Dortmund kommt in den Groove

Nach dem schleppenden Beginn der Saisonvorbereitung und dem langen Warten auf die Nationalspieler ist bei der Borussia inzwischen der erwartete Aufwärtstrend feststellbar. Zwei weitere Testspiele am Mittwoch und Sonntag wurden gewonnen. Und obwohl niemand zu viel in diese Begegnungen hineininterpretieren möchte – einen Sinn haben sie natürlich schon.

Ich habe von beiden Partien nur die zweiten Hälften komplett gesehen. Gegen den FC St. Gallen gewann der BVB durch ein spätes Tor von Kevin Großkreutz noch mit 2:1. Es war jedoch ein mäßiges Spiel, das niemand vom Hocker riss. Die Schwarz-Gelben hatten deutlich mehr Spielanteile, ließen jedoch in der zweiten Hälfte mehrere Male Angriffe der Schweizer zu, die zu unterbinden gewesen wären. 2011 hatte die Borussia gegen denselben Gegner noch deutlich höher gewonnen, wobei es zu berücksichtigen gilt, dass St. Gallen inzwischen in die erste Liga aufgestiegen und dort nach drei Spieltagen Tabellenzweiter ist.

Am Sonntag gastierte der BVB bei Legia Warschau und konnte die Begegnung durch ein frühes Tor von Robert Lewandowski für sich entscheiden. Auffällig war, dass Jürgen Klopp in den ersten 45 Minuten ein Team aufs Feld schickte, das bis auf die Ausnahmen Santana und Löwe nach einer A-Mannschaft aussah, während in der zweiten Halbzeit eher die teilweise hochkarätigen Back-Ups zum Einsatz kamen. Trotz der zehn Wechsel zur Pause wirkten die Borussen in der Defensive angenehm konzentriert, ließen kaum etwas zu. Das viel gerühmte Gegenpressing funktionierte bereits wieder sehr gut.

Abstriche mussten jedoch im Spiel nach vorne gemacht werden. Kurzpassspiel über mehrere Stationen war selten zu sehen, die langen Bälle in den Raum waren meist zu ungenau. An die Präzision und Kreativität der Stammspieler kamen die schwarz-gelben Jungs, die in Hälfte 2 aufliefen, noch nicht heran. Diese Defizite hatten natürlich auch mit der fehlenden Eingespieltheit der Formation zu tun, weswegen sich ein genauerer Blick auf einzelne Akteure lohnt. Mehrmals entstand Gefahr durch Flanken von Oliver Kirch. Der Außenverteidiger präsentierte sich in Warschau erneut als sehr passable Alternative zu Lukasz Piszczek, hat wie der Pole die Fähigkeit, den rechten Flügel zu beleben und leistete sich nur einen kleinen Stellungsfehler.

Leonardo Bittencourt und auch Mustafa Amini könnten in der kommenden Saison durchaus auf ein paar Einsätze kommen. Zunächst nicht in der Startelf, aber als Joker oder in Folge von ein wenig Rotation. Beim jungen Australier war vorgestern die Veranlagung immer wieder zu erkennen – ihm fehlt noch ein gewisses Maß an Abgeklärtheit und Zweikampfstärke. Moritz Leitner spielte in den zweiten 45 Minuten zentral offensiv und wird sich steigern müssen, um näher an die erste Elf zu rücken.

Eine weitere Chance für alle Spieler bietet das Testspiel am Mittwochabend, 19 Uhr, bei Preußen Münster. Das alles andere als ein Spaziergang werden dürfte – die Gastgeber haben bereits zwei Spieltage in der Dritten Liga absolviert und führen gemeinsam mit dem VfL Osnabrück die Tabelle an. Die Partie wird per Livestream auf der Facebook-Seite des BVB und auf www.meinBVB.de übertragen. Alte Bekannte aus der 1. Bundesliga treffen die Schwarz-Gelben am Wochenende in Hamburg beim Liga-total-Cup. In dessen Rahmen tritt der BVB in zwei Partien über 2 x 30 Minuten gegen den HSV und einen weiteren Gegner an.

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