1. Bundesliga, 32. Spieltag / 1.FC Nürnberg 2 BVB 3

Zwei gegen Nürnberg.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Owomoyela – Großkreutz, Sahin, Bender (46. Hajnal), Kuba (81. Santana) – Valdez (88. Feulner), Barrios. Tore: Barrios (3)

In einem Spiel, an das sich kaum jemand wegen seiner Qualität erinnern wird, holt der BVB drei entscheidende Punkte. Zu verdanken haben wir das zwei Spielern, die als einzige aus einer mäßigen Mannschaft herausragten: Nuri Sahin und Lucas Barrios. Sahin spielte mit Gesichtsmaske mindestens so gut wie ohne – vielleicht flößte das schwarze Ding seinen Gegenspielern ja wirklich Respekt ein. Angesichts der Aufstellung – zunächst ohne Hajnal – nahm Nuri im zentralen Mittelfeld die Spielmacher-Rolle ein. Lucas Barrios schlug wieder mal rechtzeitig zu, um jene, die ihm schon wieder eine Krise andichten wollten, zu beschämen. Mit einem Hattrick erhöhte er sein Konto auf nun 18 Saisontreffer.

Dass man zwei Spieler derart herausheben kann/muss, sagt einiges über die Qualität des Spiels. Die war in der ersten Halbzeit grausig, von beiden Seiten. Die Nürnberger waren nicht besser als Schwarz-Gelb, aber reden wir lieber über die Mannschaft auf Platz 5. Das Geheimrezept gegen die veränderte Defensive der Gastgeber schienen hohe Bälle in die Spitze zu sein. Ob Jürgen Klopp den Spielern das nahegelegt hatte? Ich kann und will es mir nicht vorstellen. Das Mittel blieb, angesichts der Größe unserer Stürmer wenig überraschend, komplett ineffektiv. Von Kombinationsfußball und Pressing war dagegen kaum etwas zu sehen.

In einer solchen ersten Hälfte konnte die Führung nur per Standard gelingen. Nuri Sahin schlug einen Freistoß von der rechten Seite auf den langen Pfosten, wo Lucas Barrios mit einem gut getimeten Kopfball das 1:0 gelang. Bezeichnend für das BVB-Spiel war jedoch eher der schnelle Ausgleich durch Mike Frantz, der sich den Ball zu seinem Schuss aus ca. 15 Metern selber vorlegen konnte und dabei kaum gestört wurde.

Die Einwechslung zur Pause, Hajnal kam für Bender, war verletzungsbedingt, aber auch dringend nötig. Denn Kreativität im BVB-Mittelfeld war zuvor praktisch nicht vorhanden. Der bereits gelobte Nuri Sahin hatte außer dem präzisen Freistoß in der ersten Halbzeit kaum etwas gezeigt und kam erst in der Folge zur Entfaltung. In den ersten Minuten nach Wiederanpfiff war von einer Steigerung bei den Schwarz-Gelben jedoch noch wenig zu sehen – bis auf einen Hummels-Kopfball nach einer Ecke. Nürnberg wirkte entschlossener, aber im richtigen Moment waren die schwarz-gelben Erfolgsgaranten da: Barrios nahm einen schönen Steilpass von Sahin auf und schoss den Ball unter dem aus dem Tor eilenden Schäfer hindurch rein.

Der BVB war jetzt endlich in der Partie und spielte druckvoll nach vorne. In der 77. Minute feierte die Kneipe das ‚Tor nach Europa‘ mit entsprechenden Gesängen. Kevin Großkreutz hatte schön in den Strafraum geflankt – eine seiner wenigen gelungenen Aktionen. Torwart Schäfer konnte den Schuss von Sahin und den ersten Nachschuss von Lucas parieren, der Ball war aber noch frei und der Welttorjäger reagierte schneller als die Nürnberger Abwehr. Es war zwar unnötig, dass der BVB in der 84. Minute den erneuten Anschlusstreffer durch den kurz zuvor eingewechselten Eigler kassierte, aber immerhin gelang es den Schwarz-Gelben, die restliche Spielzeit halbwegs souverän zu gestalten.

Zusammen mit den anderen Ergebnissen des Tages hat der Spielausgang dafür gesorgt, dass die Spannung im Kampf um die Plätze 1-3 und 14-16 ins Unermessliche steigt. Nachdem bei mir am Ende des Samstagabend-Spiels eine Wasserflasche durchs Zimmer flog wie bei Paolo Guerrero (wohlgemerkt allerdings nicht auf Menschen gezielt und aus Weichplastik), verliefen die Sonntagsspiele äußerst erfreulich. Der HSV ging in Sinsheim 1:5 unter und bescherte uns endgültig den EUROPAPOKAL! Heute wurde unvermeidlicherweise Trainer Labbadia entlassen und vorerst durch Techniktrainer Moniz ersetzt.

Das 1:0 des SC Freiburg gegen Wolfsburg könnte ebenfalls wertvoll sein: Unser Gegner von Samstag hat nun keine Chance mehr auf die Europa League und unser Gegner am letzten Spieltag kann sich möglicherweise schon an diesem Wochenende den Klassenerhalt sichern. Dass vorgestern außer Barrios, Sahin, Weidenfeller und mit Abstrichen Hajnal niemand richtig überzeugen konnte, stört mich jetzt auch nicht weiter. Der BVB hatte in dieser Saison schon häufiger in verschiedener Hinsicht Pech, da ist es mir auf Deutsch gesagt ******egal, wenn wir jetzt glücklich in die Champions League kommen sollten. Was ich weiterhin für schwierig, aber inzwischen für durchaus möglich halte.

Advertisements

3 Kommentare

  1. Die Leistungen der letzten Wochen gepaart mit den Aussagen von Klopp (Junge Mannschaft, hohes Tempo die ganze Saison, egal wie die Siege fallen) erzeugen zumindest bei mir das Gefühl, dass Dortmund doch mächtig auf dem Zahnfleisch geht. Von daher wäre der dritte Platz schon ne größere Überraschung. Aber warum sollen wir da kein Glück haben und auf Lustlose Wolfsburger und freudestrahlende Freiburger hoffen? Mit 6 Punkten sollte alles drin sein.

    Gefällt mir

  2. Sicherlich ist es ein wenig ärgerlich das wir sehr anfällig im Defensivverhalten waren, doch ich bin sehr stolz auf die Mannschaft das sie sich nicht aus der Bahn hat werfen lassen vom schnellen Ausgleich.
    Das wir spielerisch etwas limitiert sind und mit hohen Bällen arbeiten kommt ja schon seit längerem vor.

    Aber egal, wir sind nächstes Jahr international vertreten und das freut mich umso mehr.
    Trotzdem gilt es, bei aller Euphorie um Platz 3, sich keine Patzer mehr zu erlauben, da der sechste Platz ein K.O. Spiel mehr bedeuten würde.
    Und da man sich nicht sicher sein kann was für ein Kaliber in der Europaleague Quali wartet wäre es schon von Vorteil unter den ersten fünf zu sein.

    Ein Scheitern vor der Gruppenphase wäre ziemlich bitter, doch auch ein scheitern in der CL Quali würden niemanden freuen, auch wenn dadurch ca. 5 Millionen fest für die nächste Saison eingeplant werden können.

    Gefällt mir

  3. Ich sehe es genauso: Platz 3 kann man nicht erwarten, da können wir höchstens hoffen. Es müsste schon alles zusammenpassen. Jetzt noch Platz 5 zu verdaddeln wäre allerdings schon bitter, denn man darf die Teams in den dann zwei Quali-Runden nicht unterschätzen. Ich glaube, dass Fußball-Europa qualitativ zusammenrückt.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s