Abschied, Abstieg, Meisterfeier

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Eines ist sicher: Es wird am Samstag im Westfalenstadion viele verschiedene Gefühlslagen geben. Wehmut, Freude, Wut und Trauer sind möglich, wenn Borussia Dortmund zum letzten Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt antritt. Vor der Partie werden die BVB-Fans Dede und Nuri Sahin mit Tränen und Applaus verabschieden. So richtig will ich mir das noch gar nicht vorstellen, gerade bei Dede, und lasse mich überraschen, wie es sein wird.

Nach dem Spiel wird BVB-Präsident Reinhard Rauball dem aktiven BVB-Kapitän Roman Weidenfeller die Meisterschale überreichen. Es wird ein großartiger Moment werden, ein Moment für die Geschichtsbücher. Ich glaube jedoch nicht, dass die Freude bei uns Fans so emotional sein wird wie nach dem Nürnberg-Spiel, als alles klar war.

Dazwischen liegen gut 90 Minuten, die vor allem darüber entscheiden werden, wie sich die Gäste – Fans, Funktionäre und Spieler – im Anschluss fühlen. Der Verein, der dem BVB am 17. Spieltag seine zweite Saisonniederlage beibrachte und dadurch auf dem siebten Platz überwinterte, steht vor dem Abstieg. Solche Abstürze hat es immer wieder gegeben, aber die meisten waren einfacher erklärbar als der der Eintracht. Verletzungen haben eine große Rolle gespielt und die fehlenden Tore des Torjägers Gekas. Fatal dürfte jedoch gewesen sein, dass der Mannschaftsgeist, der Zusammenhalt in der Rückrunde abhanden gekommen ist.

In den letzten Wochen hat die Eintracht dann einiges getan, das sie in meinen Augen zu einem verdienten Absteiger macht. Heribert Bruchhagen hat, möglicherweise auf Druck, einen nicht durchdachten Trainerwechsel vollzogen. Es scheint, dass sich die Spieler hinter dem Medienstar Daum bequem verstecken konnten. Ein ruhigerer, aber trotzdem konsequent arbeitender Mann wäre womöglich die bessere Lösung gewesen. Die Fans haben sich nach den Spielen in Mainz und gegen Köln daneben benommen. Es war nur ein kleiner Teil und ich habe den großen Teil, der ’nur‘ Stimmung macht, schon öfter gelobt. Sollten aber auch am Samstag irgendwelche Idioten gewalttätig werden, wäre das ein weiterer Grund, diesen ‚Fans‘ den Abstieg zu wünschen. Die Eintracht-Führung hat sich in den letzten Wochen zunehmend nervös gezeigt. Es gipfelte letzten Samstag in der Ansprache des Vereinspräsidenten Fischer an die durchdrehenden Fans. „Dann schlagen wir eben den Scheiß-BVB“, versprach Fischer den Anhängern. Dafür hat er sich allerdings inzwischen bei Hans-Joachim Watzke entschuldigt.

Personell hat die Eintracht weiterhin vor allem in der Defensive Probleme. Chris, Franz und Tzavellas fehlen langfristig und Ricardo Clark hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen. Den Hessen wird kaum etwas übrig bleiben, als offensiver aufzutreten als in der Vergangenheit.

Ich würde es zwar dem VFL Wolfsburg noch eher gönnen, abzusteigen, aber da ich mir selbstverständlich einen BVB-Sieg zur Feier des Tages und der Saison wünsche, muss leider die Eintracht dran glauben. Ob es wirklich dazu kommt, weiß ich nach dem Auftritt der Schwarz-Gelben in Bremen nicht mehr. Jürgen Klopp versucht alles und lässt heute und morgen hinter verschlossenen Türen trainieren. Änderungen in der Mannschaftsaufstellung sind nicht zu erwarten – bis auf…ja, alle sind wohl gespannt, ob Dede noch einen Einsatz von Beginn an bekommt. Ich tippe stark darauf, dass Klopp ihm das zugesteht. Gut genug ist Dede dafür ohne Zweifel immer noch.

Es geht am Samstag darum, dass sich die, die Grund zur Freude haben, in Ruhe freuen können und die, die verlieren und eventuell absteigen, das in Würde tun. Über die Rollenverteilung wird hoffentlich sportlich auf dem Platz entschieden.

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5 Gedanken zu “Abschied, Abstieg, Meisterfeier

  1. Ja. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir auch mit Dede Meister geworden wären. Andererseits hat Schmelzer in dieser Saison einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht. Also konnte Klopp sich sicher sein, etwas Richtiges zu tun, musste aber gleichzeitig etwas falsch machen. ;-)

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  2. Ich glaube, dass Dede nicht zu letzten Mal in Dortmund zu sehen ist, daher finde ich es nicht schlecht, wenn er erstmal an anderen Orten Erfahrung sammelt, um dann wieder in Dortmund an einer anderen Stelle einsteigt – ähnlich wie Zorc.
    Schade das eigentlich Sahin geht, wobei ich das auch verstehe… ich hoffe er wird dort nicht unter gehen, da gab es noch ganz andere Kaliber, die es dort nicht geschafft haben. Wünsch ihm trotzdem alles gute.

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