In der Umlaufbahn

Borussia Dortmund kreist um den Wunderplaneten, der aussieht wie eine Meisterschale. Langsam setzt das schwarz-gelbe Traumschiff zum Landeanflug an. Aber so eine Landung ist nicht ohne – da kann es Nebel geben oder tückische Fallwinde. Und wenn die Besatzung krank wird ist das auch nicht so gut.

Was ich natürlich sagen will: Es sieht sehr gut aus für den BVB, aber wir sind noch nicht durch. 16 Punkte Vorsprung auf den FC Bayern in deren momentaner Verfassung sind genug. 12 Punkte auf Bayer Leverkusen sind nicht uneinholbar. Trotz des späten Punktverlusts in Bremen zeichnet die Mannschaft von Jupp Heynckes manche Eigenschaft aus, die auch die Stärke der Schwarz-Gelben ausmacht, beispielsweise das im Idealfall geradlinige, schnelle Spiel nach vorne. Um schon die Meisterschaft zu feiern, ist die Differenz zwischen Vorsprung und erreichbarer Punktzahl noch zu groß.

Geht man von der Punktzahl aus, ist die Borussia derzeit 20% besser als der Rest der Liga. Das generelle Niveau der 1. Bundesliga ist in dieser Saison gut und relativ ausgeglichen. Würde beim BVB nun die Selbstzufriedenheit einziehen und würden die Spieler 20-30% nachlassen, dann könnte es in vielen der noch zu absolvierenden Partien zu Problemen kommen. Man kann direkt den nächsten Gegner nehmen: Das Sturmduo des Effzeh, bestehend aus Lukas Podolski und Milivoje Novakovic, sorgt momentan für Furore – da könnte sich unsere Defensive keinen Leistungsabfall leisten.

Jürgen Klopp steht dafür, dass es dazu nicht kommen wird. Selbst wenn Zorc, Watzke und Kehl jetzt sagen, dass wir Meister werden WOLLEN – was selbstverständlich ist – Klopp interessiert diese Diskussion nicht, ihn interessiert der nächste Gegner. Und das ist genau so richtig. Intern mag mal das eine oder andere Wort über die Meisterschaft gesprochen worden sein, aber was bringen große Ankündigungen nach außen hin? Das haben die Bayern gerade erfahren. Unser Trainer wird alles versuchen, die volle Aufmerksamkeit der Spieler auf jede einzelne Partie zu lenken. Ob das alle Beteiligten zu 100% auf dem Feld umsetzen können, muss man abwarten. Bisher war es der Fall und ich bin zuversichtlich, dass es dabei bleibt.

Eine weitere Unwägbarkeit an den letzten zehn Spieltagen sind Verletzungen. Wenn Nuri Sahin, Mario Götze und Lucas Barrios gleichzeitig ausfallen würden, hätten wir ein Problem. Oder wenn es die zwei Innenverteidiger träfe. Glücklicherweise zeichnet sich momentan keine größere Verletzungskrise beim BVB ab. Roman Weidenfeller kann nach heutigem Stand am Freitag wieder im Tor stehen. Patrick Owomoyela dürfte nach seinem zweiten Einsatz in der Regionalliga (0:2 gegen Verl) wieder in den Kader zurückkehren, muss aber sicher Lukasz Piszczek den Vortritt in der Startelf lassen. Von neuen Verletzten ist nach der fairen Partie in München nichts bekannt.

Unterdessen ist noch nichts über die Schwere der Verletzung von Julian Koch bekannt, der zurzeit an den MSV Duisburg ausgeliehen ist. Wegen der Schwellung und der am Montag durchgeführten Operation am Knie konnte sich der multifunktionale Rechtsverteidiger noch keiner Kernspintomografie unterziehen. Ich wünsche in jedem Fall gute Besserung!

Zurück zur ersten Liga. Noch zehn Spieltage. Zum Genießen, aber nicht zum Ausruhen. Weder für Spieler noch für Fans. Und dann gibt es vielleicht irgendwann etwas zu Feiern. Aber nicht jetzt.

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