Stars von gestern

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Die vergangene Saison war die Zeit der zwei tollen Borussias. Dortmund wie auch Mönchengladbach übertrafen alle Erwartungen, holten das erste Double der Vereinsgeschichte und einen völlig unerwarteten CL-Quali-Platz. Eine erste Bilanz des Saisonauftakts 2012/13 fällt nach fünf Spieltagen deutlich nüchterner aus. Der BVB hat wie im letzten Jahr einen durchwachsenen Start fabriziert. Im Vergleich haben die Schwarz-Gelben einen Punkt mehr geholt, sind immerhin fünf Ränge besser platziert, allerdings ist der Rückstand auf die Bayern zwei Punkte größer als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison.

Die Stimmung ist heute definitiv besser als nach dem gerade für Berliner Borussen deprimierenden 1:2 gegen Hertha BSC. Am Dienstag haben wir ein sehr gutes Spiel gesehen. Eine lebendige, spannende Auseinandersetzung, mit schönen Spielzügen und Toren, einem starken Gegner, aber auch erneut einer mangelhaften Chancenverwertung und Abwehrschwächen auf nahezu allen Positionen. Der Vorwurf geht also nicht nur an die Viererkette und den Torhüter, doch defensiv durchweg überzeugend spielt von den fünfen derzeit nur Neven Subotic. Die Partie wäre Werbung für die Bundesliga UND den BVB gewesen, wenn Ilkay Gündogan den Angriff wenige Minuten vor Schluss besser ausgespielt und rechtzeitig gepasst hätte.

Grund für allzu viel Pessimismus hinsichtlich des Borussen-Duells gibt es dennoch nicht. Wenn alles gut geht, sollte Gündogan am Samstagabend wieder von Anfang an dabei sein und darauf brennen, seine vergebene Gelegenheit wiedergutzumachen. Oder Klopp setzt auf Manni Bender, um defensiv diesmal auf Nummer sicher zu gehen. Marco Reus, der vorgestern in Frankfurt zur Halbzeit angeschlagen ausgewechselt wurde, wird sehr wahrscheinlich ebenfalls spielen können. Dass es ihm besonders viel ausmacht, gegen seinen alten Verein anzutreten, war seinen knappen Antworten auf der heutigen PK zum Spiel nicht zu entnehmen. Ob er und Götze zusammen auflaufen werden und wer sich auf der linken Problemseite versucht, bleibt noch Jürgen Klopps Geheimnis. Hoffen wir, dass sich der Trainer übermorgen nicht wieder zu sehr aufregen muss – Schiedsrichter der Begegnung ist Wolfgang Stark aus Ergolding, 70 Kilometer entfernt von München.

Was außer dem Glauben an die schwarz-gelbe Stärke und den Erinnerungen noch Hoffnung macht, ist unvermeidlich der Gegner. Die Gladbacher mussten heftigere personelle Verluste hinnehmen, die sie zwar durch Investitionen in ähnlicher Höhe versuchten auszugleichen (Xhaka, de Jong, Dominguez) – doch das Gefüge des Teams muss sich noch finden. Gegen den HSV wirkten die Gladbacher, wenn man der Sportschau glauben darf, zeitweise sehr verwundbar, wurden aber durch die falsche rote Karte gegen Stranzl auch klar benachteiligt. Der wird den Gästen nun am Samstag fehlen; dass auch Xhaka ausfällt, weiß nur der „Kicker“.

Welche Stars von gestern werden die Stars von Samstag? Wer hält Anschluss, wer wird Mittelmaß? Erneut warten 90 prickelnde Minuten in einem Abendspiel, bei dem die Heimbilanz für den BVB spricht. Überzeugt von einem Sieg bin ich allerdings nicht – doch macht es gerade das nicht besonders spannend?

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