Wiederaufnahmeverfahren

In diesen Tagen, in denen Strafprozesse im Blickpunkt von Medien, Öffentlichkeit oder zumindest Medienöffentlichkeit stehen, sei folgende Analogie gestattet: Das erste Ligaspiel nach einer Länderspielpause ist wie ein Wiederaufnahmeverfahren. Bereits erbrachte Beweise der eigenen Leistungsfähigkeit müssen erneut vorgelegt werden, neue können hinzugekommen sein, beispielsweise in Form von neuen Spielern. Die Verfahrensgegner müssen sich erneut vorbereiten und unter Umständen ihre Strategie ändern. Keiner weiß genau, was auf ihn zukommt.

Der hochgetunte VWFL Wolfsburg hat den Saisonstart verpatzt. Einer unglücklichen Niederlage folgte eine unerklärliche. Das Spiel gegen Mainz lässt sich nur so deuten, dass sich die Mannschaft noch nicht gefunden hat, wie man so schön sagt. Steve McClaren hat einiges verändert, die Hierarchie scheint noch nicht zu stehen, gewisse Abläufe funktionieren noch nicht perfekt. Nun kann das jedoch nach der zweiwöchigen Pause anders aussehen, wenn das Verfahren in Dortmund wieder aufgenommen wird. Auch Wolfsburg musste Spieler für ihre Nationalteams abstellen, hatte aber trotzdem ein paar Tage Zeit zum Trainieren. Die Verletzungssorgen sind gering: Späteinkauf Diego scheint bis Samstag fit zu werden, nur Rechtsverteidiger Sascha Riether dürfte ausfallen. Sicher nicht dabei ist lediglich Arne Friedrich.

Bei den Schwarz-Gelben sieht es in dieser Hinsicht ebenfalls gut aus. Die Länderspielpause endet ohne neue Verletzte, mancher BVB-Spieler konnte für sein Nationalteam richtig überzeugen. Kagawa, Barrios und Lewandowski schossen jeweils ein Tor. Bis auf Mohamed Zidan und Florian Kringe kann Jürgen Klopp übermorgen auf den kompletten Kader zurückgreifen. Ob Dede am Spieltag unter den ersten 18 sein wird, steht noch nicht fest – er stieg nach seiner Verletzung in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Kuba spielte unter der Woche für Polen und könnte theoretisch auch ins BVB-Team zurückkehren. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Klopp auf rechts zunächst erneut auf Kevin Großkreutz setzen wird, auch wenn der noch nicht in Topform ist.

Der BVB wird selbstbewusster und eingespielter in die Begegnung am Samstag gehen, darf sich aber keinerlei Nachlässigkeiten erlauben und muss irgendwie die Offensive um Dzeko und Diego aus dem Spiel nehmen. Die Ehre einer Manndeckung will Jürgen Klopp letzterem jedoch nicht gewähren. Es verspricht, eine spannende ‚Verhandlung‘ zu werden – Urteilsverkündung gegen 17:20 Uhr.

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