Zeit für Neues

Standard

Vor der Reise nach Hannover werden sich die Schwarz-Gelben gerne an letzte Saison zurückerinnern, als der BVB nicht nur zum ersten Mal seit acht Jahren wieder beide Saisonspiele gegen die Niedersachsen gewann, sondern dabei auch noch acht Tore erzielte. Sich vor der morgigen Partie auf einen Favoriten festzulegen, fällt trotzdem schwer. Beide Clubs stehen zurzeit im Mittelfeld der Tabelle und bei beiden Clubs gibt es Gründe, warum sie morgen möglicherweise nicht gewinnen.

Hannover 96 hat die ersten beiden Ligaspiele gewonnen, danach zwei Unentschieden geholt und zuletzt in Stuttgart verloren. Zwischendurch hat man sich erfreulicherweise in den Europa League-Play-Offs gegen den unsportlichsten BVB-Gegner der letzten Spielzeit durchgesetzt. Ein wirklicher Trend lässt sich aus diesen Ergebnissen noch nicht ablesen. Wer aber vorgestern das lahme 0:0 der 96er gegen Standard Lüttich gesehen hat, der ahnt, woran es auch gegen den BVB hapern könnte: Die Niedersachsen entwickeln zu wenig Druck nach vorne und zu wenig Torgefahr. Der Torjäger der letzten Saison, Didier Ya Konan, kam nach einer Verletzung im Sommer noch nicht so richtig in Fahrt und stand nur im letzten Spiel beim VfB in der Startelf. Jan Schlaudraff wird wohl für immer das schlampige Talent bleiben. Und der Stürmer der Stunde, Mohammed Abdellaoue, fällt wegen einer Muskelverhärtung aus – angeblich. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein besonders wichtiger Spieler plötzlich doch auf dem Platz steht. Ein nicht unbedingt freudiges Wiedersehen gibt es mit dem Ex-Gelsenkirchener Christian Pander, der für seinen verletzten Namensvetter Schulz ins Team rücken soll.

Die Borussia hat sich am Dienstag in der Champions League gut erholt von der Niederlage gegen Berlin gezeigt. Allerdings haben sich die personellen Voraussetzungen gegenüber dem letzten Ligaspiel weiter verschlechtert. Neben dem gesperrten Sebastian Kehl fällt auch der zweite defensiv orientierte Mittelfeldspieler, Sven Bender, wegen eines Muskelfaserrisses aus. Jürgen Klopp wird improvisieren müssen und hat dabei drei grundsätzliche Möglichkeiten. Am wahrscheinlichsten ist die Rückkehr von Ilkay Gündogan in die Startelf. Neben ihm könnten der erfahrene Antonio da Silva oder der talentierte Moritz Leitner auflaufen. Eine Wahl zwischen jung und nicht mehr so jung also. Alle drei Spieler haben jedoch gemeinsam, dass sie eher offensiv orientiert und nicht die zweikampfstärksten sind.

Möglichkeit 2 wäre ein Vorziehen von Mats Hummels ins Mittelfeld. Der Abwehrstar hat schon früher auf dieser Position gespielt, allerdings ist er weiter hinten deutlich stärker. Im Aufbauspiel fehlt Mats die nötige Konstanz. Er geht gerne mit nach vorne, sein Passspiel ist jedoch noch ausbaufähig. Da der vielseitig einsetzbare Florian Kringe auch in dieser Saison außen vor zu sein scheint, ist die dritte Möglichkeit ein Zurückziehen eines offensiveren Spielers wie Ivan Perisic oder Kevin Großkreutz auf die ‚6‘. Hierbei würde jedoch die Zweikampfproblematik noch viel stärker zum Tragen kommen. Vor allem werden beide Kandidaten im offensiven Mittelfeld gebraucht. Spätestens nach seinem Traumtor gegen Arsenal ist Perisic für die morgige Partie unverzichtbar geworden. Mario Götze ist erneut gesperrt und somit wird auch bei den Schwarz-Gelben nach Torgefahr gesucht werden. Kevin Großkreutz könnte auf die rechte Seite rücken, denn Kuba hat sich beim BVB zuletzt nicht für einen Einsatz empfohlen.

Eine neue Aufstellung gegen ein Team auf der Suche nach Toren – klingt jetzt erst mal nach Unentschieden. Wer noch mal die Statistik bemühen will, kann sich damit trösten, dass zwischen diesen beiden Clubs in der Regel viele Tore fallen. Wir werden sehen, ob sich die Vergangenheit morgen bestätigt. Ich freue mich auf mein erstes Live-Spiel der Saison vor Ort.

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3 Gedanken zu “Zeit für Neues

  1. Andy

    ich persönlich halte die Variante mit Hummels und Gündogan auf der Doppelsechs für wahrscheinlich, da er meinem Empfinden nach sich schon immer in der Spieleröffnung hervorgetan hat.
    Auch wenn seine Passquote stark verbesserungswürdig ist, kann er besser den defensiven Part übernehmen als beispielsweise da Silva oder Leitner.

    Hoffentlich lässt sich an die Leistung vom Arsenal Spiel anknüpfen..

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  2. Das ist schon eine knappe Entscheidung. Ich denke, Klopp sollte im Auswärtsspiel lieber die bewährte Viererkette hinten bestehen lassen und im Mittelfeld notgedrungen etwas mutiger aufstellen. Er könnte ruhig Leitner die Chance geben. Die Situation legt seinen Einsatz nahe und da muss man einem Spieler, der sich ja anderswo schon bewährt hat, dann mal das Vertrauen schenken. Ich bin jedenfalls gespannt auf den ’neuen BVB‘ heute Nachmittag!

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