Wohin des Weges?

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Mir liegt es fern, ständig wegweisende Spiele auszurufen. Das Derby nächste Woche hat bekanntlich eigene Gesetze und die darauffolgenden Partien gegen Lautern und St. Pauli taugen nicht wirklich als Schlüsselspiele. Die Reise nach Wolfsburg diesen Samstag könnte jedoch tatsächlich ein Indikator für den weiteren Saisonverlauf von Borussia Dortmund sein. Mit dem Punktverlust gegen Stuttgart und dem Verlust von Shinji Kagawa für mehrere Monate haben die Schwarz-Gelben zwei Rückschläge erlitten, von denen der letztere sicher schwerer wiegt. Darauf in Wolfsburg eine positive Reaktion zu zeigen wäre für die Mannschaft ein wichtiger Schritt.

Der Gegner gehört neben Bremen und Stuttgart zu den großen Verlierern der Hinrunde. Die wenigsten Beobachter hätten kurz vor Weihnachten an eine Zukunft von Trainer Steve McClaren in der Autostadt geglaubt. Aber Sportdirektor Dieter Hoeneß hat bekanntlich seinen eigenen Kopf und konnte seine Vorgesetzten bei VW überzeugen: Der ‚Mann mit dem Regenschirm‘ darf vorerst weitermachen und versucht einen Neuanfang. Ohne die Überfigur Edin Dzeko, dafür mit eiserner Disziplin. Trotz der riesigen Qualitäten des nach Manchester abgewanderten Stars könnte der zweite Anlauf gelingen, wenn nun mehr Spieler als bisher Verantwortung übernehmen und die 35 Millionen Ablöse weise investiert werden.

Für den BVB ist vor allem interessant, dass der VFL Wolfsburg bereits Ersatz für Dzeko gefunden hat. Von AS Monaco wurde zunächst bis zum Saisonende der Kongolese Dieumerci Mbokani  verpflichtet, den Dieter Hoeneß als schnellen und athletischen Stürmer preist. Es ist gut möglich, dass der neue Mann am Samstag gleich auflaufen wird, denn Grafite und Mario Mandzukic sind angeschlagen und fraglich. Aus den ersten beiden Rückrundenspielen gegen Bayern und Mainz hat der VFL beachtliche vier Punkte geholt – eine Rolle dürfte dabei auch die Rückkehr von Nationalspieler Arne Friedrich gespielt haben. Allerdings ist dessen Defensivkollege Kjaer ebenfalls angeschlagen, Andrea Barzagli nach Turin entschwunden und im defensiven Mittelfeld muss McClaren auf Sascha Riether verzichten.

Die personelle Situation bei den Gastgebern ist also schwer einzuschätzen. Beim BVB gibt es nach dem Kagawa-Schock zumindest nicht so viele Fragezeichen. Kuba hat im Training eine Risswunde am Fuß erlitten – da Jürgen Klopp seinen Einsatz auf der heutigen PK nicht ausgeschlossen hat, kann man aber vorsichtig optimistisch sein. Erfreuliche Nachrichten gibt es von Sven Bender und Toni da Silva: Beide werden am Samstag zur Verfügung stehen. Damit hat sich die Problemzone defensives Mittelfeld erledigt. Je nach Einsatzfähigkeit von Kuba wird Mario Götze offensiv zentral oder rechts spielen, gegebenenfalls rücken Lewandowski oder Zidan in die Mitte. Lucas Barrios, über dessen Fitness Jürgen Klopp aufgrund der Laktatwerte zuletzt anderer Ansicht war als der Spieler, wird auf jeden Fall in den Sturm zurückkehren.

Es steht nicht zu befürchten, dass die Schwarz-Gelben durch den Punktverlust und Shinjis Verletzung mental gehandicappt sind. Wie stark sich das Fehlen des Japaners spielerisch bemerkbar macht, kann eine Begegnung in Wolfsburg möglicherweise zeigen. Es wird auch ein Wettbewerb um das kreativere Mittelfeld sein: Sahin und Götze gegen Diego plus x. Für Kagawa soll übrigens kein Ersatz geholt werden – Michael Zorc und Jürgen Klopp vertrauen dem Kader, dem nun auch weiterhin Tamas Hajnal angehören dürfte. Und überhaupt: Am Samstag wäre Shinji ohnehin noch beim Finale in Katar gewesen.

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