Die Sache spitzt sich zu

DFB-Pokal, Halbfinale / Greuther Fürth 0 BVB 1 (n.V.)

Dortmund und Bayern im Pokalfinale, Dortmund und Bayern mit der besten Ausgangsposition in der Meisterschaft. Es scheint im deutschen Fußball nun doch auf einen Zweikampf zuzulaufen. Dass beide Finalteilnehmer sich in ihren Halbfinals schwer taten, war erwartbar. Den Schwarz-Gelben bescherte der Dienstagabend einen jener Fußballmomente, die für immer im Gedächtnis bleiben und der aufgrund der Umstände in alle zukünftigen Vereinschroniken aufgenommen werden dürfte.

Vielen wird es so gegangen sein wie dem Torschützen Ilkay Gündogan, der nach dem Spiel sagte: „Ich kann mich nur daran erinnern, dass Kevin den Ball hatte, dass er ihn ablegt und ich ihn annehme“. Vielen fehlen ein paar Sekunden. In manchen Kneipen fiel kurz nach dem Tor der Beamer aus. Diese 120. Spielminute war die Essenz des Fußballs.

Das Spiel liegt nun schon fast zwei Tage zurück und das Geschehen auf dem Feld ist von anderen Schlagzeilen und dem zweiten Halbfinale verdrängt worden. Die Borussia hatte die besseren Chancen, von denen sie wieder mehr als nötig vergab. Die Borussia spielte auch 45-60 Minuten den besseren Fußball, doch es war zu jeder Zeit bewundernswert, wie sich die Fürther in der Partie hielten. Später häuften sich die Fehlpässe bei den Schwarz-Gelben, ob aus Hektik oder Frustration, doch die Mannschaft hatte erneut die Qualität, eine schwache Phase im Spiel zu überwinden.

Das Tor in allerletzter Sekunde fiel auch wegen dieser Mentalität des nie-Aufgebens – weniger aufgrund des Fürther Torwartwechsels. Dass der Pfostenschuss vom Torwart abprallte, das hätte Grün genauso passieren können.

Dann war da noch das Nachspiel, das man nicht verschweigen kann. Nur echte Fußballer und echte Fußballfans können sich die Emotionen vorstellen, die ein derart spätes Tor im Pokalhalbfinale auslöst. Grundsätzlich sollte man nicht alles auf die Goldwaage legen, was kurz danach gesagt wird. Nun steht – mal wieder – der Vorwurf im Raum, Gerald Asamoah sei von einem Dortmunder rassistisch beleidigt worden. Was nicht so einfach mit Emotionalität wegzudiskutieren wäre. Die Vorwürfe wurden vom Fürther Mavraj erhoben; Asamoah äußerte sich zwar despektierlich über Großkreutz, sagte jedoch nicht, was Kevin gesagt hat.

Kevin Großkreutz nimmt es mit der Wahrheit nicht immer so genau, doch er ist sicher kein Rassist. Im Sommer fährt er schon mal zu Dede nach Brasilien. Kevin ist ein BVB-Fan im BVB-Trikot, der seine Emotionen nicht immer unter Kontrolle hat. Seine Grußadressen an Asamoah und Büskens waren zwar nicht stilvoll, aber welcher Fan, der nach der Einwechslung von Asamoah gepöbelt hat – nicht rassistisch, selbstverständlich – kann ihn dafür verurteilen? Nach diesem Spiel? Hat Asamoah Mitleid verdient, weil es nur noch für die zweite Liga reicht? Weil er zwanzig Meter zu Schiedsrichter Meyer laufen musste, um sich über einen vermeintlichen Trikotzupfer zu beschweren? Nein, Asamoah hat genug dafür getan, dass man ihn in der Fußball-Hauptstadt des Ruhrgebiets nicht sonderlich leiden kann.

Jeder kann selber entscheiden, ob er lieber Kevin oder einem enttäuschten Verlierer glauben mag. Nach momentanem Stand wird es kein DFB-Verfahren gegen den Dortmunder geben, da es keine Beweise gibt.

Nun gibt es einen Moment Entspannung, bis die Zuspitzung weitergeht. In der Bundesliga müssen oder dürfen die Bayern am Samstag gegen Hannover vorlegen, der BVB tritt am Sonntag beim Effzeh an. Und die Planungen fürs Pokalfinale haben bereits begonnen: die Borussia wird alle dem Verein zugeteilten Karten für Berlin und jene für das letzte Saisonspiel gegen Freiburg verlosen – abzüglich der Tickets für die Fanclubs. Vereinsmitglieder haben eine doppelte Chance. Es wird hoffentlich das einzige Mal sein, dass wir Glück benötigen.

Die Aufstellung: Weidenfeller (7) – Piszczek (6), Subotic (9), Hummels (6), Schmelzer (7) – Bender (6) (82. Gündogan (7)), Kehl (7) – Kuba (6), Kagawa (6) (70. Barrios (4)), Großkreutz (8) – Lewandowski (6) (106. Perisic). Gelbe Karten: Lewandowski, Subotic, Barrios. Tor: Gündogan

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16 Gedanken zu “Die Sache spitzt sich zu

  1. Ich stimme mal wieder mit Dir in allen Punkten überein (langweilig eigentlich). Die Sache mit Kevin sehe ich auch sehr gelassen, wobei es mich schon betrübt, daß der Verein in so kurzer Zeit (am letzten Samstag die Fans, was ich gar nicht gelassen sehe, und jetzt eben ein Spieler) sich schlecht präsentiert. Kevins Verhalten war jedenfalls nicht in Ordnung, was immer er gesagt hat, und ich hoffe schon, daß er im verein dafür ne ordentliche Ansage bekommt/bekommen hat.

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  2. mark! die sache von samstag war von einer ganz anderen qualität. das geht so nicht. und scheinbar hat das der verein ja auch erkannt. mal sehen, was da kommt. wenn aber nach dem 1-0 in der 120. minute und nach vorherigem torwartwechsel, der vor allen dingen der demütigung dienen sollte, die mannschaft feiert, kevin ein wenig über das ziel hinausschießt und dj asa vielleicht sogar als „blauen affen“ bezeichnet hat, dann ist das vollkommen ok. bei mir liegt das wort „affe“ auch immer nahe der zunge, wenn ich asa sehe. zügel mich dann, da es aufgrund der hautfarbe einen faden beigeschmack bekommt, in erster linie aber bezeichnet das schimpfwort affe eben keinen schwarzen, sondern einfach nur einen fatzke, eingebildeten schnösel. jetzt kann natürlich der tierschutzbund kommen, mehr aber nicht. emotionen gehören dazu. aufgeblasen wurde die sache von den desaströsen verlierern.

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  3. Also ich bin mir ziemlich sicher, dass Asa in Gelsenkirchen ziemlich beliebt ist. Deswegen kann ich deinen Satz mit der Fußballhauptstadt des Ruhrgebiets nicht so ganz nachvollziehen. ;)

    Und warum hier (dieses mal) so scharf gegen Asa geschossen wird, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Man muss Asa in diesem Fall auch keinen Glauben schenken, da er sich, soweit ich weiß, nicht zu dem Thema geäußert hat und die Vorwürfe gegen Großkreutz nicht bestätigt hat (wenn es denn welche gegeben hat). Von daher sollte man auch von eurer Seite eher Respekt gegenüber dem Spieler zollen, weil er eben nicht schon wieder ein Fass aufmachen wollte. Zumal er im Interview ja auch noch die Größe zeigte und euch zum Finaleinzug gratuliert hat.

    Ich finde es allerdings sehr schwach, dass sich der Verein das zweite Mal ausdrücklich hinter Großkreuz stellt, obwohl er nachweislich zum zweiten Mal vor laufenden Kameras gelogen hat.

    Von dem ersten Vorfall brauchen wir nicht mehr reden. Da sprachen die Bilder ja für sich. Gegen Fürth sagt er, dass er „nur gejubelt“ hat, als er sich von seinen Mannschaftskameraden gelöst hat und direkt auf Asa zugelaufen ist. Man braucht keine Nahaufnahme, um zu sehen, dass Großkreutz etwas von sich gibt, dass nicht „Ach komm, halb so schlimm. Wird schon wieder, Asa!“ oder ähnliches beinhaltet haben wird.

    Davon abgesehen: Egal, was er gesagt hat, die ganze Aktion (auch nach dem Abpfiff mit Büskens) ist im höchsten Maße unsportlich. So was machen Leute (ich halt auch, wenn die Emotionen mit mir durchgehen) in der Kurve und in der Anonymität kann ich das auch irgendwie nachvollziehen. Es ist halt numal auch etwas anderes, wenn man jemanden eine Beleidigung ins Gesicht schreit, oder aber aus Distanz und für die Person unhörbar zuruft.

    Sich als Gegenspieler so gegenüber einem Spieler zu verhalten, der gerade eine bittere Niederlage kassiert hat, ist ein Unding und gehört zumindest vom Verein bestraft. Vom DFB will ich hier gar nicht reden. Dafür sagen die TV Bilder und die Aussagen der Beteiligten zu wenig aus.

    Zusammenfassend lässt sich wieder einmal feststellen, dass Kevin Großkreuz nicht der hellste Stern amRuhrgebietshimmel ist. Viel schlimmer finde ich allerdings die soziale Inkompetenz, die er immer wieder an den Tag legt und die vom Verein auch noch unterstützt wird.

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  4. – nick, das bezieht deinen text zwar explizit mit ein, meint aber eigentlich die dortmunder diskussion um sprüche-kevin im ganzen. den kevin, den ich, bis auf die ellenbogen-aktion mit neuer, immerwieder gegen derbe anfeindungen und beleidigungen verteidigt habe. –

    krass, es braucht echt erst nen blauen, um was vernünftiges zu der sache zwischen großkreuz und asamoah zu hören! weder hier noch bei tinneff noch im forum, noch sonstwo, noch bei watzke gabs was anderes außer verteidigung, leugnung und/oder beleidigung der anderen seite. und klopp windet sich. (ja, im forum finden sich auch vernünftige stimmen. wenn man sucht.) ich empfinde alle drei strategien als hochpeinlich und schäme mich in diesen momenten, diesen verein im herzen zu tragen.

    ich will und kann jetzt nicht aufdröseln, warum ich denke, dass wenig für kevin und viel für asamoah/büskens spricht. nur eins, das mir bisher nicht begegnet ist: warum sagt klopp, der nach großkreuz selbst, auf ne art der hauptverantwortliche für image und verteidung desselben ist, dass es ihm nicht wichtig ist, „was jemand sagt“, sondern was er -hier zum thema rassismus- denkt? dieser -selbstverständlich durchdachte- satz wäre gar nicht nötig, wenn großkreuz gar nichts dramatisches gesagt hätte, wie er es behauptet.

    angesichts der schwere der vorwürfe und dem umstand, dass mavraj/asamoah/büskens keinenkeinenkeinen grund haben, sich sowas auszudenken, sollte man zumindest nicht noch draufhauen, im falle des mglw rassistisch beleidigten DARF mans gar nicht. besser wärs ohnehin, sich aktiv gegen rassismus und dummheiten in der debatte auszusprechen. besonders gegen die aus dem eigenen lager.

    ich für meinen teil kann nicht an ein komplott gegen großkreuz glauben und hab durch diese dortmunder diskussionen und die ziemlich besonnenen reaktionen (insbesondere von asamoah) immer mehr sympathien für gerald asamoah bekommen, der sich solch unterirdische diskussionsbeiträge ja nicht zum ersten mal, und nicht nur in dortmund, anhören muss.

    gerade weil man überhaupt nicht wissen konnte, was für worte tatsächlich gefallen sind, war das ein guter anlass, anstand zu zeigen. hat nun leider nich so geklappt.

    nazis erst auf die fresse, dann zum psychologen und dann zum nachhilfeunterricht! und kevin zur besinnung!

    PS
    die einwechslung eines elfer-spezialisten, zwei minuten vor einem elfmeterschießen als „demütigung“? wow.

    PPS
    sich beim schreiben von kritischen kommentaren emotional zurückzuhalten is schwerer als ich gedacht hatte.

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  5. @markphaverkamp :

    leider sind es ja mittlerweile keine Ausnahmen mehr das sich Spieler (vor allem Kevin) und die Fans ein wenig daneben benehmen. Der Verein darf jetzt 20 000€ berappen wegen der 4 Delikte die in den letzten Monaten vorgefallen sind. Mittlerweile muss der BVB aufpassen das er sein positives Bild was er bisher in der Öffentlichkeit abgab wahrt.

    P.S. Was stand eigentlich auf den Bannern?

    @dembowski : ich denke nicht unbedingt das der Torwartwechsel gedacht war um den Gegner zu demütigen. Die Gründe die genannt wurden, nämlich das er gut hält und selbst sicher verwandeln kann scheinen mir einigermaßen plausibel.
    Was Kevin zu Asa gesagt hat werden wir wohl nie genau erfahren, deshalb ist es auch müßig darüber zu diskutieren.
    Für mich steht jedenfalls fest das :

    a) Kevin kein Rassisit ist, egal in welcher Form er ihn beleidigt hat, und

    b) Asamoah sicherlich kein Kind von Traurigkeit ist und auch einiges auf dem Kerbholz hat (ich sag nur die angedeutete Kopf ab Bewegung beim Derby)

    dennoch wird mir das Thema wie du schon angemerkt hast wieder nur unnötig aufgebauscht. Ein Olli Kahn hat sich beispielsweise nie großartig beschwert wenn er mit Bananenschalen beworfen wurde, was sicherlich auch nicht die feine englische Art ist.

    @tobitatze :

    Einerseits kann ich Kevin verstehen weil er nun mal im Herzen immer noch Fan ist und ihm da die Sicherungen durchgebrannt sind, andererseits muss ihm natürlich bewusst sein welche Vorbildfunktion er inne hat. Ich meine er ist deutscher Nationalspieler und ich denke wir sind uns alle einig sowas gehört sich auf keinen Fall!
    Klar können alle jubeln und sich freuen aber für mich wäre da eine Geldstrafe vom Verein die richtige Antwort.

    Weiterhin muss auch Kloppo aufpassen das er es nicht übertreibt, dieses ständige Lamentieren am Spielfeldrand sollte er ein wenig reduzieren.
    Fachlich und in Interviews ist er ohne Frage Weltklasse.

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  6. >Was stand eigentlich auf den Bannern?
    Ich weiß nicht so recht, ob man die Banner unnötig wiedergeben sollte. Klickste hier (http://www.11freunde.de/bundesligen/150645/die_hools_sind_nicht_verschwunden; Scheiße, wie erstell ich denn nen Link bzw. bearbeite ich meinen Text überhaupt?), bekommste sie und ne Analyse noch dazu.

    >Was Kevin zu Asa gesagt hat werden wir wohl nie genau erfahren, deshalb ist es >auch müßig darüber zu diskutieren.
    Aber wenn diskutiert wird, und es wurde viel diskutiert, dann sollte es auf eine bestimmte Art geschehen.

    >Asamoah sicherlich kein Kind von Traurigkeit ist und auch einiges auf dem >Kerbholz hat (ich sag nur die angedeutete Kopf ab Bewegung beim Derby)
    Das is matialisch und gar nicht soo freundlich, hat aber mit diesem Fall nur indirekt zu tun. Und rechtfertigt nicht was im Raum steht.

    >dennoch wird mir das Thema wie du schon angemerkt hast wieder nur unnötig >aufgebauscht. Ein Olli Kahn hat sich beispielsweise nie großartig beschwert wenn >er mit Bananenschalen beworfen wurde
    Es ist ein Unterschied, ob jemand wegen seiner Art, sozusagen individuell, beleidigt wird, oder rassistisch. Rassismus hat ne Geschichte und schon oft Konsequenzen gehabt. Kahn bekam Beleidigungen und Verhöhnung (+ne Menge Anerkennung), Asamoah bekommt (jedenfalls oft) Hass.

    freundlich,
    d

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  7. @David :

    danke für den Link.. zu der Art wie in anderen Foren oder Onlineportalen diskutiert wurde kann ich nur soviel sagen das nach meinem Eindruck eher eine starke Abneigung gegen KG, JK und den BVB herrschte.
    Großkreutz ist eh eine starke Reizfigur und ich denke das Fans anderer Vereine wenig mit ihm anfangen können.

    Sicherlich rechtfertigt es das nicht, aber damit sollte nur aufgezeigt werden das beide so ihre Vorgeschichte haben.
    Trotzdem brauchen wir hier nicht über Kevin zu richten aufgrund von Vermutungen die im Raum stehen. Er hat einen Fehler begangen (den Klopp auch mittlerweile offiziell bestätigt) und er sollte damit von Vereinsseite bestraft werden. Alles andere sind Spekulationen.
    Was er genau zu ihm gesagt hat, werden WIR nicht erfahren und damit hat es sich dann auch. Kevin sollte einfach versuchen seine Lehren daraus zu ziehen.

    Ja und du hast recht, der Vergleich mit Kahn hinkt ein bißchen.

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  8. Das mal vorweg: Kevin ist ein bisschen verrückt. Und differenzierte Äußerungen sind nicht so sein Ding. Man hört immer wieder, dass dem Fußball Typen fehlen. Kevin ist so einer und er ist kein Rassist. Er ist nicht nur mit Dede befreundet, sondern versteht sich – nach allem was man hört – auch mit anderen ausländischen BVB-Spielern ausgesprochen gut.

    Eric Cantona war auch ein ‚Typ‘. Er hat mal einen Zuschauer getreten, der ihn beleidigt hatte. Dafür ist er lange gesperrt worden. Doch heute bezweifelt niemand, dass er ein großer Fußballer und ein echter Typ war. Den Status ‚großer Fußballer‘ wird Kevin Großkreutz wohl nicht erreichen. Hat er deswegen weniger Anrecht auf Schwächen und Fehler? Mir als Fan ist so ein Typ einfach lieber als ein Lucas ‚ich liebe diesen Verein‘ Barrios, der womöglich bald nach China wechselt. Also ein Typ, der sich immer mit dem Wind dreht. Um das klar zu sagen: Kommt der Wechsel wirklich, hat Barrios jedes Recht dazu, hätte aber Anfang Februar lieber die Klappe halten sollen. Aber ich schweife ab.

    @tobitatze: Ich habe ja geschrieben, dass Asamoah nicht direkt zu den Vorwürfen gegen Kevin Stellung genommen hat. Die ‚Glaubensfrage‘, das bezog sich auf Mavraj, dem meines Wissens einzigen Fürther, der die Rassismus-Vorwürfe in den Raum gestellt hat.

    Dass die Aktion von Kevin überflüssig war, bestreitet ja niemand. Nur braucht sich Asamoah doch nicht zu wundern. Er redet doch die ganze Zeit wie ein Schalker aus der Kurve. Wenn Kevin sich dann wie ein Borusse von der Südtribüne verhält, braucht er sich nicht zu beschweren – was er mit seinen despektierlichen Äußerungen schon gemacht hat.

    @David: Bezüglich Asamoah siehe vorhergehender Absatz. Ich stimme mit dir überein, was die Verachtenswürdigkeit von Rassismus und Homophobie angeht. Doch ich finde, dass du wie die empörte mediale Meinung ein wenig überziehst. Du überinterpretierst Klopp. Der Rassismus-Vorwurf kam meines Wissens nach nur von Mavraj. Büskens hat sich mit Großkreutz ein eigenes Wortduell geliefert. Mavraj war nach dem Spiel sicher ebenfalls in einem emotionalen Extremzustand. Da kann man auch mal was falsch hören oder wiedergeben.
    Also: die ganze Geschichte war nicht fein von Kevin. Doch aufgrund fehlender Zeugen und Beweise finde ich den Mediensturm übertrieben.

    @Andy: Ja, auch Klopp wäre besser beraten, sich manchmal zurückzunehmen. Aber das Auftreten am Dienstag fand ich nicht weiter schlimm. Mal ein, zwei Gesten zum gegnerischen Trainer. Na und? Was den Dialog mit den Spielleitern angeht – das wird ja gerne von Fans konkurrierender Vereine, vor allem aus Süddeutschland, kritisiert. Doch in der zweiten Hälfte beim anderen Pokalspiel ist auch die komplette Bayern-Bank bei unliebsamen Schiedsrichterentscheidungen aufgesprungen, hat gerufen und gestikuliert. Auch Heynckes.
    Klopp kann das sicher noch besser in den Griff kriegen. Aber er ist längst nicht so weit entfernt von seinen Kollegen, wie das manche neidischen Konkurrenten darstellen. Und ich möchte Emotionalität im Fußball haben, auch auf der Trainerbank. Grenzen gibt es natürlich überall.

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  9. Schade, dass so ein Halbfinale mit dieser Dramatik nicht richtig gewürdigt wird, da Kevin sich zu diesen selten dämlichen und überflüssigen Äußerungen hinreißen ließ. Dabei würde ich jetzt viel lieber mit Euch über seinen entscheidenden Paß auf Ilkay und dessen Tor jubeln.

    Ich bin der Meinung, dass Klopp Kevin eine Pause geben sollte. Das ganze muss sich mal auf Normaltemperatur abkühlen. Stattdessen geben wir unseren Gegnern Steilvorlagen, wie man hier lesen kann: http://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-vor-dem-hannover-spiel-nerlingers-spitzen-an-die-konkurrenz-1.1316881
    Sowas braucht kein Mensch. Was immer Kevin auch gesagt hat: Die Tatsache allein, dass er zu Asamoah lief und ihm was zurief, war eine Unsportlichkeit, und gehört m.E. bestraft. Dass sich die Fürther jetzt aufregen, finde ich allerdings auch lachhaft. Da läuft deren Manager in die BVB-Kabine und heult rum, weil es Schmähgesänge gegeben hat. So what? Das gehört dazu, siehe Kiel. Er hat sich auch nicht beschwert, dass in jedem Interview, in jedem Vorbericht nicht von Borussia Dortmund, sondern von „Lüdenscheid“ die Rede war. Sowas ist auch respektlos!

    Viel bedenklicher jedoch waren die Banner auf der Süd während des Spiels gegen Bremen und die Plündereien, die sogenannte BVB-„Fans“ vorgenommen haben. Das ist kriminiell und dagegen muss der Verein vorgehen! Solche Leute wollen wir nicht haben.

    Nick – Typ hin oder her: Kevin ist zunächst mal ein Angestellter seines Vereins. Da hat er sich entsprechend zu benehmen. Sein Verhalten in Fürth hat dem BVB einen riesigen Imageverlust beschert. Ich glaube, im Moment käme keiner auf die Idee, den BVB zur „Mannschaft des Jahres“ oder „Bestgeführte Sportmarke“ zu wählen. Das tut mir persönlich sehr weh.

    Zuletzt freue ich mich jedoch auch, dass Neven in Deinen Augen die Kurve gekriegt hat – eine 9: Wow! :-)))

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  10. @andy.
    >eher eine starke Abneigung gegen KG, JK und den BVB
    ich schätze du meinst nicht-bvb foren? das kann natürlich sein! meine kritik richtete sich aber ausschließlich ans eigene lager. kritik an anderen parteien ist irgendwie langweilig und meist überflüssig. man sollte erstmal sein zeug klar kriegen. aber dann könnte man zb herrn nerlinger sagen, dass er die klappe halten soll („hochsympathisch“..).
    mir geht’s nicht darum, über KGs worte zu urteilen, denn die kenne ich nicht. was mich aufgeregt hat, ist allein die dortmunder reaktion auf die ereignisse.

    @nick.
    typen find ich auch super, manchmal jedenfalls. das wort typen kann ich allerdings nicht mehr hören.
    mir gings nich darum zu klären, ob KG rassist is, oder nicht. er wird nicht in die npd eintreten, und vielleicht ist er sogar schwuler anti-faschist, was weiß ich. das nähme den fraglichen äußerungen aber nicht die schärfe. fehler darf und soll bitte jeden machen, ändert aber nix daran, dass die auch angemessen diskutiert werden müssen.

    und deswegen muss ich noch mal auf deinen text zurück. (fast vergesse ich, dass es sich nur um einen kleinen fussball-blog handelt..)
    >Jeder kann selber entscheiden, ob er lieber Kevin oder einem enttäuschten Verlierer glauben mag.
    konsequent gelesen, unterstellt das mavraj eine lüge. das find ich zumindest weit aus dem fenster gelehnt.
    mir geht’s insgesamt um den ton der diskussion ggüber jemandem, der möglicher weise, und mglw zum wiederholten male als projektionsfläche für hassgetriebene theorien herhalten muss.
    und ich denke, dass dein text da zumindest seltsam wirkt. auch weil erst von rassismus die rede ist und dann davon, dass asamoah kein mitleid verdient hätte…

    und zum mitleid im falle politisch korrekter provokation:
    es geht nicht um mitleid für xy. es geht um respekt vor xy.
    > Nur braucht sich Asamoah doch nicht zu wundern. Er redet doch die ganze Zeit wie ein Schalker aus der Kurve.
    was hat asamoah im vorfeld des spiels getan? von der rivalität erzählt, ein paar mal mit einem lächeln von lüdenscheid gesprochen.. krass! er hat sogar den namen der für ihn vermeintlich verbotenen stadt ausgesprochen! und er hat den angekündigten lauf von DO nach GE relativiert, und alle abneigung gegen ihn versucht positiv zu sehen. und büskens hat sich gleich komplett respektvoll geäußert (http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/vereine/566300/artikel_asa-bist-du-kaeuflich.html). KGs aktion hingegen war hoch-provokativ, sie war körperlich, sie ging an jemanden der ohnehin schon emotional am boden lag, und sie war rein destruktiv (war das hass? sah so aus). und vielleicht waren sie sogar rassistsch garniert.
    Büskens und Asamoah haben Respekt gezeigt, KG null, und im Anschluss beschäftigen sich Dortmunder Stimmen vor allem mit nem Angriff auf Asamoah. Das is zwar psychologisch schnell erklärt, regt mich aber trotzdem auf.

    > Du überinterpretierst Klopp.
    Kann sein!

    @ claudia
    > Typ hin oder her: Kevin ist zunächst mal ein Angestellter seines Vereins.
    Und davor noch ist er ein Mitbürger.

    > Schade, dass so ein Halbfinale mit dieser Dramatik nicht richtig gewürdigt wird,
    Stimmt genau, das war SO GUT bis zur 121. Minute! Und ich hoffe die Mannschaft fühlt sich nicht so niedergeschlagen von dem ganzen Quatsch wie ich, sondern weiß und fühlt, was sie da geschafft hat.

    Grüße + Sport frei
    d

    PS wie kann ich denn meine texte bearbeiten?

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  11. (fast überflüssiger nachtrag, denn die diskussion ist wohl vorbei.)
    hab noch mal die bilder von KGs provokation gesehen. und muss sagen, dass sah (immer noch daneben, aber doch) weniger dramatisch aus, als ichs im kopf hatte.
    is trotzdem kein anlass, schlecht über GA zu sprechen.

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  12. sag mir mal drei von den guten.
    kenn ich schon: will nach hause laufen (na und? und es war noch nicht mal gebrüllt, sondern medial gepuscht. und ist lange her.), „lüdenscheid“ (i couldnt care less), hals ab (wirklich nicht nett), ein vermeintlich absichtlicher beinbruch (ein wirklich brutales foul, passiert aber regelmäßig, absicht is ein wilder vorwurf).
    ich denke, vermeintlich echte feinde zu haben ist einfach für viele ein genuss.

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  13. @David: Ich halte Mavraj in der Situation vom Dienstag für ungefähr so glaubwürdig wie Kevin. Daher halte ich nichts davon, darüber zu spekulieren, wer nun die Wahrheit gesagt hat – es gab schließlich nur diese beiden Aussagen.
    Bei WordPress.com-Blogs können die Kommentare nur vom Blogger bearbeitet werden.

    Zu deinen letzten Kommentaren und „GA“: Sehe ich wie Dembowski und wie du im letzten Satz. Im Fußball gehören Antipathien dazu, solange sie ein gewisses Maß nicht überschreiten.

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  14. @dembowski Sorry für meine verspätete Antwort, aber ich hab überhaupt keine Einwände. Meine Ma hatte auch schon vor Jahren öfter am Bildschirm dj asa als „Äffken“ bezeichnet und „du Affe“ ist im Ruhrgebiet ja nun auch ein alltäglicher Ausdruck.

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  15. @Andy wobei ich die sammelrechnung des DFB unglaublich fand. Damit haben sie die homophobe Beleidigung vom vorletzten Samstag auf eine Stufe gestellt mit dem bengalischen Feuer in Freiburg. Homophobie – eine Unsitte unter vielen. Das zeigt eben auch, wie das DFB-Sportsgericht tickt.

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