Stolz und Fehlurteil

Champions League, 2. Spieltag / Manchester City 1 BVB 1

Was für ein Auftritt, was für ein Spiel! Es gibt allen Grund, stolz darauf zu sein, was der gesamte BVB vorgestern in England abgeliefert hat. Stolz auf die Mannschaft zuallererst, die Manchester City am Rande einer Niederlage hatte. Was der Trainer der Gastgeber Roberto Mancini auch voll und ganz anerkannte:

We didn’t play well because Borussia Dortmund played better than us. They probably, at this moment, are a better team than us.

Die BBC sah es so, dass City vom BVB über weite Strecken hergespielt wurde und alle waren sich einig, dass Joe Hart sein Team quasi allein gerettet habe. Jener Joe Hart, den ich nach dem ersten Spieltag als die beste Hoffnung der Borussia auf etwas Zählbares gesehen habe. Aber ich habe ja nicht nur ihn, sondern auch unsere Mannschaft unterschätzt. Die mit diesem Spiel angekommen ist in der Champions League, egal was noch kommt. Roman Weidenfeller sowieso, der wie gegen Amsterdam und ähnlich wie Hart ein großartiges Spiel machte.

Man kann viele andere Spieler aufzählen, eigentlich alle, aber natürlich sorgte das Traumduo Götze-Reus für viele der spektakulären Szenen, bestens assistiert von Jakub Blaszczykowski. Natürlich war auch Sven ‚Manni‘ Bender immens gut, bei seinem ersten Saisonspiel in der Startelf. Und für diese Aufstellung gebührt das Lob dem Trainer, der auf dem besten Weg ist, die Mannschaft erneut auf die nächste Ebene zu heben.

Stolz darf man – zum Glück auch mal wieder – auf die Fans sein, die uns in Manchester vertreten haben. Sie verbreiteten eine Wahnsinnsstimmung, was im Kontrast zu den bei vielen englischen Topclubs ruhigen Heimfans natürlich besonders auffiel. Natürlich ließen sie sich von den Warnungen, was im Etihad Stadium alles verboten sei, nicht beeindrucken. Und natürlich konnten die zahlreichen Ordner nichts gegen das ohne Zweifel ‚persistent standing‘ der BVB-Fans machen.

Was den Traumabend schmälerte, war das Fehlurteil des ansonsten sehr guten tschechischen Schiedsrichters Kralovec kurz vor Schluss. Und da gibt es auch nicht viel zu diskutieren: Wenn angefangen wird, solche Situationen immer als Hand zu werten, dann kann man doch gleich zum Elfmeterschießen übergehen. Ging Subotics Hand zum Ball? Nö. Lag eine unnatürliche Haltung des Arms vor? Nö – es war schließlich ein Zweikampf und keine Standardsituation. Hatte Neven eine Chance, seinen Arm rechtzeitig wegzuziehen? Niemals, bei unter einem Meter Distanz. Dass der vermeintliche Experte Oliver Kahn dann bei seiner ‚Analyse‘ nach dem Spiel wieder eine Extra-Tour haben musste, ist man mittlerweile gewohnt.

Der BVB hätte zuvor ohne Frage auf 2:0 erhöhen können. Vor allem Robert Lewandowski vergab einen echten ’sitter‘, um bei der mir sehr genehmen Fußballsprache des Gastgeberlandes zu bleiben. Aber kann man das von diesem Team erwarten, mit 2:0 beim englischen Meister zu gewinnen? Denn natürlich hätte auch der treffen können, wenn auch nicht so oft wie die Schwarz-Gelben. Silva schaffte es beispielsweise aus nächster Nähe, das Tor zu verfehlen und über die Latte zu schießen. Ansonsten wäre ein 1:0 für die Borussia das gerechte Ergebnis gewesen – weil die zwei Keeper über sich hinauswuchsen.

Es kam anders und die Gruppe könnte sich bald schon wieder offen gestalten, wenn Ajax nicht mehr an die Leistung aus dem Spiel in Dortmund anknüpfen kann. Klar ist nach diesem fantastischen Auftritt der Schwarz-Gelben die Hoffnung aufs Achtelfinale da, aber es kann auch passieren, dass wir uns über den Elfmeter noch mehr aufregen werden als am Mittwochabend.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels (74. Santana), Schmelzer – Bender, Gündogan (82. Großkreutz) – Blaszczykowski, Götze (88. Kehl), Reus – Lewandowski. Gelbe Karten: Blaszczykowski, Reus. Tor: Reus

 

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2 Kommentare

  1. Den Gedanken das die 2 Punkte am Ende fehlen könnten, hatte ich auch.. Man muss ja auch einplanen das unsere Mannschaft vermutlich nicht immer so einen guten Tag erwischt und das ein oder andere Spiel verloren geht.

    Dennoch überwiegt der Stolz das wir den englischen Meister am Rande einer Niederlage hatten.. Man kann wirklich mit fast allem zufrieden sein, ausser vielleicht mit der Chancenverwertung.. Ich freu mich jedenfalls wahnsinnig auf die weiteren Begegnungen, egal wie es am Ende ausgeht in der Gruppe.

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