Das letzte Heimspiel

Showtime in der Bundesliga. Am Samstag steigt die vorletzte Runde und für 2/3 der Vereine geht es noch um Triumph oder Rettung. Die Spannung wird unermesslich sein, wenn um 15:30 Uhr der Anstoß erfolgt. Landauf, landab werden Fußballfans im Stadion, in Kneipen oder zuhause vor dem Fernseher ein Ohr am Radio oder ein Auge auf dem Handy haben, um nichts Relevantes zu verpassen. Zwar ist für den Fan jedes Spiel spannend, aber die fiebrige Erwartung, die einen kurz vor Saisonende packt, die Eindrücke, die man an den letzten ein oder zwei Spieltagen sammelt, sind immer etwas Besonderes.

Der BVB bestreitet am Samstag sein letztes Saisonspiel im Westfalenstadion gegen den noch amtierenden Meister VFL Wolfsburg. Die Europa League ist den Schwarz-Gelben sicher; die Champions League wird erreicht, wenn alles gemäß folgender Modellrechnung läuft: Wir gewinnen zweimal, Bremen stolpert in Gelsenkirchen und Leverkusen in Gladbach. Das ist nicht völlig unwahrscheinlich, aber natürlich nichts weiter als ein Modell, das sich dem Realitätscheck stellen muss. Was übermorgen für wen spricht, habe ich diese Woche in Übersichtsform zusammengefasst.

Was für Dortmund spricht: Die Statistik gegen Wolfsburg ist deutlich positiv. 13 Siegen stehen nur 6 Niederlagen gegenüber. Der BVB ist letzte Woche auf den Erfolgsweg zurückgekehrt, wenn auch etwas glücklich. Wolfsburg hat dagegen die letzten Chancen auf das Erreichen eines internationalen Wettbewerbs verspielt und könnte die Saison entspannt ausklingen lassen. Nuri Sahin hat in Nürnberg gezeigt, dass die Maskierung ihn in seiner typischen Spielweise nicht behindert. Lucas Barrios traf nach kurzer Flaute gleich dreimal. Demgegenüber ist Wolfsburgs Topstürmer Edin Dzeko leicht angeschlagen, wird aber voraussichtlich spielen können. Zweifelhafter ist das beim ebenso wichtigen Spielmacher Misimovic. Auf jeden Fall fehlen wird Josue, eine der Stützen im defensiven Mittelfeld, nach seiner zehnten gelben Karte.

Was für Wolfsburg spricht: Die letzten beiden Rückrundenspiele gegen Wolfsburg, jeweils kurz vor Saisonende, hat der BVB verloren. Was auf einen möglichen Schwachpunkt hindeutet: Diese Mannschaft hat noch nicht bewiesen, dass sie dem Druck der Alles-oder-nichts-Spiele gewachsen ist. Wolfsburg spielt zwar nur noch um den bedeutungslosen Platz 7, aber der folgende Satz von Trainer Lorenz-Günther Köstner ist nicht von der Hand zu weisen:

Jetzt geht es schließlich auch darum, sich bis zum letzten Spieltag würdig zu erweisen, amtierender Deutscher Meister zu sein.

Sollte Dzeko spielen können, wird er natürlich bestrebt sein, sich noch die Torjägerkanone zu sichern. Dem BVB fehlen in Kehl und Bender gleich zwei defensive Mittelfeldspieler, von denen der eine darüberhinaus im Endspurt als Kapitän eine Vorbildrolle übernehmen könnte. Mögliche Ersatzleute haben auf der Position durchwachsene Leistungen gebracht (Hummels, Hajnal) oder es fehlt ihnen an Spielpraxis (Feulner).

Und wie gehts aus? Einen konkreten Tipp gebe ich öffentlich auch vor diesem Spiel nicht ab. Nach Abwägung der Fakten denke ich aber, dass viel für den BVB spricht. Köstners Wunsch ist das Eine, ob die Motivation wirklich reicht, eine andere Frage.

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