Der Hype und die Wirklichkeit

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Mario Götze hat im Länderspiel gegen Brasilien ein tolles Tor aus spitzem Winkel erzielt. Es ist vorherzusehen, dass das den Hype um den 19-jährigen Dortmunder weiter anfachen wird. Vermutlich sogar international, denn die Partie wurde natürlich – wie das Bundesliga-Auftaktspiel – in eine dreistellige Anzahl von Ländern übertragen. Gut möglich, dass beim BVB bald Angebote für ihn eintrudeln, die in Gomez-Dimensionen vorstoßen – vielleicht noch in dieser Transferperiode.

Wie sieht die Wirklichkeit im ‚Fall Götze‘ aus? Man kann so manchen Vergleich und manche Wortwahl der letzten Tage und Wochen kritisieren, aber im Grunde haben die Stimmen recht. Mario ist wirklich Super. Wir haben es mit einem außergewöhnlichen Spieler zu tun, einem extrem gedankenschnellen Instinktfußballer. Wenn diese beiden ‚Eigenschaften‘ so zusammenkommen, dann steht einer großen Karriere kaum noch etwas im Wege.

Oder? Jürgen Klopp warnte jüngst, dass die ausufernden Lobeshymnen nicht hilfreich seien. Noch sieht es allerdings nicht danach aus, dass sie Götze sonderlich beeindrucken oder gar beeinträchtigen. Zwar ist Mario für Dortmunder Verhältnisse ein Superstar, die Stadt des Meisters bietet ihm jedoch gleichzeitig ein geerdetes Umfeld mit Familie und Freunden. Und man hat das gute Gefühl, dass er das zu schätzen weiß. In diesem Jahr können sich selbst die ganz großen Vereine ihre Angebote sparen und auch für den nächsten Sommer darf man durchaus optimistisch sein. Erst 2013 könnte ein Wechsel ein Thema werden – jedoch nur, wenn Mario will. Bis dahin wird er uns noch viel, viel Freude bereiten!

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6 Gedanken zu “Der Hype und die Wirklichkeit

  1. Vollkommen korrekt, man liegt mit den Vergleichen nicht daneben. Der Junge ist etwas Besonderes. Mir möge ein Fan einen besseren Borussen nennen!? Ich verfolge den BvB seit ich denken kann, also seit Beginn der 90er Jahre. Kein Spieler, auch nicht mein erster Liebling Andy Möller, hat diese Veranlagung gehabt, Ich bin so dermaßen glücklich, Mario Götze in unserer Meistersaison live gesehen zu haben. Ein wahrer Genuss. Das muss man sagen dürfen und damit kann Mario umgehen.

    Ärgerlich sind die Medien und einige Fans. Wie die ARD jeden Nationalspieler im Interview zu Götze befragte, das war einfach erbärmlich und hat mit gutem Journalismus 0,0 zu tun! Aber sie sind nicht allein, auch andere Medien verhalten sich so. Die Medienlandschaft ist ziemlich verkommen und guten Journalismus darf man wohl bald ohne Lupe im Heuhaufen suchen. Und dann ärgern mich einige Fans. Wenn ich höre, dass Mario teilweise nur mit Kappe aushäusig geht, dann frage ich mich, ob die Menschen nicht zwischen Fußballer und Privatmann unterscheiden können. Grade in Dortmund ist es gute Sitte, die Menschen Mensch sein zu lassen und sie nur am Trainingsplatz oder Stadion anzusprechen, während ihrer Arbeitszeit sozusagen. Zumal diese Truppe eh schon soviel Fannähe zeigt. Eine Frage die ich gerne mal einem Profifußballer oder überhaupt einem Promi stellen würde, wie steht es um neue Freunde. Eigentlich dürfte es außerhalb der Berufswelt schwer sein, echte Freundschaften zu schließen. Da muss man schon gut vorbereitet (also mit großem Freundeskreis) in den Job gehen. Ich verstehe auch nicht wirklich, wie man so steil auf Prominente gehen kann. Für mich sind es Menschen wie du und ich und so behandel ich sie auch.

    Wie du, Nick, schon richtig schreibst, die Familie und Freunde scheinen ihm den nötigen Rückhalt zu geben. Das halte ich auch für am wichtigsten. Ohne diese zerbricht man glaube ich leicht an diesem Rummel. Auch so wird es wohl ein hartes Stück Brot. Ein eher suboptimales Leben immer auf der Hut vor der Presse und den „Groupies“. Wir Fans und der Verein sollten einfach möglichst normal mit ihm umgehen. Gute Spiele dürfen auch so deklariert werden und gute Leistungen eines Mario Götze eben auch. Gegen den HSV und Brasilien war er Weltklasse, da gibt es keine zwei Meinungen. Aber damit ist es auch gut, jetzt zählt es den „Kommerzfeind“ zu schlagen. Hoffentlich mit einer gut aufgelegten Truppe mit einem erneut überragenden Mario Götze.

    3 Punkte für die Bierhauptstadt!
    Pilstim

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  2. Dein Kommentar ist super! :-) Ich habe versucht, kurz und bündig zusammenzufassen, was es nach den letzten Wochen und diesem Länderspiel zu Mario zu sagen gibt. Du gehst noch mal detaillierter auf die menschliche Seite ein und ich kann das zu 100% unterschreiben.

    Gerade wir BVB-Fans sollten aus Dankbarkeit für das, was mit Marios Hilfe in der letzten Saison gelungen ist, ihn außerhalb von Training und Spiel sein Leben leben lassen und nicht aufdringlich sein. Dieser allgemeine Hype führt natürlich dazu, dass nicht nur ‚echte BVB-Fans‘, sondern auch Groupies und sogar Neider sich für ihn interessieren. Deshalb hoffe ich, dass er gerade in seinem gewohnten Dortmunder Umfeld, auch abseits vom Fußball, abschalten kann. Für Mario ist es sicher nicht einfacher geworden, ganz normal neue Bekanntschaften zu schließen. Da kann man wirklich froh sein, dass er schon ein gesundes Umfeld zu haben scheint.

    Es wird nicht einfach für ihn und ich kann Klopps Beschwichtigungen schon verstehen. Noch mache ich mir jedoch keine großen Sorgen um Götze. Er ist jetzt wieder bei der Mannschaft und im Training wird es nur um das Spiel gegen Hoffenheim gehen. Und alle werden ihm helfen, den Hype abzuschalten und sich auf Samstag zu konzentrieren. Das hat Klopp in der letzten Saison schon ganz gut hinbekommen. 3 Punkte aus dem Niemandsland!

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  3. Was mich dann zuletzt auch wieder genervt hat, war dieses „Jetzt müssen wir den Jungen aber auf dem Teppich halten“-Gefasel, nachdem er über die Maßen in den Himmel gehoben wurde. Ich glaube zwar auch, dass er mal ein ganz Großer wird und hatte beim Länderspieltor Tränen in den Augen (;-)), aber man sollte doch wirklich nicht vergessen, dass der Junge erst 19 ist. Und ich denke auch, dass beim ihm das Umfeld stimmt – sowohl familiär als auch im Verein.
    Und umso nerviger ist es, wenn man jetzt hören muss, Klopp habe ihn gegen Hoffenheim rausgenommen, um ihm zu zeigen, dass er auf dem Teppich bleiben soll – zumal Klopp selbst nachher gesagt hat, Mario sei verletzt gewesen und habe deswegen nicht über 90 Minuten gehen können. Dämliche Medien. ;-)

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  4. Äußerst dämlich in diesem Fall! Der Kicker hat jetzt immerhin eine reflektierte Story über den Götze-Hype gebracht. Die Beschränkung des Autogrammschreibens nach dem BVB-Training auf 1x pro Woche dürfte auch auf ‚Götzinhos‘ Konto gehen (hilfe, ich will diese Wortkreation eigentlich gar nicht benutzen).

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