Satt und selbstzufrieden

Standard

Testspiel / SV Meppen 1 BVB 2

Ausgeruht hat man sie sich erhofft, doch diese Mannschaft hat sich nur während des Spiels ausgeruht. Kaum ein Spieler von Borussia Dortmund präsentierte sich heute dem würdevollen Anlass entsprechend: Die Schwarz-Gelben traten zur Feier des 100-jährigen Vereinsjubiläums des ehemaligen Kult-Zweitligisten SV Meppen in dessen Stadion an. Doch nach einem frühen Gewaltschuss von Neuzugang Julian Schieber trabten die Borussen, die uns in der abgelaufenen Saison noch so begeistert hatten, satt und selbstzufrieden über den Platz. Das Resultat: Flanken ins Nichts, unglaublich harmlose Schüsschen und ein Passspiel, das der schildkrötenhaften Reaktionszeit zum Opfer fiel.

Aber vielleicht war das nur folgerichtig. Schließlich standen hier Akteure auf dem Platz, die noch nie ein Bundesligaspiel absolviert haben. Trainer Jürgen Klopp hatte mit einem grotesken Roulette Spieler in die Mannschaft rotiert, deren Namen man eher in einer Armee Friedrichs des Großen vermutet hätte: Günter – Meißner – Hofmann – Halstenberg. Nicht überraschend gingen die viertklassigen Meppener in der 53. Minute durch Wigger in Führung.

Möglicherweise waren die Umstellungen nur Symptome für ein tiefer liegendes Problem. Denn dieser Verein scheint im Auflösungsprozess begriffen. Neun Spieler haben sich von der Mannschaft abgesetzt und befinden sich zurzeit im Urlaub! Die Selbstzufriedenheit scheint rasend schnell um sich zu greifen. Es waren neue Gesichter, die den BVB noch einmal vor dem Schlimmsten bewahrten: Amini und Hofmann retteten die Schwarz-Gelben im Alleingang und führten sie zu einem überaus glücklichen 2:1-Erfolg.

Amini und Hofmann – um diese unverbrauchten Spieler herum würde ein proaktiver Trainer eine neue Mannschaft aufbauen, die auch in den nächsten Jahren noch hungrig auf Erfolge ist. Aber ist Jürgen Klopp so etwas noch zuzutrauen? Immer öfter erscheint der Übungsleiter unrasiert zum Training und vor Fernsehkameras. Wo bleibt der stets frische Motivator, als den wir Klopp kennengelernt haben? Noch hätte die Vereinsführung Zeit zu reagieren und sich beispielsweise am FSV Mainz zu orientieren, der mit dem frühen Wechsel von Jörn Andersen zu Thomas Tuchel erfolgreich war. Denn Jürgen Klopp möchte anscheinend einen weisen Rat nicht beherzigen: Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist!

Die Aufstellung (1. Halbzeit): Weidenfeller – Kirch, Günter, Santana, Löwe – Bender, Amini – Hofmann, Leitner, Bittencourt – Schieber. (2. Halbzeit): Alomerovic – Günter, Subotic, Meißner, Halstenberg – Amini, Kehl – Hofmann, Benatelli, Großkreutz – Durm. Tore: Amini, Hofmann

P.S.: Schönen Gruß an Dembowski im Oderbruch. Komm bald wieder!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Satt und selbstzufrieden

  1. es läuft gut hier. das lama dreht seine runde, die lupinen blühen, am schöpfwerk liepe hole ich die fische aus dem wasser. es ist ein gutes leben. ohne testspiele. ohne aufregung. doch die berichte aus dem untergrund werden folgen

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s