Besser als belgische Schokolade: Perisic wechselt zum BVB

Standard

Ivan Perisic, der aktuelle belgische Spieler des Jahres, wechselt vom FC Brügge zu Borussia Dortmund und unterschreibt einen Vertrag bis 2016. Die Ablösesumme soll erfolgsabhängig zwischen fünf und fünfeinhalb Millionen Euro liegen. Laut den „Ruhr Nachrichten“ ist der 22-jährige Mittelfeldmann ein absoluter Wunschspieler von Jürgen Klopp. Der BVB-Trainer äußerte sich folgendermaßen:

Perisic ist beidfüßig, schnell, strategisch nicht unbegabt und hat einen starken Kopfball.

Das Fanzine „Schwatzgelb.de“ führte bereits vor einer Woche ein Interview mit einem belgischen BVB-Fan. Dessen Tenor: Perisic kann eigentlich alles, hat aber keinen einfachen Charakter.

Wie ist also die seit längerer Zeit erwartete und mancherorts als „Königstransfer“ bezeichnete Verpflichtung zu beurteilen? Klar ist: Wenn wir von Perisics Leistungen reden, sprechen wir über die erste belgische Liga. Es wäre nicht richtig, diese generell abzuqualifizieren, man kann jedoch selbstverständlich Auszeichnungen wie den „Spieler des Jahres“ nicht 1:1 auf deutsche Verhältnisse übertragen. Hier kann die Erinnerung weiterhelfen: Robert Lewandowski war ebenfalls Spieler des Jahres in Polen. Er hat sich gut, aber nicht spektakulär in Dortmund eingeführt.

Ein ganz großes Plus von Ivan Perisic ist seine Vielseitigkeit. Im Mittelfeld kann er auf beiden Außenbahnen spielen und auch die Sahin-Position wird ihm zugetraut. Zudem bekommt der BVB nach Shinji Kagawa einen zweiten torgefährlichen Mittelfeldspieler. Die Torausbeute war in der Rückrunde eines der wenigen ausbaufähigen Details im Dortmunder Spiel. Der ’schwierige Charakter‘, der Perisic nachgesagt wird, passt nicht in ein auch auf Harmonie aufbauendes Mannschaftsgefüge. Andererseits ist nicht gesagt, dass mögliche negative Charakterzüge auch unter Jürgen Klopp zum Vorschein kommen. Mohamed Zidan ist ebenfalls nicht überall zurechtgekommen. Letztendlich wird es von Einsatzzeiten, spielerischer und menschlicher Integration abhängen – bisher konnten wir auf diesem Gebiet Klopp und seinem Team voll vertrauen.

Beim Durchgehen der personellen Alternativen im offensiven Mittelfeld dürfte die Vorfreude auf die nächste Saison unter den BVB-Fans ins Unermessliche steigen. Ivan Perisic, Shinji Kagawa, Mario Götze, Moritz Leitner, Kevin Großkreutz und Kuba bewerben sich um drei zu vergebende Positionen. Die Borussia ist in diesem Mannschaftsteil exzellent aufgestellt.

Es stellt sich die Frage, ob Perisic der letzte Neuzugang in diesem Sommer war. Die Medien werden nicht aufhören, zu spekulieren und abstruse Gerüchte wie das um Goran Pandev zu verbreiten. Michael Zorc wird jedoch deutlich genug: „Wir werden nur noch einmal aktiv, wenn wir das Gefühl haben, noch etwas tun zu müssen.“ Voraussichtlich wird also kein weiterer Spieler kommen – es gibt jedoch drei mögliche Szenarien, die an der Haltung der sportlichen Führung etwas ändern könnten:

1. Der BVB startet katastrophal in die neue Saison und legt deshalb personell nach. Ohne den Spielplan kennen zu müssen ist das ein unwahrscheinliches Szenario. Der Auftakt müsste extrem desaströs verlaufen, um die besonnenen Verantwortlichen vor Ende der Transferphase Anfang September zu einer Panikreaktion zu verleiten.

2. Mehrere Stammkräfte verletzen sich schwer. Im Sturm und in der Abwehr ist der BVB quantitativ ordentlich, aber nicht reichhaltig besetzt. Sollten Lucas Barrios oder Robert Lewandowski lange ausfallen oder die Genesung von Patrick Owomoyela sich deutlich verzögern, könnten Michael Zorc oder Jürgen Klopp die Situation noch mal neu überdenken. Gleiches wäre bei einem Ausfall mehrerer Innenverteidiger denkbar.

3. Ein wichtiger Stammspieler äußert den Wunsch, den Verein noch in diesem Sommer zu verlassen. Dafür gibt es zurzeit keine Anzeichen und viele BVB-Fans möchten dieses Szenario am liebsten verdrängen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen – die Transferperiode ist noch lang und es gibt viele Klubmanager, die ihre Hausaufgaben nicht so zeitig erledigen wie Michael Zorc. Lassen wir mal einen spanischen CL-Teilnehmer bei Lucas Barrios oder einen englischen bei Neven Subotic anfragen. Aus finanziellen Gründen müsste der Verein niemanden gehen lassen, aber Spieler haben ihre eigenen Vorstellungen – auch wenn sie den BVB lieben.

Stand heute können wir uns beruhigt zurücklehnen, über Gerüchte lachen und die Bemühungen anderer Vereine auf dem Markt verfolgen. Nach allem, was wir heute wissen können, hat Borussia Dortmund erneut eine vorbildhafte Transferpolitik verfolgt. Selbst eine solche schützt nicht immer vor Komplikationen – wir dürfen jedoch zuversichtlich sein. Willkommen in Dortmund, Ivan Perisic!

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3 Gedanken zu “Besser als belgische Schokolade: Perisic wechselt zum BVB

  1. Andy

    Bin gespannt auf alle Neuzugänge und drücke ihnen die Daumen das sie sich schnell eingewöhnen und von Verletzungen verschont bleiben..

    Kann die neue Saison nicht jetzt schon beginnen!?

    P.S. Bin gespannt ob ich Nuri im Juli zu Gesicht bekomme wenns gegen die Hertha geht..
    wird auf jeden Fall komisch ihn im weißen Dress zu sehen..

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  2. Wenigstens spielt Nuri dann bei Real und nicht bei der Hertha. ;-) Ich denke, bei einem Testspiel in Deutschland wird ihn Mourinho bestimmt einsetzen.

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