Klopp kämpft gegen Plattitüden

Jürgen Klopp ist ein Fachmann. Er ist kommunikativ und witzig, wie wir spätestens seit seinem ‚Interview‚ mit Arnd Zeigler wissen. Manchen Leuten gefällt es nicht, dass er aufgrund dieser Eigenschaften ‚Everybody’s Darling‘ ist. Dabei kann der BVB-Trainer durchaus auch ernsthaft argumentieren. Im Gespräch mit den „Ruhr Nachrichten“ geht er auf die immer wieder besonders in den Medien geäußerte Erwartung ein, der Kräfteverschleiß durch die vielen Spiele müsse sich doch irgendwann bei der Leistung der jungen Mannschaft bemerkbar machen. Klopp weist zu Recht darauf hin, dass es dafür bisher keinerlei Anzeichen gibt.

Und warum sollte es auch? Warum sollten ausgerechnet junge Spieler den Kräfteverschleiß aus den englischen Wochen spüren? Vereine aus dem namengebenden Land leben seit Jahren mit diesem Rhythmus. Die mentale Belastung bestreitet Klopp nicht, sieht darin aber eine Charakter- und keine Altersfrage. Dem Trainer kommt in der Vorbereitung auf das nächste Spiel eine entscheidende Bedeutung zu:

Hannover war für uns nur die nächste Chance auf drei Punkte. Wir vergleichen keine Wettbewerbe, Städte, Sehenswürdigkeiten. Und das versuche ich zu vermitteln.

Scheinbar ist Klopp dabei einfach erfolgreicher als manch Anderer.

Natürlich muss das nicht für immer so bleiben. Mehrere, vielleicht auch unglückliche, Niederlagen hintereinander können jede Mannschaft aus dem Konzept bringen. Wahrscheinlicher erscheint aber, dass den BVB irgendwann einmal eine Verletzungsserie trifft. Michael Zorc und Jürgen Klopp haben auch da, so gut es geht, vorgesorgt – mit einer erstklassigen Transferpolitik. Trotzdem – schlägt das Pech richtig zu, bleibt davon keine Mannschaft unbeeindruckt.

Solange das Pech ausbleibt, wird sich Klopp weiterhin Journalistenfragen nach den Meisterschaftsambitionen des BVB stellen müssen – so langweilig das auch ist. Bei der Antwort auf die etwas intelligentere Frage nach dem größten Konkurrenten zeigt sich das Credo des Trainers, das er sicher mit vielen Fans teilt:

Hamburg am Freitag. Ich habe keine Reserven, um über andere Dinge nachzudenken. Das funktioniert im Abstiegskampf nicht. Und weiter oben auch nicht.

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