Die Halbwertszeit ist vorbei

Vieles, was in der ersten WM-Woche geschrieben wurde, beginnt sich bereits zu relativieren. Fußball ist bekanntlich ungemein schnelllebig – zu schnelllebig für den einen oder anderen. Die Spiele in Südafrika sind besser oder zumindest spannender geworden – eine Steigerung, die aufgrund des sich erhöhenden Drucks zu erwarten war. Die deutsche Mannschaft, nach dem 4:0-Sieg gegen Australien schnell zum Mitfavoriten erklärt, wurde von Serbien gebremst und könnte im letzten Gruppenspiel gegen Ghana zum Siegen verdammt sein. Die Gelb-Rote Karte gegen Miroslav Klose war so unberechtigt wie die Rote gegen Tim Cahill letzten Sonntag. Joachim Löw wirkte heute mit seinen fragwürdigen Wechseln sehr irdisch und fehlbar. Und es zeigte sich, dass es nicht ausreicht, ein Bayern-Trikot zu tragen, um ein fähiger Nationalspieler zu sein. Bei Serbien kam unterdessen der Dortmunder Neven Subotic über 90 Minuten zum Einsatz und wirkte präsent und souverän.

Wenn sich überhaupt ein Trend aus den bisherigen Partien herauslesen lässt, dann der, dass es das Turnier der Südamerikaner werden könnte. Alle fünf Vertreter haben gute Chancen, sich fürs Achtelfinale zu qualifizieren – Stand heute. Alle fünf Mannschaften haben passablen bis guten Fußball gezeigt. Argentinien und ja, auch Brasilien, könnten die südamerikanische Nullrunde, die das WM-Halbfinale in Deutschland darstellte, vergessen machen. Mal sehen, ob diese Vorhersage die drei restlichen Turnierwochen übersteht.

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