Wednesday Focus #2

(Updated) Eigentlich sollte der zweite Teil meiner neu gestarteten Serie über den englischen Drittligisten Sheffield Wednesday und seinen Besitzer Milan Mandaric bereits letzte Woche erscheinen. Doch nach mehreren enttäuschenden Ergebnissen in der League One wackelte plötzlich Trainer Alan Irvine bedenklich. Besonders die Auswärtsform der Owls gibt Anlass zur Sorge: Beim bisher in unteren Tabellenregionen platzierten Londoner Club Leyton Orient setzte es vorletztes Wochenende ein peinliches 0:4.

Am Dienstag darauf traf man auf die abstiegsgefährdete Mannschaft von Yeovil Town. Im heimatlichen Stadion Hillsborough schafften die Owls nach zweimaligem Rückstand immerhin noch ein spätes 2:2. Allerdings gegen nur neun Mann. Die Gäste hatten zwei Spieler durch Platzverweis verloren und einen Elfmeter gegen sich überstanden – dank der Hilfe des englischen Wolfgang Stark. Sheffields Mittelfeldspieler Giles Coke verwandelte den Strafstoß, musste aber erneut antreten, da ein Mitspieler zu früh in den Strafraumkreis gelaufen war. Prompt zielte er beim zweiten Versuch meterweit über die Latte.

Ein wiederholter Elfmeter, vergebene Chancen bester Qualität in der Schlussphase – es war ein unglücklicher Punktverlust für Wednesday. Trotzdem hatten die Fans – und Club-Besitzer Mandaric – nach mehreren Neuverpflichtungen etwas anderes erwartet. Die Owls standen plötzlich nur noch auf Platz 12 und ein Ausscheiden im FA-Cup gegen den Viertligisten Hereford United hätte mit Sicherheit auch Irvines Aus bedeutet. Dazu kam es jedoch nicht. Nach Rückstand gewann Wednesday in Hillsborough am Ende ungefährdet mit 4:1. Dabei halfen diesmal ein Platzverweis auf Seiten des Gegners und zwei von Stürmer Clinton Morrison verwandelte Elfmeter.

Gestern Abend folgte die Bewährungsprobe beim Aufstiegskonkurrenten Peterborough United, wo Sir Alex‘ Sohn Darren Ferguson nach einem ausgesprochen erfolglosen Intermezzo beim Zweitligisten Preston North End erneut Trainer ist. Es wurde erneut dramatisch: Dreimal ging Wednesday in Führung, dann wurde Mittelfeldspieler Darren Potter wegen einer Notbremse vom Platz gestellt. Und die Owls zeigten wie so häufig auswärts arge Defensivschwächen. Endergebnis 3:5. Nach diesem Thriller dürfte der Druck auf Irvine nicht geringer werden, aber die unmittelbare Entlassung droht ihm vermutlich nicht. Der Tabellenstand gibt immer weniger Anlass zur Hoffnung: Nach dem gestrigen Spieltag hat Sheffield sieben Punkte Rückstand auf die Play-Off-Ränge.

Angesichts der vor allem auswärts schwachen Ergebnisse hatte Milan Mandaric die Verpflichtung von sechs neuen Spielern im Januar abgesegnet. Letztlich sind es fünf geworden. Vor allem die Defensive benötigte Verstärkung und Irvine bekam gleich drei neue, teils vielfältig einsetzbare Abwehrspieler. Innenverteidiger Reda Johnson könnte zum neuen Abwehrchef werden. Er musste vom Ligakonkurrenten Plymouth aus finanziellen Gründen abgegeben werden und hat bereits zwei Tore für die Owls erzielt. Etwas durchwachsener verliefen die Einstände von Michael Morrison und Mark Reynolds, die aus Leicester bzw. dem schottischen Motherwell kamen. Beide können sowohl außen als auch innen in der Viererkette spielen und bei beiden muss man wohl noch die nächsten Spiele abwarten, um sich ein Urteil erlauben zu können.

Nach den drei Abwehrleuten holten Irvine und Mandaric zwei großgewachsene Spieler für Sturm und Mittelfeld. Von Carlisle United kam Offensivmann Gary Madine, der bereits vielversprechende Ansätze zeigte. Am Sonntag wurde schließlich Isaiah Osbourne von Aston Villa verpflichtet. Der 23-jährige zentrale Mittelfeldspieler ist bis Saisonende ausgeliehen.

Bei diesen fünf Verpflichtungen soll es jedoch nicht bleiben, denn Mandaric möchte sein Versprechen halten. In der nächsten Woche öffnet sich für Vereine außerhalb der Premier League ein weiteres Transferfenster für Kurzzeit-Leihen und der Vorsitzende denkt an zwei bis drei weitere neue Spieler. Sein Ziel macht er ebenfalls klar:

The objective since I came to Sheffield Wednesday is automatic promotion and that is still the same. We need to get out of League 1 and get back into the Championship. (…) Our supporters deserve the best chance possible to get promotion and I am doing what I said I would do by helping the manager as much as I can.

Irvine hat gerade erklärt, wie die vergangene Transferphase bei Wednesday abgelaufen ist. Natürlich hat zunächst der Trainer Vorschläge gemacht, aber Spielerberater sind auch direkt an Mandaric oder CEO Paul Aldridge herangetreten. Und manchmal hat man sich daher einfach gegenseitig Namen an den Kopf geworfen. Das Wichtigste aber: Man war stets im Gespräch und ohne den Trainer wird nichts entschieden.

Das Zitat von Mandaric macht jedoch erneut deutlich, dass das Ziel nur der Aufstieg ist und ein frühes oder auch spätes Scheitern das Ende von Irvines Amtszeit bedeuten dürfte. Mit dem Ergebnis von gestern ist die zweite Liga wieder ein Stück in die Ferne gerückt. Es bleibt spannend in Hillsborough.

UPDATE: Entgegen meiner Vermutung, dass Alan Irvine noch mindestens ein Spiel kriegen würde, hat Milan Mandaric heute die Konsequenzen aus der Talfahrt gezogen und den Trainer entlassen. Bis Ersatz gefunden ist, übernehmen Assistenztrainer Rob Kelly und Coach Billy Barr die Verantwortung. Alles über das erste Spiel ‚post Irvine‘ und eventuell seinen Nachfolger am nächsten Mittwoch.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s