Cissé. Und sonst?

Man tut dem SC Freiburg kein Unrecht, wenn man auf die außergewöhnliche Bedeutung hinweist, die ein einzelner Spieler derzeit für den Verein hat. Der Senegalese Papiss Demba Cissé ist schließlich Bundesliga-weit Gesprächsthema. Er hat in 14 Pflichtspielen 12-mal getroffen und ist für zehn der 18 Ligatore der Freiburger verantwortlich. Cissés Rolle beim Marsch des Clubs in die Europapokal-Ränge ist also schwer zu überschätzen. Wenn nichts geht, trifft Cissé – manchmal eben ganz spät.

Trotzdem lässt sich keine Mannschaft auf einen Spieler reduzieren. Trainer Robin Dutt und Manager Dirk Dufner haben mit bescheidenen Mitteln eine funktionierende, engagierte Mannschaft geschaffen. Man hat ähnlich wie in Dortmund den Eindruck, dass beim Scouting gerade auf diesen Aspekt – die Mannschaftsdienlichkeit – großer Wert gelegt wurde. Um zu erklären, warum Cissé überhaupt so oft treffen kann, lohnt ein Blick auf das Freiburger Mittelfeld. Hinter dem jungen Weißrussen Anton Putsila war der SC schon länger her – seine Verpflichtung hat sich ebenso gelohnt wie die von Jan Rosenthal, dem der Wechsel aus Hannover gutgetan hat. Die beiden werden ergänzt durch die erfahrenen Cedric Makiadi und Yacine Abdessadki. Hinter diesen vier offensiv orientierten Spielern räumt Julian Schuster ab, was ihn jedoch nicht vom gelegentlichen Toreschießen abhält. Diesem Mittelfeld fehlen zwar die ganz großen Namen und ein Ballkünstler, aber es funktioniert trotzdem.

Beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag sind die prominentesten Ausfälle der Breisgauer Torwart Pouplin, der schon länger ausgezeichnet von Oliver Baumann ersetzt wird (letzterer stand am Dienstag bei der deutschen U21 gegen England im Kasten), und Kapitän Heiko Butscher. Der BVB hat erfreulicherweise nach der Länderspielwoche keine neuen medizinischen Hiobsbotschaften zu vermelden. Allerdings wird sich die Rückkehr von Kapitän Sebastian Kehl bis ins neue Jahr verzögern. Von den zuletzt fitten Akteuren sollten jedoch alle übermorgen bereitstehen – was wieder zu Härten bei der Kaderbesetzung führen wird.

Wie zulässig ist nun der Leitsatz „Cissé stoppen – Freiburg stoppen“? Ohne jedes einzelne von Cissés Toren analysiert zu haben, kann ich mich an einige erinnern, bei denen der Stürmer mehr als nur abstauben musste. Der Schlüssel zum Erfolg in Freiburg liegt also sicher auch in der Aufmerksamkeit, die unsere Innenverteidiger Papiss Demba Cissé schenken. Unsere offensiven Qualitäten sollten für das ein oder andere Tor im Dreisamstadion reichen.

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