Der gute Letzte

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Es ist eine komische Bundesliga-Saison. Darüber wurde schon zu Genüge diskutiert und dafür gibt es genügend Beispiele. Eines davon ist Borussia Mönchengladbach. Wie kann es sein, dass ein Verein Tabellenletzter ist, der beim Meisterschaftskandidaten Leverkusen 6:3 gewinnt, der dem Meister ein Unentschieden abtrotzt und der im Derby auswärts 4:0 siegt? Hinter diesen Ergebnissen steckt ja nicht (nur) Glück, sondern auch eine gehörige Portion Qualität.

Aus Sicht der Fohlen wird diese allerdings zu selten abgerufen. Oder eben durch eigene Fehler konterkariert. Man muss sich nur das Spiel vom letzten Samstag anschauen. Gegen Mainz spielte Gladbach streckenweise sehr gefälligen Offensivfußball, gekrönt durch die Tore des baldigen Nationalspielers Marco Reus. Mit dem zu Beginn der Saison verletzten Neueinkauf Igor de Camargo hat sich die Qualität im Sturm deutlich erhöht. Gleichzeitig kassiert Frontzecks Elf aber hinten ein Tor nach dem anderen. In der Defensive hat der VfL, ähnlich wie Werder Bremen, mit argen Verletzungssorgen zu kämpfen. Innenverteidiger Dante kam bisher nur auf fünf Einsätze in der Liga und fällt noch bis Januar aus. Kollege Brouwers muss ebenfalls ein paar Wochen pausieren. Am Wochenende könnte nun sogar der dritte Innenverteidiger Anderson fehlen. Und das ausgerechnet beim Spiel in – erraten – Dortmund.

Auf den ersten Blick könnten die Voraussetzungen für Schwarz-Gelb kaum besser sein. Der Gegner reist mit einer wackligen und geschwächten Abwehr an. Die nicht zu verachtenden Offensivkräfte der Gladbacher (neben Reus und de Camargo sorgen vor allem Bobadilla und Bradley für Gefahr) sollten bei der besten Defensive der Liga gut aufgehoben sein. Allerdings steht hinter dem Einsatz von Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek wegen muskulärer Beschwerden ein Fragezeichen. Das Problem erscheint zwar lösbar –  sollte es aber nicht reichen, steht keine positionsgetreue Alternative zur Verfügung. Lucas Barrios plagt sich noch mit einer Schleimbeutelreizung herum, auch sein Einsatz ist gefährdet. Natürlich stünde im Sturm mit unserem ‚zwölften Mann‘ Robert Lewandowski ein erstklassiger Ersatz bereit.

Probleme sind für den BVB dann zu erwarten, wenn die Mannschaft gegen den voraussichtlich sehr vorsichtig agierenden Gegner den Weg in den Strafraum nicht findet und sich zu sehr aus der Reserve locken lässt. Schnelle Gegenzüge kann Gladbach nämlich. Erwarte ich diese Probleme? Wenn ich ehrlich bin nicht. Unsere Mannschaft scheint mir zu stabil und konzentriert für diesen Gegner. Denn letztendlich steht in der Tabelle doch die Wahrheit. Nur sollte man sich nie zu sicher sein.

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Ein Gedanke zu “Der gute Letzte

  1. Gladbach ist (wie so viele Mannschaften in dieser Saison) immer für eine Überraschung gut. Wenn die BVB-Defensive aber sicher steht, dann dürfte da nichts anbrennen. Eure Offensive muss schnell ins Laufen kommen und dann haben die Fohlen nicht den Hauch einer Chance.

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