Zweite Mannschaft ganz groß

1. Bundesliga, 33. Spieltag / 1.FC Kaiserslautern 2 BVB 5

Die offizielle Zweite Mannschaft von Borussia Dortmund hat es nach einer wahnsinnigen Aufholjagd in der Rückserie selbst in der Hand, den Aufstieg in die dritte Liga zu schaffen. Gestern gewannen die ‚kleinen Schwarz-Gelben‘ durch ein spätes Tor mit 1:0 gegen die Verfolger von der anderen Borussia. Die inoffizielle zweite Mannschaft stand am Samstag in der Bundesliga auf dem Platz und löste die gestellte Aufgabe in beeindruckender Weise besser als die Meisterelf vom letzten Jahr im ersten Spiel nach der Sicherung des Titels.

Natürlich hatten die abgestiegenen Lauterer den motivierten Borussen weniger entgegenzusetzen als die Bremer letzten Mai. Und trotzdem war der Auswärtssieg in dieser Höhe beeindruckend. Jürgen Klopp machte mit der Entscheidung, auf einige Spieler aus der zweiten Reihe zu setzen, alles richtig. So kamen nicht nur der wiedergenesene Stammspieler Götze für den erkrankten Kuba und Chris Löwe für den verletzten Marcel Schmelzer ins Team, sondern auch Langerak, Santana, Owomoyela und Barrios. Und im Laufe des Spiels noch Moritz Leitner und sogar Florian Kringe. Zwar führten zwei Fehler von Santana und Langerak zu den beiden Gegentoren, doch ansonsten machten die vermeintlichen B-Elf-Spieler sehr viel richtig.

Es stand selbstredend keine echte B-Elf auf dem Platz. Gerade Mittelfeld und Angriff waren topbesetzt und es zeigte sich, dass die Variante mit Lewandowski als hängende Spitze oder ’10er‘ hinter Barrios gegen manche Gegner prima funktioniert. Man muss den Spielern, die zuletzt wenig gespielt haben, wie Perisic, Barrios und Owomoyela, ein Kompliment dafür machen, wie sie gestern aufgetreten sind. Sie haben ihre Chance genutzt.

Einen kleinen Weckruf benötigten die Schwarz-Gelben allerdings schon. Felipe Santana verlor im Mittelfeld unnötig den Ball gegen Fortounis und lief in der Folge auch noch so unglücklich in dessen Pass von links, dass der Ball vom Schienbein des Innenverteidigers ins Tor sprang. Man merkte jedoch sofort danach, dass die Motivationsbekundungen der Borussen keine Lippenbekenntnisse gewesen waren. Und so gelang Lucas Barrios schon zwei Minuten später der Ausgleich per Kopf nach einer Flanke von ‚Uwemoyela‘. Im Anschluss wurden die Qualitätsunterschiede zwischen den Teams überdeutlich und auch der Glaube an einen Heimsieg zum Abschied aus der Liga schwand bei den Gastgebern wohl spätestens, nachdem Barrios mit seinem zweiten Treffer die Führung erzielt hatte.

Es war kein perfektes Spiel der Borussia – phasenweise erinnerte die Partie ein wenig an Sommerfußball. Doch es überwog das Positive. Die Schwarz-Gelben eroberten früh die Bälle und boten den Lauterern nach dem 2:1 kaum noch Platz zum Kontern. Und sie waren engagiert und aufmerksam. Ganz besonders Ivan Perisic, der vor dem 4:1 gegen Torwart Sippel zunächst den Kürzeren gezogen hatte, jedoch sah, dass der Keeper den Ball leichtsinnig aus dem Strafraum spielen wollte, daraufhin nachsetzte und das Leder von Sippels Fuß zu Barrios spitzelte, der nur ins leere Tor schießen musste. Ivan hatte gestern einen ganz starken Tag, bereitete auch noch den zweiten Treffer vor und erzielte mit einem tollen Schlenzer den fünften.

Und damit sind noch immer nicht alle schönen Aspekte dieses Spiels genannt. Das dritte Tor ging auf das Konto von Mario Götze, der somit ein Startelf-Comeback nach Maß feierte und bereit für die noch kommenden Aufgaben zu sein scheint. Zu meckern gibt es kaum etwas. Bei zwei weiteren Aluminium-Treffern war mehr Pech als Unvermögen im Spiel. Vor dem großen Saisonfinale mit Schalenübergabe und Endspiel in Berlin dämpft höchstens eine Sache die tolle Stimmung: Auch Sportdirektor Michael Zorc hat heute bestätigt, dass ein Wechsel von Shinji Kagawa nicht unwahrscheinlich ist. Derzeit will der japanische Nationalspieler seinen Vertrag nicht verlängern und könnte bei einem angemessenen Angebot – womöglich aus England – den Verein verlassen. Darüber hinaus scheinen auch beim gestrigen Hattrick-Torschützen Lucas Barrios die Zeichen auf Trennung zu stehen.

Die Aufstellung: Langerak (5) – Owomoyela (7), Subotic (7), Santana (6), Löwe (6) – Gündogan (7), Kehl (7) (64. Leitner) – Götze (7) (77. Kringe), Lewandowski (7) (66. Kagawa), Perisic (9) – Barrios (9). Gelbe Karte: Barrios. Tore: Barrios (3), Götze, Perisic

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Ein Gedanke zu “Zweite Mannschaft ganz groß

  1. Noch ein Spiel gewinnen und der Rekord von 81 Punkten in einer Saison ist unter Dach und Fach. Mittlerweile haben wir eine sehr starke Bank. Perisic scheint langsam aber sicher richtig Fuss zu fassen, 7 Tore als Ersatzspieler sind eine starke Quote.

    Was Shinji betrifft hat sich diese Entwicklung ja angebahnt. Die Premier League scheint in Japan hoch im Kurs zu stehen und wenn es sein Traum war mal bei einem Klub wie ManU zu spielen dann kann ich seine Entscheidung auch nachvollziehen. Das Gehalt war natürlich auch nicht unwichtig.
    Andererseits, wenn er es nicht zu schätzen weiß was er am BVB hat, soll er ruhig gehen. In England wird ein körperbetonterer Fussball gespielt und er wird sicherlich vorerst auf der Bank Platz nehmen dürfen (Sahin lässt grüßen)
    Dennoch wünsche ich ihm alles Gute dort.

    Mit Reus in der Hinterhand hat man eine hervorragende Alternative auf dieser Position und muss sich nun nicht mehr den Kopf zerbrechen wer auf der 10 spielt. Evtl. schafft man es ja noch das Kuba verlängert.

    Im Großen und Ganzen werden wir trotz des Reus Transfer ein deutliches Plus erwirtschaften und damit kann man eigentlich gut leben.

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