1. Bundesliga, 33. Spieltag / BVB 1 VFL Wolfsburg 1

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Nicht gut genug.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Owomoyela (72. Dede) – Großkreutz (75. Stiepermann), Sahin, Hajnal, Kuba (72. Rangelov) – Valdez, Barrios. Tor: Stiepermann

Es hätte mit Hinblick auf den letzten Spieltag so schön sein können: Leverkusen patzt gegen Berlin, Freiburg sichert durch ein Unentschieden in Köln die Klasse und Hamburg wahrt vor dem Derby in Bremen die Chance auf Platz 6. Der BVB hätte nur irgendwie das Spiel gegen Wolfsburg gewinnen müssen. Dazu reichte es nicht und das lag nicht an der fehlenden Einstellung, sondern an mangelnder Qualität gepaart mit einem Schuss zu viel „Unruhe“, wie es Jürgen Klopp bezeichnete.

Dieses Spiel nicht zu gewinnen war keine Schande, viel ärgerlicher war das letzte Heimspiel gegen Hoffenheim. Der VFL ist der Borussia in der Aufstellung von vorgestern qualitativ überlegen, vor allem was die Offensive angeht. Die Schwarz-Gelben konnten das allerdings streckenweise durch großen Einsatz wettmachen, so dass sich eine offene, spannende und gute Partie entwickelte. Tinga durfte noch mal auf der Bank sitzen, nachdem er vor dem Anpfiff von Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc und der Südtribüne gebührend verabschiedet worden war. Jürgen Klopp hatte sich jedoch für eine offensive Besetzung des Mittelfelds mit Sahin und Hajnal auf den zentralen Positionen entschieden.

Ob das die richtige Wahl war, darüber lässt sich nach dem Spiel natürlich diskutieren. Die Idee war nachvollziehbar, allerdings wirkte Hajnal auf seiner Position etwas verschenkt und Nelson Valdez ist nun mal eher ein Stürmer als einer, der Chancen herausarbeitet. Um es klar zu sagen: Weder diese beiden noch andere Spieler enttäuschten vorgestern, mit Ausnahme von Kuba, der weiterhin nach seiner Form sucht. Es fehlte jedoch ein defensiver Ruhepol im Mittelfeld, was sicher zu der Vielzahl Wolfsburger Chancen in der zweiten Hälfte beitrug. Dortmund wirkte engagiert, aber auch fahrig.

In der ersten Hälfte dominierten die Schwarz-Gelben die Partie und hatten eine Reihe von Chancen, unter anderem durch Hajnal und Valdez. Eigentlich konnte man guten Mutes sein, angesichts des Spiels und der anderen Spielstände. Eine böse Vorahnung überkam mich allerdings, als Nuri Sahin in der 35. Minute das Elfmeter-Geschenk von Dr. Brych nicht annahm. Sein Schuss war zwar „stramm“, wie auf der Vereins-Homepage zu lesen ist, aber zu unplatziert und niedrig, so dass ihn vermutlich auch ein anderer Torhüter gehalten hätte, vorausgesetzt, er entscheidet sich für die richtige Ecke. Auch beim Elfmeter kann man jetzt diskutieren, ob besser Barrios und nicht der Mann mit der Maske hätte schießen sollen, aber wie so oft im Fußball bleibt das Spekulation.

Der BVB ließ sich durch den vergebenen Elfmeter zunächst nicht aus der Ruhe bringen und hatte noch mehrere Chancen vor der Pause, kam dann jedoch weniger souverän aus der Kabine zurück. Es fehlte plötzlich an zündenden Ideen gegen die gut stehenden Gäste und die starteten ihrerseits immer öfter gefährliche Angriffe. Wenige Minuten nachdem Weidenfeller mit einer tollen Parade einen Grafite-Schuss geklärt hatte, passierte es dann doch: Subotic schafft es nicht, eine Flanke von rechts zu klären und sieht beim Versuch ziemlich schlecht aus. Dzeko tunnelt aus kurzer Distanz Weidenfeller und macht einen Schritt Richtung Torjägerkanone.

Die Schwarz-Gelben hatten nun einen Berg Arbeit vor sich und man kann ihnen nicht vorwerfen, dass sie nicht alles versuchten. Die Einwechslungen von Dede und Marco Stiepermann brachten frischen Wind und mehr: Es hätte ein weiteres Kapitel im großen Geschichtenbuch des Fußballs werden können, wenn das Tor des Nachwuchsstürmers einen BVB-Sieg eingeleitet hätte. Stiepermann schob in seinem zweiten Bundesligaspiel eine Vorlage von Valdez cool ein. Trotz weiterer Chancen reichte es jedoch nicht mehr zum Sieg, der auch nicht ganz verdient gewesen wäre. Nicht dass das irgendjemand im Westfalenstadion oder einer BVB-Kneipe gestört hätte.

Als es vorbei war, wurde die Mannschaft im Stadion gefeiert und das zu Recht. Alle hatten sich redlich bemüht und schließlich schon am Spieltag zuvor die Europa League-Teilnahme klargemacht. Die Enttäuschung war trotzdem da, denn das Optimum war greifbar, wurde jedoch erneut verpasst. Vielleicht ist die Europa League aber wirklich noch der passendere Wettbewerb für dieses Team, wie Sascha Fligge von den „Ruhr Nachrichten“ letzten Sonntag im Sport1-Doppelpass angemerkt hatte. Die finanziellen Möglichkeiten hätte natürlich schon die Teilnahme an der CL-Qualifikation deutlich erhöht, da im Fall einer Niederlage immerhin die sechs Spiele der Euro League-Gruppenphase garantiert wären.

So müssen Michael Zorc und Jürgen Klopp die Suche nach Verstärkungen mit einem knappen Budget bestreiten und womöglich erst Transfererlöse erzielen, bevor nennenswerte Ablösesummen gezahlt werden können. Eine Verpflichtung von Robert Lewandowski dürfte daher weiterhin in der Schwebe sein. Nächstes Wochenende geht es jedoch zunächst mal darum, mit einem Punkt Platz 5 zu sichern oder mit dreien eventuell noch Platz 4 zu erobern, was immerhin mit etwas höheren Einnahmen aus dem Fernsehgeld-Topf verbunden wäre. Am Ende der Saison wird auf jeden Fall die Freude überwiegen, aber auf den Fluch der letzten Spieltage, der uns auch in diesem Jahr wieder ereilt hat, könnte ich gerne verzichten.

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