Gute und weniger gute Nachrichten aus Dortmund

Normalerweise wäre diese Überschrift deutlich überschwänglicher ausgefallen, aber angesichts der fürchterlichen Ereignisse in Japan halte ich es für unangebracht, die vergleichsweise unbedeutenden Vorgänge bei einem westfälischen Fußballverein zu überhöhen. Es ist nicht das erste Mal, dass man als Fußball-Blogger zwischen Weltlage und Sport in einem Dilemma steckt, aber nach meiner persönlichen Einschätzung ist es das größte bisher. Trotzdem hilft es niemandem in Japan, wenn ich meine Beiträge zu meinem eigentlichen Thema einschränke. Deshalb bleibt es bei dem Appell an alle, alles zu tun, damit sich die Teile dieser Katastrophe, die von Menschen verhinderbar sind, nirgendwo auf der Welt wiederholen können.

Zu den guten Nachrichten. Schneller als in den letzten Wochen erwartet hat Mats Hummels seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2014 verlängert! Der Innenverteidiger, der nach seinem Wechsel von den Bayern einen kometenhaften Aufstieg in schwarz-gelb hingelegt hat und der einer der wichtigsten Garanten für den Erfolg in dieser wunderbaren Saison ist, hat damit seinen Worten Taten folgen lassen. Natürlich bleiben die genauen Vertragsinhalte geheim, aber es ist davon auszugehen, dass Mats deutlich mehr verdienen wird und dass sich der Verein nicht erneut auf eine Ausstiegsklausel eingelassen hat – sollte es sie denn im bisherigen Vertrag überhaupt gegeben haben. Hummels Verbleib in Dortmund ist ein entscheidender Baustein für den langfristigen Erfolg, der nur durch eine vorzeitige Verlängerung von Nuri Sahin noch übertroffen werden könnte.

Kurzfristig viel bedeutender sind die positiven Neuigkeiten von Sven Bender. Seine Zwangspause wird sehr viel kürzer sein als selbst in den optimistischen Prognosen angenommen. Die Kernspinuntersuchung durch Doc Braun hat ergeben, dass sich der defensive Mittelfeldspieler nur eine Kapselzerrung in der Schulter zugezogen hat und somit lediglich für einige Trainingstage ausfallen wird. Bereits übermorgen soll er wieder einsteigen und am Samstag gegen Mainz spielen können!

Ungetrübt bleibt der Tag jedoch auch aus rein schwarz-gelber Sicht nicht. Neben Mats‘ Vertragsverlängerung gab der BVB heute ebenfalls bekannt, dass die Ära Dede im Sommer enden wird! Bei dieser Nachricht dürfte es den meisten BVB-Fans so gehen wie mir: Ich finde das sehr traurig. Dede war bekanntlich mit 13 schwarz-gelben Jahren der dienstälteste Dortmunder und ich hätte mir gewünscht, dass dieser Musterprofi seine Karriere bei uns beenden kann, so wie er es sich in den letzten Jahren gewünscht hatte. Aus der Verlautbarung des Vereins und der heutigen Pressekonferenz (anzuschauen bei den „Ruhr Nachrichten„) geht hervor, dass sich Dede nach Gesprächen mit Jürgen Klopp und Michael Zorc selbst entschieden hat zu gehen, da der Trainer auch in Zukunft auf Marcel Schmelzer setzen will. Nicht zu Unrecht findet sich der 32-jährige noch zu gut für die Ersatzbank:

Schmelle spielt gut, er ist ein super Kollege. Aber ich bin noch schnell, habe noch meine Qualitäten und fühle mich zu jung, um auf der Bank zu sitzen. (…) Die Entscheidung, so lange hier zu bleiben, war die richtige. Ich würde sie noch einmal treffen.

Da es scheinbar auch nicht um Geld ging, müssen wir die Entscheidung des Vereins und von Dede schweren Herzens akzeptieren. Es wird aber nicht leicht sein, ihn demnächst womöglich für eine gegnerische Mannschaft auflaufen zu sehen, denn ein Verbleib in der Bundesliga gilt als gut möglich. Eine ausführliche Würdigung von Dedes Zeit beim BVB folgt hier nach Saisonende – denn mindestens bis dahin ist er Dortmunder.

Eine weitere negative Nachricht kommt aus Duisburg bzw. dem Klinikum Dortmund. Der an den MSV ausgeliehene Julian Koch wurde in besagtem Krankenhaus zum zweiten Mal an seinem verletzten Knie operiert und wird sich in zwei Monaten einer weiteren OP – dann am angerissenen Kreuzband – unterziehen müssen. Der 20-jährige hatte vor seiner Verletzung auf verschiedenen Positionen für Furore gesorgt und großen Anteil daran, dass die Duisburger das Pokalfinale erreicht haben und bis vor kurzem noch im Aufstiegsrennen waren. Koch hätte in der nächsten Saison auch in Dortmund gute Chancen auf einen Platz im Kader gehabt – nun wird er sich eventuell bis zur Rückrunde gedulden müssen. Daraus ergeben sich neue Perspektiven für Patrick Owomoyela. Michael Zorc wird entscheiden müssen, ob er dem Rechtsverteidiger doch den gewünschten Zweijahresvertrag anbietet oder möglicherweise ein Leihgeschäft mit einem anderen Spieler in Frage kommt. Das Wichtigste jedoch: Gute Besserung, Julian!

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