Mutige Lehrlinge

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Europa League, 3. Spieltag / BVB 1 Paris St. Germain 1

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Piszczek – Sahin, Bender (46. Götze) – Großkreutz, Kagawa (66. Lewandowski), Kuba (82. Feulner) – Barrios. Tor: Sahin (EM)

Trotz eines couragierten Auftritts steht Borussia Dortmund auch nach dem zweiten Europa League-Heimspiel mit weniger Punkten als erhofft da. Gegen PSG reichte es immerhin zu einem Unentschieden. Nicht jeder wird mir zustimmen, aber mMn hatten die Schwarz-Gelben gestern mehr Recht, sich beim Schiedsrichter-Team zu beschweren als gegen Sevilla.

Drei Minuten vor Ende der offiziellen Spielzeit kam es zu der unübersichtlichen Situation im BVB-Strafraum. Unter anderem durch eine Unachtsamkeit des eingewechselten Götze kam der eingewechselte Chantome aus kurzer Distanz zum Schuss. Dabei stand jedoch ein anderer PSG-Spieler im passiven Abseits und Roman Weidenfeller im Blickfeld. Der späte Ausgleich hätte nicht zählen dürfen. Ansonsten wirkte der schwedische Schiedsrichter Eriksson allerdings souveräner als Mike Dean gegen Sevilla. Er sah das Foul an Kuba (Sakho klammerte), das zum Elfmetertor durch Sahin führte, wertete allerdings das ‚Handspiel‘ eines PSG-Spielers fünf Minuten vor Schluss zu Recht als unabsichtlich.

Wie gegen Sevilla scheiterten die Borussen letztlich an der Chancenverwertung. Erwartungsgemäß traten die Franzosen im Westfalenstadion stärker auf als die Andalusier, die Schwarz-Gelben hatten jedoch trotzdem ein Chancenplus und das Spiel über weite Strecken in der Hand. Lucas Barrios hätte in der ersten Halbzeit mit Kopf oder Fuß treffen können – der Ball ging jedoch an den Pfosten und das andere Mal knapp vorbei. Ansonsten fehlte es gegen die gut stehenden Gäste zunächst an Effektivität, aus der optischen Überlegenheit wurde zu wenig gemacht und in der letzten Viertelstunde kam PSG besser ins Spiel. Sahin und vor allem Großkreutz spielten bis zur Pause unter ihren Möglichkeiten. Kevin hätte gestern m.E. in der zweiten Halbzeit anstelle des starken Kuba ausgewechselt werden sollen.

Die Führung in der 51. Minute, der schon ein leider abgefälschter Torschuss von Götze vorausgegangen war, tat uns wieder mal gut. In der Folge hätte das 2:0 fallen müssen, die Chancen waren da – unter anderem durch Kagawa, Barrios und Lewandowski. Aber wie in der ersten Hälfte fand PSG wieder ins Spiel. Zunächst waren der erneut gute Weidenfeller oder Lewandowski am Pfosten noch auf dem Posten. Dann gab es doch noch das tragische Zusammenspiel der beiden Einwechselspieler Hoarau und Chantome mit dem Schiedrichter-Assistenten. Trotzdem war es kein Ausgleich aus heiterem Himmel, also auch kein völlig ungerechtes Ergebnis.

Es lag an der Chancenverwertung. Jedoch wäre es auch Wahnsinn, wenn bei dieser Mannschaft schon alles perfekt laufen würde. Nach dem Kurzauftritt vor zwei Jahren und der Abstinenz in der letzten Saison können die Schwarz-Gelben in der Europa League-Gruppenphase nicht die Favoriten sein. Die Hoffnung aufs Weiterkommen beruhte nicht unwesentlich auf der Prämisse, dass sich PSG in einer längerfristigen Krise befindet. Diese haben die Franzosen jedoch offensichtlich überwunden. Trotzdem: Es wird schwer, aber es ist noch was drin in der EL. Wir standen lange Zeit gut, Innen- wie Außenverteidiger. Dedes Comeback war sehr ordentlich. Und Kevin Großkreutz hat trotz seines mäßigen eigenen Auftritts Recht, wenn er sagt:

Mit vier Punkten stehen wir nicht schlecht und müssen jetzt einfach auswärts gewinnen, dann klappt das mit dem Weiterkommen. Und wir wissen, dass wir auch auswärts stark sind.

Nebengeräusche bleiben allein Sache der Medien. In den letzten Tagen hat sich Nuri Sahin zum BVB bekannt. Lucas Barrios hat sich sogar sehr deutlich zum BVB bekannt. Dortmund bietet Spielern offensichtlich wieder Argumente für einen längeren Aufenthalt.

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2 Gedanken zu “Mutige Lehrlinge

  1. Andy

    Da sieht man mal wieder das es der doch sehr jungen Mannschaft international an der nötigen Erfahrung und Cleverness fehlt. Sicher kann sie stolz auf sich sein, aber der BVB muss zuhause einfach das Selbstverständnis aufbringen und sagen man muss gegen Paris gewinnen.
    Sicher die Franzosen standen hinten kompakt, aber konnten sie uns wirklich gefährlich werden? Ich konnte mich an ein oder zwei Ecken erinnern aber sonst war da nicht viel. Daher ist es für mich doppelt enttäuschend das man hier zwei Punkte verschenkt hat.
    Aber nun gut, es ist noch nicht alles verloren auch wenn die anderen beiden bessere Chancen aufs Weiterkommen haben. Mit ein wenig Glück und der Mithilfe von Karpati wirds viell. noch etwas.

    Ich denke wichtig für den BVB und auch für den Verbleib der Spieler wird sein, künftig regelmäßig international zu spielen, wenn nicht sogar in der CL..
    Dann gibts eigentlich, außer dem Geld, keinen Grund ins Ausland zu gehen. Außer viell. vor dem Karriereende nochmals seinen Horizont zu erweitern.

    Bin gespannt wie die Mannschaft sich Sonntag schlägt. Mir macht da mehr der mögliche neue Rekord, als Hoffenheim Angst.

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  2. Vielleicht hats wirklich am Rekord gelegen. Aber den Rekord einstellen reicht mir auch, wenn es demnächst noch öfter passiert.

    Zu Donnerstag: Ich glaube, die Einstellung hat gestimmt. Es lag wirklich an der Chancenverwertung. Und phasenweise haben die Pariser mMn schon angedeutet, dass mit ihnen in Zukunft wieder mehr zu rechnen ist. Bitter ist der Punktverlust trotzdem, aber wir können uns jetzt erstmal zwei Wochen damit trösten, dass der BVB bisher alle Auswärtsspiele gewonnen hat. ;-)

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