Wie lange dauert eine Überraschung?

In jeder Bundesliga-Saison gibt es mindestens eine Überraschungsmannschaft, die die Erwartungen deutlich übertrifft. Häufig ist es der Fall, dass dieses Team eine besonders gute Frühform vorweist – besser als die von Vereinen, die erst spät alle Spieler beisammen haben. In vielen Spielzeiten haben sich die frühen Überflieger nicht ganz oben halten können. Mal waren die folgenden Abstürze härter, mal weniger. Es gibt aber auch ein paar Beispiele, bei denen kein (wirklicher) Absturz erfolgte: der FCK wurde bekanntlich als Aufsteiger Meister und Gladbach schaffte es gerade erst von Platz 16 in die Champions League-Qualifikation.

Eintracht Frankfurt ist die Überraschung des Herbstes 2012. Bei Punktgleichheit mit den Bayern und fünf Punkten Vorsprung auf die Verfolger nach vier Spielen gibt es keine zwei Meinungen. Ganz offensichtlich hat es der Aufsteiger geschafft, bereits in der zweiten Liga eine gesunde Basis für den angestrebten Wiederaufstieg zu schaffen. Einige Spieler kennt man ja auch noch aus der vorletzten Saison. Jürgen Klopp lobte in der heutigen Pressekonferenz zum Spiel Eintracht gegen den BVB die Transferpolitik und den derzeit von den Hessen gezeigten Offensivfußball. Nichtsdestotrotz wissen auch die Eintracht-Verantwortlichen, dass Platz 2 höchstwahrscheinlich nicht zu halten sein wird. Ein Absturz ins Bodenlose scheint jedoch vermeidbar – so viel deutet sich bereits an.

Es würde nur wenige Fußball-Kenner wundern, wenn die Siegesserie der Gastgeber morgen reißen würde. Mit einem Einsatz auf einen Eintracht-Sieg lässt sich bei den großen Wettanbietern doppelt so viel Geld verdienen wie mit dem Tipp auf Schwarz-Gelb. Doch die Borussia muss sich gegenüber Samstag gehörig steigern, um in Frankfurt etwas mitzunehmen – vorne wie hinten. Personelle Veränderungen im Mittelfeld deuten sich an, möglicherweise jedoch leider nicht auf den 6er/8er-Positionen. Sven Bender ist leicht geschwächt durch einen Infekt, so wie nach wie vor Ilkay Gündogan. Beide sind nur fraglich und nicht unwahrscheinlich – doch es könnten durchaus erneut Kehl und Leitner beginnen, was erneut nicht meine Präferenz wäre. Einiges spricht auch für die Rückkehr von Kuba in die Startelf auf seiner angestammten rechten Außenbahn.

Bei der Eintracht ist der Einsatz von Kapitän Pirmin Schwegler wegen einer gegen Nürnberg erlittenen Platzwunde fraglich. Der von Fürth gekommene Stürmer Olivier Occean wird mit einem Muskelfaserriss in jedem Fall fehlen. Beide Spieler haben alle vier Partien für die SGE begonnen – Armin Veh muss also seine Startelf umstellen. Trotzdem sehe ich den BVB im Gegensatz zu den meist konservativ agierenden Wettanbietern nicht als echten Favoriten – und die Mannschaft sollte das tunlichst genauso wenig tun. Eine gesunde Mischung aus Pressing und sicherer Defensivarbeit wird für den Erfolg nötig sein. Und immer an die Flügel denken – aber das hat Jürgen Klopp den Jungs auch schon gesagt.

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Ein Kommentar

  1. Die 2. Halbzeit dieses Spiels war sehr schön anzusehen. Ein offenes Spiel, in dem beide Mannschaften auch ohne Punkte hätten nach Hause gehen können. So kam es aber nicht, was gerecht war.

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