Groß, ungelenk, torgefährlich: Marco Stiepermann geht nach Aachen

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Zum ersten Mal ist mir Marco Stiepermann am 29. Mai 2009 aufgefallen – beim DFB-Pokalfinale der A-Junioren in Potsdam-Babelsberg. Borussia Dortmund verlor damals nach Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg und ich schrieb über den 1,90m-Stürmer: „Der große, zwar leicht ungelenk, aber trotzdem torgefährlich wirkende Marco Stiepermann machte endlich den Treffer, den ich ihm schon länger zugetraut hatte.“ Vor Ort äußerte ich damals die Vermutung, dass wir Stiepermann möglicherweise auch mal in der ersten Mannschaft sehen würden.

Dazu kam es bereits in der folgenden Saison und gegen den VFL Wolfsburg erzielte der Stürmer sogar sein erstes Bundesliga-Tor. Es blieb jedoch bei gelegentlichen Kurzeinsätzen in der ersten Liga – meistens war Stiepermann für die zweite Mannschaft im Einsatz. Aufgrund seiner körperlichen Attribute und Fähigkeiten scheint der Schritt in die zweite Liga, den der 20-jährige nun macht, folgerichtig. Marco Stiepermann wird für ein Jahr an Alemannia Aachen ausgeliehen. In einem Kader, der auf die Champions League abgestimmt ist, wäre er nicht zum Zug gekommen, in der Regionalliga hätte er stagniert. Deshalb kann man den Worten des Sportdirektors der Alemannia, Erik Meijer, nur zustimmen:

Wir müssen uns bei Jürgen Klopp und Michael Zorc bedanken, dass wir seine Ausbildung hier weiterführen dürfen. Ich denke, von dieser Ausleihe werden alle Seiten profitieren.

Sollte Stiepermann ähnlich wie Julian Koch in Duisburg einen Leistungssprung machen, wird er mit Sicherheit zum BVB zurückkehren. Bleibt er auf dem jetzigen Niveau, ist aber auch vorstellbar, dass eine längere Ausleihe oder ein permanenter Transfer aus der Sache wird.

Nach Lasse Sobiech ist Marco Stiepermann der zweite Nachwuchsspieler aus dem Profikader, der sich anderswo Spielpraxis holen soll. Mit Daniel Ginczek könnte ein weiteres ‚hoffnungsvolles Talent‘ aus der zweiten Mannschaft dazu kommen. In den kommenden Jahren wird es für den Nachwuchs nicht einfacher werden, sich für einen Einsatz in der Bundesliga zu empfehlen. Am ehesten dürfte es tatsächlich per Ausleihe funktionieren – das ist zwar ein bisschen schade, aber der Preis des Erfolgs. Wir können jedoch zuversichtlich sein, dass sich Jürgen Klopp die größten Talente nicht entgehen lässt.

Der nächste Zugang steht beim BVB unterdessen kurz bevor. Ivan Perisic vom FC Brügge hat im belgischen Fernsehen verraten, dass er einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben habe und der Wechsel in den nächsten Tagen bekanntgegeben werde. Mehr dazu nach Vollzug.

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