Schmelles lange Nacht

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Champions League, 3. Spieltag / BVB 2 Real Madrid 1

Niemand außer Marcel Schmelzer und ein paar wenigen Menschen weiß natürlich, was der Sieg-Torschütze vom gestrigen Champions League-Abend im Anschluss noch gemacht hat. Doch im Fernseh-Interview hatte Schmelle bezweifelt, dass er nach diesem historischen Sieg schlafen könne. Und er redete von einem erfüllten Kindheitstraum. Das klingt manchmal wie eine Floskel, doch nicht in diesem Fall. Genauso könnte es gewesen sein: Als Marcel in noch jüngeren Jahren merkte, dass er ein bisschen kicken kann, könnte er sich genau das ausgemalt haben. Mal vor 65.000 Zuschauern gegen Real Madrid gewinnen.

Es war die passende Geschichte zu einem unglaublichen Abend. Wenige Tage nach einem Derby zum Vergessen schießt ausgerechnet Schmelzer den BVB an die Spitze der Hammergruppe. Marcel hat viel einstecken müssen in den letzten Wochen, manches zurecht, manches zu Unrecht. Aber selbst wenn man um seine Grenzen weiß, kommt man nicht umhin, ihm in diesem Spiel internationale Klasse zuzugestehen. Schmelzer erzielte ja nicht nur das 2:1, sondern agierte gegen einen absoluten Top-Gegner nach hinten auf höchstem Niveau. Es mag nicht ganz objektiv sein, aber mein Fanherz hat er genau mit diesem Spiel endlich erobert.

Das Spiel gestern hat gezeigt, dass die Borussia an einem guten Tag zu fast allem in der Lage ist. Noch sind gute Tage nicht alltäglich. Doch mit weit geringeren personellen Sorgen als am Samstag und einer passenden Taktik zeigten die Schwarz-Gelben ein genau entgegengesetztes Gesicht. Ohne Angst und hoch konzentriert traten sie auf, mit einer Aufstellung, die den Schwerpunkt auf die Defensive legte. Das zahlte sich aus. Nur so war Real zu besiegen.

Klar hatten die Gäste mehr Ballbesitz. Und bei jeder Annäherung an den Dortmunder Strafraum zitterte man als Fan, denn Ballsicherheit und Kombinationsspiel der Königlichen sind schon respekteinflößend. Doch zum Glück standen nicht wir Kneipenschauer auf dem Platz, sondern elf Jungs, die nur den notwendigen Respekt zeigten und nicht mehr. Und die es verstanden, immer wieder schnelle Angriffe zu fahren, so dass am Ende in der Statistik sogar mehr Torchancen für den BVB zu finden waren. Was gegen diesen Gegner allerdings entscheidend war: Das Umschalten klappte richtig gut. Ja, wir hatten Angst, wenn Real sich zielstrebig in Richtung Borussia-Tor bewegte, aber die Spieler wussten, was sie zu tun hatten. Dazu gehörte auch, manchmal tief zu stehen und die Madrilenen kurz vor der Strafraumgrenze zu erwarten. Und nur im richtigen Moment Pressing zu spielen.

Es war einer der Abende, die bleiben. Für manche auch eine Nacht. Es war auch eine durchgehend gute Mannschaftsleistung. Großartig Jungs, danke dafür!

Das nächste Spiel ist wie immer ein neues. Die Mannschaft wird sich in Freiburg nicht auf ihren CL-Lorbeeren ausruhen, muss aber wahrscheinlich auf Sven Bender und eventuell auf Mario Götze verzichten. Ich vermag da heute keine Prognose abzugeben und werde die Partie nicht sehen und daher auch nicht kommentieren können. Weiter geht’s hier trotzdem am Sonntag oder Montag.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Bender (67. Gündogan), Kehl – Reus (90.+1 Perisic), Götze (87. Schieber), Großkreutz – Lewandowski. Gelbe Karte: Gündogan. Tore: Lewandowski, Schmelzer

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