Brügge sehen und verlieren

Gegen Brügge kann man mal verlieren, auch 2012. Vor neun Jahren leitete die Niederlage in der Champions League-Qualifikation nach Elfmeterschießen den endgültigen finanziellen Absturz des BVB ein. Und längerfristig betrachtet natürlich die Wende zum Guten. Gestern verlor die Borussia erneut im Jan-Breydel-Stadion, und zwar wohl verdient mit 1:3. Man kann davon ausgehen, dass diese Testspiel-Pleite keinen ähnlichen Wendepunkt in der Vereinsgeschichte darstellt – doch was ist im Fußball schon noch sicher? Die Bayern verpassen zweimal die Meisterschaft, in Schottland spielen die Rangers künftig in der vierten Liga…

Die schwarz-gelbe Entschuldigung für die Niederlage ist nicht aus der Luft gegriffen: Für den FC Brügge beginnt in zwei Wochen die Meisterschaft, der BVB arbeitet dagegen in der aktuellen Phase der Saisonvorbereitung vor allem an der Kondition. Dennoch darf man als Fan beruhigt sein, wenn alle Nationalspieler gesund aus dem Urlaub zurückkehren. Immerhin stand gestern eine mit Stammspielern verstärkte B-Auswahl der Bundesligamannschaft auf dem Feld und kein besseres Nachwuchsteam. Positiv war immerhin, dass den Berichten zufolge erneut einer der Jungen aus der vermeintlichen zweiten Reihe von sich reden machte: Überzeugte in Meppen besonders Mustafa Amini, so konnte sich gestern Leonardo Bittencourt unter anderem mit einem schönen Tor und einer Rettungsaktion in Szene setzen.

Über das Ergebnis braucht sich niemand ernsthaft zu ärgern. Doch was ein Teil der mitgereisten angeblichen BVB-Anhänger ablieferte, macht wirklich schlechte Laune. Mögen sie vorher irgendwo Stress gekriegt haben – selbstverliebt und egozentrisch zeigten sie dann im Stadion, dass ihnen eigentlich nichts am Verein liegt. Selbst wenn es keine Videos gäbe: Was haben diese Leute am Spielfeldrand zu suchen? Es ist inzwischen fast jedes Jahr das Gleiche: Bei Testspielen im Ausland benehmen sich Leute aus dem Dortmunder Umfeld daneben. Weil sie wissen, dass diese Partien in der Regel nicht so stark überwacht werden. Weil sie deswegen davon ausgehen, mit keiner Festnahme, Anzeige und weiteren Verfolgung in Deutschland rechnen zu müssen. Viel bleibt nicht von der Rückkehr nach Brügge – dieser schlechte Eindruck leider schon. Und der ist die eigentliche Niederlage.

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