Lionel Großkreutz

Standard

1. Bundesliga, 12. Spieltag / BVB 2 Hamburger SV 0

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek – Sahin, Bender – Großkreutz (71. Kuba), Kagawa (78. Lewandowski), Götze (85. Dede) – Barrios. Tore: Kagawa, Barrios

Ich übertreibe. Natürlich. Aber was ist das für eine Saison, wie gut funktioniert diese Mannschaft, dass selbst ein Kevin Großkreutz mit technischer Feinarbeit das 2:0 vorbereitet? Borussia Dortmund gelingt ein überraschend souveräner Arbeitssieg mit tollen Toren gegen einen sehr biederen HSV.

Für die genesenen Mohamed Zidan und Tamas Hajnal blieb kein Platz im Kader – auch das sagt viel über die Qualität der ersten 18. In der ersten Halbzeit bekamen wir gestern allerdings wenig Glanzvolles zu sehen. Was ich nun wirklich nicht kritisieren will, denn es gab dafür zwei gute Entschuldigungen: Es war sehr nass in Dortmund und die Gäste spielten sehr viel defensiver als zuvor angekündigt. Die Offensivbemühungen des HSV erschöpften sich in zwei harmlosen Flanken von Pitroipa. Torschüsse: Nö. Der BVB war die spielbestimmende Mannschaft, konnte sich aber kaum bis in den Strafraum durchkombinieren. Bei allem, was die Gäste offensiv vermissen ließen, standen sie immerhin gut hinten drin. Etwas besser wurde es in den zehn Minuten vor der Pause, als es auch die erste richtige Chance gab. Nach einer Flanke von Schmelzer verzog Götze seinen Schuss knapp.

Jürgen Klopp führte in der Halbzeitpause mal wieder Videos vor. Das kann zumindest nicht geschadet haben, denn in der 49. Minute kam der Durchbruch. Piszczek nimmt rechts einen cleveren Pass von Bender auf und legt den Ball dann von halbrechts überlegt auf Kagawa in den Strafraum. Der schießt, der Ball wird von Westermann abgefälscht und geht unhaltbar ins Tor. Möglicherweise hätte der Schuss aber sogar ohne weitere Berührung gesessen. In der Folge zeigte sich, dass es nicht der Tag der HSV-Offensive war. Da kam ganz, ganz wenig. War es wirklich entgegen vorheriger Beteuerungen der Plan von Veh, in Dortmund auf Konter zu spielen? Fehlte ihm ein Plan B für den Fall des Rückstands?

Die Schwarz-Gelben machten unterdessen alles richtig und spielten weiter nach vorne. Götze köpfte über das Tor, ehe er in der 70. Minute an der Entstehung des 2:0 beteiligt war. Es war wieder eine wunderschöne Kombination. Kagawa passte auf Götze, der lupfte den Ball praktisch von der Grundlinie auf den langen Pfosten, wo Großkreutz nicht versuchte, selbst zu schießen (der Winkel wäre zu spitz gewesen), sondern mit der Hacke sensationell in die Mitte des Fünf-Meter-Raums zurücklegte, wo Lucas Barrios ihn nur reinmachen musste. Klassetor und das, nachdem Kevin Großkreutz zuvor nicht allzu viel gelungen war.

Es blieb ein einseitiges Spiel, das nebenbei auch meine Vorbehalte gegen den HSV aus dem letzten Beitrag bestätigte. Dortmund hatte weitere Chancen, als Kuba aus etwa 16 Metern abschloss, anstatt abzugeben und das Tor verfehlte, und Barrios Kopfball von Drobny hervorragend um den Pfosten gelenkt wurde. Die Gäste hatten neben ein, zwei harmlosen Schüssen, mit denen Weidenfeller keine Probleme hatte, nur eine echte Gelegenheit: Eine Flanke von links landete punktgenau auf Petrics Kopf, der Ball ging jedoch knapp über die Latte.

Solche erarbeiteten Siege gegen einen nominell starken Gegner beeindrucken mich mindestens genauso wie ein glanzvolles 5:0 gegen Kaiserslautern. Der BVB kann es auch abgeklärt und mit Geduld. Mit dem HSV ist ein weiterer Konkurrent erstmal deutlich distanziert worden. Nicht vergessen darf man das Lob für unsere Defensive, die die biederen Bemühungen der Hamburger fast immer im Keim erstickte. Für mich war das wieder eine richtig starke Mannschaftsleistung, auch ohne 90 Minuten Zauberfußball. Mal sehen, ob die Dortmunder Jungs auch der Nationalmannschaft etwas Spielkultur beibringen können… ;-)

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Ein Gedanke zu “Lionel Großkreutz

  1. Glückwunsch zum Sieg! Bin zwar HSV-Fan, muss aber gestehen, dass das Zweizunull ein Gedicht war und habe diesem Spielzug deswegen einen Post auf meinem Blog gewidmet. Finde auch, dass Großkreutz in dieser Situation eine geniale Entscheidung getroffen hat.

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