Das Ende der Wahrheit

Die morgige Partie gegen Bayern München markiert für den BVB das vorläufige Ende der von Jürgen Klopp ausgerufenen „Wochen der Wahrheit“. Es folgen zwei EM-Qualifikationsspiele, bei denen Kevin Großkreutz zum Aufgebot des DFB gehört. Zu Saisonbeginn hätte niemand gedacht, dass wir nach diesen Wochen im englischen Rhythmus in der Bundesliga auf Platz 2 stehen könnten. Den Start perfekt machen würde nach dem Derbysieg ein Erfolg gegen den Rekordmeister.

Die Schwarz-Gelben haben in den letzten Ligapartien bewiesen, dass ihnen die schnelle Folge von Spielen nichts ausmacht. Die Fitness des Teams scheint über jeden Zweifel erhaben. Bleibt die Frage nach den Auswirkungen der Ergebnisse von unter der Woche: Der FCB hat durch ein spätes Tor beim Schweizer FCB gewonnen, der BVB sehr unglücklich gegen Sevilla verloren. Es deutet jedoch nichts darauf hin, dass der mögliche ‚Knacks‘ mehr ist als ein Medienthema. Viel wichtiger war es Jürgen Klopp, etwas anderes zurechtzurücken:

Bayern besteht ausschließlich aus internationalen Top-Leuten, die zudem eine Menge Wut im Bauch haben und top motiviert anreisen.

Es ist schon etwas besonderes, dass es fünf Jahre nach dem Beinahe-Kollaps der Borussia in diesem Duell diesmal keinen echten Favoriten gibt – da muss man nur mal Marktwert und Liquidität der beiden Clubs vergleichen. Über die Gründe des schwachen Bayern-Starts muss ich nicht auch noch spekulieren. Entscheidend für das Ende ihrer Krise ist weniger die Behebung der Abwehrprobleme als vielmehr das Ende der Sturmflaute. Man hat das Gefühl, der Knoten muss nur einmal platzen, dann sind sie schwer zu stoppen.

Glücklicherweise für uns scheinen sich die Bayern bisher nicht von Arjen Robben und Franck Ribery emanzipiert zu haben. Thomas Müller oder Toni Kroos haben zwar gelegentlich ihre Momente, ihnen fehlen aber bisher das Zwingende und die Fähigkeit, im Spielaufbau spontan das Richtige zu tun. Außer der gefürchteten Flügelzange könnte den Gästen auch Hamit Altintop fehlen, der an Adduktorenproblemen laboriert. Sein Einsatz ist zwar gefährdet, aber immer noch möglich. Beim BVB könnten wie am Donnerstag Lukasz Piszczek und Kuba für Owomoyela und Götze beginnen. ‚Uwe‘ hat noch Probleme mit dem Außenband im Sprunggelenk, Mario ist erkältet. Aber wer weiß, wie es morgen aussieht – weder Piszczek noch Kuba haben sich gegen Sevilla unverzichtbar gemacht.

Selbst die Bayern-Fans halten sich mit Ergebnisprognosen zurück – warum sollte ich mich also aus der Deckung wagen? Alles kann passieren, so viel ist mal sicher. ;-) Vor der Wahrheit erwartet uns ein Highlight.

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