Stadt der Hiebe

Der kommende BVB-Gegner Paris St. Germain war in den letzten Jahren weniger aus sportlichen Gründen in den Schlagzeilen als viel mehr durch ausufernde Fangewalt. Inzwischen dürften die Geschichten bekannt sein: Es gibt in der Fanszene von PSG zwei untereinander verfeindete Gruppen. Bei Auseinandersetzungen zwischen diesen Gruppen kam im letzten Jahr ein Mann ums Leben. Feinde haben die PSG-Fans aber auch außerhalb des Vereins: Hauptkontrahenten sind die Anhänger von Olympique Marseille, dem amtierenden Meister. Gestern hat die französische Fußball-Liga entschieden, dass beim Aufeinandertreffen der beiden Clubs am Sonntag in Paris keine Gästefans zugelassen sind. Das Gleiche gilt für das Rückspiel im März in Marseille.

Das sind zum Glück ungewohnte Zustände für die meisten deutschen Fußballfans. 5.000-7.000 Dortmunder werden am Donnerstag in der französischen Hauptstadt zum Europa League-Auftritt des BVB erwartet und sie dürfen auch ins Stadion. PSG bietet zurzeit noch für 12 € (!) Karten an, allerdings keine ausgewiesenen Gästetickets. Trotzdem ist die Reise nicht ‚business as usual‘ für die Dortmunder Fanbetreuung. Sie hat auf der Vereins-Homepage gleich zwei Beiträge zu den Sicherheitsmaßnahmen und sonstigen Regeln im Umfeld des Spiels veröffentlicht. Hoffen wir, dass es friedlich bleibt und alle heil zurückkommen!

Sportlich hat der BVB im Spitzenspiel am Sonntag wieder Selbstvertrauen getankt und sieht der wichtigen Partie bei PSG optimistisch entgegen. Die Hoffnung gründet sich auf die mit einer Ausnahme unzweifelhaft starken Auswärts-Auftritte dieser Saison. Eigentlich verbietet sich der Vergleich, aber im Gegensatz zu Offenbach wird PSG es sich vor heimischer Kulisse nicht erlauben können, hinten drin zu stehen, was uns entgegenkommt. Bis jetzt sind keine neuen Verletzungen in den Reihen der Schwarz-Gelben bekannt. Mats Hummels, der in Mainz vom Platz humpelte und durch Felipe Santana ersetzt wurde, soll morgen spielen können. Kuba dürfte zumindest in den Kader zurückkehren. In absehbarer Zeit sollte das übrigens auch für Mohamed Zidan möglich sein, der schon wieder mit dem Ball trainieren kann. Morgen spricht jedoch vieles für die gleiche Startelf wie am Sonntag, möglicherweise in leicht veränderter taktischer Formation.

PSG-Mittelfeldstar Nene spricht unterdessen davon, dass es morgen ein großes Spiel werden soll. Trotzdem kriegt man bei seinem Kurz-Interview auf der Website des Vereins den Eindruck, dass die Partie gegen OM schon mindestens ebenso in den Köpfen steckt. Vorteil BVB?

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2 Kommentare

  1. Ich war schon mal dort und kann bestätigen, dass es entspanntere Orte gibt, als das Viertel rund um dieses Stadion. Und auch im Stadion wars nicht gerade harmonisch – übrigens auch von Seite der frz. Polizei. Aber wenn keine heimischen Fans kommen wollen, dann wird es wohl für Euch etwas ruhiger. Die Innenstadt von P. ist unkritisch.

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  2. Hoffentlich bleiben die Gewaltbereiten wegen dem Boykott ganz weg und lauern nicht irgendwo in Stadionnähe, so wie in Lviv passiert. Ich selbst werde gar nicht da sein, aber Freunde und Bekannte – da kann man noch nicht mal direkt Einfluss nehmen.

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