Am Samstag darf es ein bisschen mehr sein

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Ein Unentschieden im Estadio Santiago Bernabéu ist großartig, die Situation, in der sich Borussia Dortmund in der Champions League befindet, fantastisch. Doch ein international anerkannter Fußballverein zu sein bringt auch mit sich, umschalten zu müssen. Feiertage in Europa, Alltag in der Bundesliga – das Thema wurde schon tausendfach diskutiert. Die Liga ist bekanntlich das Kerngeschäft; der BVB hatte bisher keine eklatanten Probleme, sich dem Alltag wieder zu stellen. In dieser Saison ist die Diskrepanz besonders groß: Amsterdam, Manchester, Madrid … und nun Augsburg.

Das ist nicht respektlos gemeint. Die Leistungsdichte der 1. Bundesliga führte in dieser Spielzeit schon zu einigen überraschenden Ergebnissen. Tatsache ist jedoch, dass der FCA mit sechs Punkten Tabellenletzter ist. Das Problem der Augsburger kennt auch Jürgen Klopp: „Sie machen aus den vielen Chancen, die sie haben, zu wenig Tore.“ Mit fünf Treffern haben die Gastgeber vom Samstag den schwächsten Sturm der Liga. Allerdings haben fünf Teams mehr Tore kassiert als der FCA.

Für Abhilfe soll ein Mann sorgen, der sich in der zweiten Liga in Diensten des FSV Frankfurt als treffsicher erwies und eine Liga höher in der letzten Spielzeit fünfmal für Augsburg erfolgreich war: Sascha Mölders. Der 33-jährige Stürmer ist nach einem Knöchelbruch wieder fit und könnte in der Startelf stehen. Wirklich imposant hören sich seine Daten aber nicht an, daher bringt der „Kicker“ noch einen Genesenen ins Spiel: den Koreaner Ja-Cheol Koo, der allein in der vergangenen Rückserie fünfmal traf. Fürchten müssen sich die Schwarz-Gelben allerdings vor keinem Gegenspieler, die größte Schwierigkeit dürften Wille und Entschlossenheit der Gastgeber bereiten. Dagegen hilft in der Regel ein Tor – was nicht erschwert wird durch die Tatsache, dass der routinierte Abwehrspieler Paul Verhaegh sich einer Knöcheloperation unterziehen musste.

Da auch der Rasen in Augsburg in gutem Zustand ist, wie Jürgen Klopp in der PK verkündete, findet sich kaum ein Grund, der gegen einen Dortmunder Erfolg spricht. Den auch die große Mehrheit der BVB-Fans erwarten dürfte. Nicht weil die Tabellensituation in irgendeiner Weise brenzlig wäre, sondern einfach, weil die Fähigkeiten dazu vorhanden sind und nur umgesetzt werden müssen. Personell sieht es ebenfalls gut aus: Leichte Blessuren aus dem Madrid-Spiel bei Lukasz Piszczek und Ilkay Gündogan dürften bis morgen keine Rolle mehr spielen und selbst Kuba nimmt wieder am Mannschaftstraining teil. Obwohl Klopp offiziell erst für das nächste Spiel gegen Fürth mit ihm plant, würde es mich nicht wundern, wenn er in Augsburg bereits wieder auf der Bank sitzt.

Den Status des sympathischen, weil überraschenden Aufsteigers hat der FC Augsburg ebenfalls verloren. Für Außenstehende war jedenfalls der Trainerwechsel vom jetzigen Hertha-Übungsleiter Jos Luhukay zu Markus Weinzierl schwer nachzuvollziehen. Auch der zweite Sympathieträger, Manager Andreas Rettig, hat den Verein in Richtung DFL verlassen. In dieser Saison dürften es die bayerischen Schwaben schwer haben – bisher steht lediglich ein Sieg gegen die unberechenbaren Bremer zu Buche. Daran sollte sich morgen nichts ändern.

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