Weidenfeller pokert, Barrios trainiert, Dortmund spielt Remis

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Keine Dramen, aber gewisse ‚Entwicklungen‘ gibt es aus dem Trainingslager von Borussia Dortmund im spanischen Jerez zu berichten. Torwart Roman Weidenfeller will die Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung in den nächsten vier Wochen abschließen. Gegenüber den „Ruhr Nachrichten“ hat er die zwei Knackpunkte klar benannt: ‚Weide‘ möchte einen längerfristigen Vertrag und eine ordentliche Gehaltsaufstockung. Bisher soll ihm Michael Zorc eine Verlängerung bis 2013 angeboten haben.

Die BVB-Verantwortlichen haben offensichtlich die Lehren aus der Vergangenheit gezogen und bieten nur den Ausnahmekönnern langfristige hochdotierte Verträge – wenn überhaupt. Es bleibt die Frage, wie gut Weidenfeller wirklich ist. Ein sehr guter Torwart mit Sicherheit, aber unverzichtbar? Wie so oft pokern beide Seiten ein bisschen, aber wird Roman in der jetzigen Situation wirklich zu Aston Villa wechseln? Meine Prognose: Kommt nicht noch ein Überraschungsangebot von einem Topverein, wird er bleiben. Bis 2014 oder 15, mit einer hoffentlich moderaten Gehaltserhöhung, möglicherweise mit einer Jobperspektive für die Zukunft.

Unterdessen hat Lucas Barrios im Trainingslager das Training aufgenommen. Alles ganz normal, nach den leicht übertriebenen Meldungen der letzten Tage. Lucas war in Argentinien zur Beobachtung im Krankenhaus, hatte einen Magen-Darm-Infekt mit hohem Fieber und im Zuge dessen „zwei drei Kilo und Substanz verloren“. Sowas ist fies, ich kenne das, aber sicher kein Grund zur Aufregung. Der Rückrundenauftakt ist in einer Woche – das sollte reichen. Und wenn nicht, spielt eben Robert Lewandowski.

Ohne Barrios, Kagawa und den noch geschonten Mario Götze hat der BVB im ersten von zwei Testspielen vor der Rückrunde gegen den französischen Erstligisten RC Lens 2:2 gespielt. Das Spiel soll von überschaubarem Niveau gewesen sein. Bemerkenswert waren drei Sachen: Nuri Sahin hat einen Handelfmeter verwandelt, Tamas Hajnal ebenfalls ein Tor erzielt und zur Pause wurde die komplette Mannschaft gewechselt. Von der A-Elf zur B-Elf. Sonderlich ernst sollte man dieses Spiel wirklich nicht nehmen. Vermutlich wird Jürgen Klopp die Partie in Basel am Sonntag anders handhaben.

Die „Ruhr Nachrichten“ vermelden auch noch, dass Fortuna Düsseldorf wegen einer Ausleihe von Damien Le Tallec angefragt hat. Hier soll frühestens nächste Woche eine Entscheidung fallen. Der BVB will vernünftigerweise nur einen Spieler abgeben – nicht ausgeschlossen, dass das der junge Franzose sein wird, wenn für Hajnal oder Feulner keine Angebote eingehen.

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4 Gedanken zu “Weidenfeller pokert, Barrios trainiert, Dortmund spielt Remis

  1. Ich denke auch, dass Weidenfeller genau weiß, was er an Dortmund hat. Das Gehalt wird nur geringfügig aufgestockt. Kann mir nicht vorstellen, dass der BVB hier fahrlässig handelt. Die Zeiten sind vorbei. Dafür bekommt Weidenfeller dann wohl, wie du schreibst einen längerfristigen Vertrag und dann passt das auch.

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  2. Andy

    Ich kann nur hoffen das Roman auf dem Teppich bleibt und nicht zu einem Mittelklasseklub in England wechselt, auch wenn dieser mit dem großen Geld lockt. In Dortmund hat er die Chance mittelfristig einen Titel zu gewinnen und sich evtl. sogar im nächsten Jahr in der CL zu präsentieren.
    Ich will nur hoffen das diese Diskussionen nicht in den nächsten Jahren bei den anderen Spielern weitergehen. Sicherlich ist es toll in England mit den Stadien und den Fans, doch sollte man immer im Hinterkopf haben was bisher mit anderen Spielern passiert ist, die sich in England das große Glück erhofften. Ballack war jahrelang nur Mitläufer, Boateng kann froh sein wenn er in der Startelf steht was seine Ambitionen hinsichtlich der Nationalelf nicht fördert, und Robert Huth spielt nach mehrmaligem Wechseln innerhalb der Liga bei Stoke City.
    Wenn es nicht gelingt unsere Eckpfeiler zu halten in den nächsten Jahren sehe ich unseren Angriff auf ganz oben gefährdet. Alle 2 Jahre seine Topleute ziehen zu lassen kann nicht der Anspruch von Borussia Dortmund sein. Denke es muss irgendwann wieder Ziel sein, vor der Saison zu sagen : „Wir wollen in die Champions League“.

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  3. Diskussionen um unsere Topspieler werden sich nicht ganz vermeiden lassen, so lange wir nicht zum erlauchten Kreis der absoluten europäischen Topclubs gehören. Und das werden wir auf absehbare Zeit nicht. Insofern müssen Watzke, Zorc und Klopp und irgendwann mal deren Nachfolger versuchen, den Spielern schmackhaft zu machen, was sie an Dortmund haben: Perspektiven, Atmosphäre, Begeisterung.

    Natürlich ist das wichtigste Argument neben dem Finanziellen der sportliche Erfolg. Im Moment sieht es blendend aus, aber wir sind doch aufgrund der Ressourcen kein Verein, der in den nächsten Jahren ohne Rückschläge bleiben wird. Deshalb werden auch Spieler gehen. Besonders wichtig wird für uns eine vorausschauende Transferpolitik sein, die entstehende Lücken antizipiert. Wir müssen rechtzeitig für angemessenen Ersatz sorgen, wenn ein Leistungsträger geht und dürfen es nicht so machen wie Schalke oder Stuttgart vor dieser Saison. Ich denke, wir werden noch einige Jahre von unserer ‚Kreativität‘ in dieser Hinsicht leben müssen.

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