klopp schon meinte keinen Spielrythmus hat.

    Da die Nürnberger Mannschaft sehr jung ist und sogar im Angriff Charisteas ausfällt heißt es sofort Druck zu machen und den Gegener zu Fehlern zwingen.
    Ich sehe auch am ehesten Haynal auf der Zehner Position da er unter Umständen den tödlichen Pass spielen kann.

    Mit ein bißchen Glück und einer konsequenten Chancenverwertung müsste es eigentlich klappen. Ich hoffe nur das die Jungs nicht wieder so nervös spielen wie in den letzten beiden Partien.

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