Dortmund startet und stoppt

Es war wie ein kleiner Schluckauf, was Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende in Nürnberg passierte. Die normale Funktionalität der Meistermannschaft wurde unterbrochen durch kleine Aussetzer, Fehlpässe, Ideenarmut. Darüber, dass das spielerische Potenzial der Schwarz-Gelben vor der neuen Saison eher größer als kleiner geworden ist, kann es eigentlich keine Zweifel geben. Doch so ein Schluckauf dauert manchmal.

Wie ist in diesem Zusammenhang der Schluckauf der Saison zu bewerten? Andere nennen es die Länderspiel-Pause. Genau wie den internationalen Termin vor dem Ligastart kann man auch die Unterbrechung nach (in Deutschland) zwei Spieltagen kritisieren. Ändern wird sich natürlich wenig – man kann ja auch nicht alle Länderspiele zwischen Oktober und März spielen. Der BVB ist in jedem Fall deutlich mehr betroffen als früher, stehen inzwischen doch jede Menge Nationalspieler in schwarz-gelben Diensten. Beim gestrigen Testspiel in Hüls standen daher nur sieben Akteure aus dem Profikader zur Verfügung. Gegen den Regionalligisten gewannen die B-Borussen nach mäßiger Leistung 3:0.

In Sachen Nationalmannschaft tut sich mal wieder ein immenser Zwiespalt auf: Spiel und Ergebnis interessieren mich gerade gegen die Färöer nur peripher, doch mindestens zwei Borussen haben im Vorfeld und durch ihre Leistung gestern für Schlagzeilen gesorgt. Marcel Schmelzer hat von Bundestrainer Löw eine temporäre Stammplatzgarantie für den Posten des Linksverteidigers bekommen, da Philipp Lahm rechts spielen soll. Er is ein guter Junge, der Marcel, aber selbst im Verein hat er diese Position nicht auf internationalem Niveau bekleiden können. In der Liga kann er mit fast allen Gegnern mithalten und macht seine Seite in der Regel gut dicht, doch offensive Qualitäten hat er auch dort zu selten gezeigt. Sollte ihm natürlich die neue Wertschätzung Löws im Verein noch mal einen Schub geben, würde ich die Maßnahme wärmstens begrüßen.

Mario Götze ist unterdessen ein tolles Tor gelungen, auch in der Nationalmannschaft. Beim 1:0 gegen die Färöer waren seine gesamte Spritzigkeit und Dribbelstärke wieder zu erkennen und nichts davon, dass ihm noch etwas fehlt. Es bleibt zu hoffen, dass er im Spiel gegen Österreich unter der Woche nicht 90 Minuten zum Einsatz kommt. Denn ein halbwegs ausgeruhter Götze wäre gegen Leverkusen eine blendende Alternative für die linke BVB-Seite. Angesichts des derzeitigen Leistungsstandes (selbstverständlich ohne die Trainingseindrücke einbeziehen zu können) ist ein offensives Mittelfeld mit Mario, Marco Reus und Kuba fast schon unumgänglich.

Es zeichnet sich ab, dass dieses dritte Ligaspiel ein interessantes und aussagekräftiges werden wird. Zwei Teams mit viel Potenzial, die sich in die neue Spielzeit noch endgültig reinfinden müssen. Die Unterbrechung muss dabei gar nicht schädlich sein, sie verlängert nur die Ungewissheit. Wo ist die Fast-Forward-Taste?

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